Erhoffen sich die Deutschen Änderungen durch den G7 Gipfel?

Words by Jana Ahrens
Photography: The White House/Flickr
Kann Angela Merkel Donald Trump überzeugen?
Kann Angela Merkel beim G7-Gipfel Einfluss auf Boris Johnson und Donald Trump nehmen? Werden die PolitikerInnen das Ziel, die weltweite Ungleichheit zu bekämpfen, bei dem Treffen voranbringen oder nicht? Diese Fragen stellten wir den Deutschen gemeinsam mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey. Die Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache. 
 

Noch 2 Tage, dann wird es im französischen Urlaubsort Biarritz nur so wimmeln vor internationaler Polit-Prominenz. Die Gruppe der 7, kurz G7 genannt, veranstaltet ihr jährliches Gipfeltreffen, diesmal unter dem Vorsitz der französischen Regierung mit Emmanuel Macron als Staatspräsidenten und Gastgeber. 

Die französische Regierung ist es auch, die für diesen Gipfel das Ziel formuliert hat, weltweit die Ursachen für Ungleichheit zu bekämpfen. Dieses Ziel gliedert sich in 5 konkrete Aufträge:

  • Bekämpfung der Chancenungleichheit
  • Bekämpfung der Ungleichheit hinsichtlich der Verschlechterung der Umwelt
  • Sicherheit und Terrorismusbekämpfung
  • Bekämpfung der Ungleichheit, die auf künstliche Intelligenz und die digitale Entwicklung zurückzuführen ist
  • Bekämpfung von Ungleichheit durch eine erneuerte Partnerschaft mit Afrika


Umsetzen sollen diese Ziele federführend die teilnehmenden Industrienationen. Das sind Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Europäische Union wird dabei in alle Beratungen mit einbezogen. 

So viel zu den Fakten. Doch wie viel können die Bürger, die an dieser Stelle von ihren ranghöchsten Staatsoberhäuptern vertreten werden, dem Gipfeltreffen der PolitikerInnen abgewinnen? 

Wie viel Einfluss hat Angela Merkel?  

Das Ergebnis unserer aktuellen Umfrage mit über 5000 TeilnehmerInnen deutschlandweit lautet: nicht viel. 

Auf die Frage »Kann Angela Merkel Ihrer Meinung nach den G7-Gipfel in Biarritz nutzen, um Einfluss auf Politiker wie Donald Trump und Boris Johnson auszuüben?« antworteten 42,4 % mit »Eher nein« und 27,1 % mit »Nein, auf keinen Fall«. Mit »Eher ja« antworteten nur 13,5 % der TeilnehmerInnen. Abweichungen gab es dabei zum einen in der Gruppe der AfD-WählerInnen, die mit 67,8 % überdurchschnittlich häufig die Antwort »Nein, auf keinen Fall« wählten, und zum anderen unter TeilnehmerInnen, die sich in der Ausbildung befinden. Diese wählten überdurchschnittlich oft, nämlich zu 29,5 % »Eher ja«. 

Können die G7 in Biarritz Ungleichheit bekämpfen? 

Die stürmische Küste vor Biarritz

Bei den Antworten auf die Frage, ob die Beschlüsse des G7-Gipfels tatsächlich dazu beitragen können, die Ursachen weltweiter Ungleichheit zu bekämpfen, sieht es noch düsterer aus. 

Mit »Eher nein« antworteten in diesem Fall 46,9 % der TeilnehmerInnen deutschlandweit. Noch drastischer, nämlich mit »Nein, auf keinen Fall« antworteten 35,1 % der TeilnehmerInnen. WählerInnen der Linkspartei und WählerInnen der AfD entschieden sich dabei noch häufiger für eine negative Antwort als WählerInnen anderer Parteien. Sie vergaben nämlich 52,7 %, respektive 60,7 % ihrer Stimmen auf »Nein, auf keinen Fall«. Etwas positiver gestimmt sind erneut die TeilnehmerInnen, die sich noch in der Ausbildung befinden. Immerhin 10,9 % der Befragten konnten sich hier für eine Antwort zwischen »Ja, auf jeden Fall« und »Eher ja« durchringen. 28 % sind noch unentschieden und lassen den Gipfel mit seinen Beschlüssen erst einmal auf sich zukommen. 

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So oder so, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Giuseppe Conte (falls er teilnimmt), Shinzō Abe, Justin Trudeau, Boris Johnson, Donald Trump und Jean-Claude Juncker werden einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen, um das Treffen in Biarritz mehr wie eine globale Feuerwehr und weniger wie einen imperialen Stammtisch erscheinen zu lassen. 

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Dieses Video macht Politiker zu Superheld und Superheldinnen

Das informelle Treffen der 7 Staatsoberhäupter der 7 einflussreichsten Industrienationen (plus der EU) steht immer unter einem weltbewegenden Motto. Dieses Jahr haben sich die PolitikerInnen nichts anderes vorgenommen, als gegen Ungleichheit in der Welt vorzugehen. Ob sie diese Heldentat letztlich umsetzen werden, fragt sich auch dieses Video.

 

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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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