Kaizen: Führt uns der 1-Minuten-Trick zum Erfolg?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Jude Beck auf Unsplash
So funktioniert Kaizen, der 1-Minute-Trick

Braucht es wirklich nur eine Minute, um den eigenen Schweinehund langfristig zu überwinden? Mit diesem verblüffend einfachen Trick, namens »Kaizen«, soll es tatsächlich funktionieren.

 

Im Laufe eines Lebens gibt es viele kleine und große Ziele, die wir uns stecken. Bei den meisten Menschen steht vermutlich eine gesündere Ernährung, mehr Sport, mehr Zeit mit der Familie oder größere Sparsamkeit auf der Wunschliste. Doch wir alle kennen auch die Ausreden, wenn wir es anstatt dreimal eben nur einmal in der Woche zum Sport schaffen (wenn überhaupt!) oder aus einem Stück Schokolade mal wieder die ganze Tafel wurde. Doch um derartige »Rückschläge« zu vermeiden, braucht es angeblich nur einen einzigen Trick – und der heißt »Kaizen«.

»Kaizen« bedeutet »Veränderung zum Besseren«

Der japanische Begriff bedeutet übersetzt so viel wie »Veränderung zum Besseren«. Um diese Veränderung hervorzurufen, sollen wir laut Kaizen ganze 66 Tage hintereinander genau eine Minute aufwenden, um ein neues Ziel zu erreichen. Denn nach genau 66 Tagen haben wir neue Dinge angeblich so sehr in uns verankert, dass sie uns nicht mehr schwerfallen und zu einer Art Routine geworden sind – eine Routine, die dann sogar als Bereicherung empfunden wird. 

1-Minuten-Trick: Wir tricksen uns selber aus

Das mit den 66 Tagen klingt logisch, aber was soll die eine Minute täglich bringen? Die japanische Lebensphilosophie beschreibt mehrere Gründe und Annahmen, warum uns das helfen soll. Zum einen gibt es bei einer Minute absolut keine Ausreden – so viel Zeit hat einfach jede*r. Zum anderen soll so auch der innere Schweinehund überlistet werden.

Sich eine Minute mit einer Fremdsprache auseinandersetzen? Klar, warum nicht. Weiterhin geht Kaizen davon aus, dass sich schon nach kurzer Zeit derartig positive Gefühle einstellen, dass wir von ganz allein bereit dazu sind, auch mehr als eine Minute in die neue Tätigkeit oder Fähigkeit zu investieren. Zudem vermeiden wir, dass wir uns zu schnell und zu intensiv in ein Projekt stürzen – in solchen Fällen ist der Anspruch an die spür- und sichtbaren Erfolge besonders hoch. Bleiben diese aus, geben wir schneller auf. 

Kaizen: Kann nicht auf alles angewendet werden, aber…

Der 1-Minuten-Trick ist dabei sicherlich nicht für alle Vorhaben hilfreich. Wer in Zukunft häufiger oder gesünder kochen möchte, kann sich natürlich nicht nur eine Minute am Tag mit dem Vorhaben beschäftigen. Allerdings bedeutet der Grundgedanke von »Kaizen« auch, sich mit kleinen Schritten einem Ziel zu nähern. Wer vorerst einmal in der Woche gesund kocht, könnte sich das Ziel setzen, anschließend zweimal die Woche gesund zu essen und so weiter. Und auch für Menschen, die künftig nicht mehr rauchen möchten, reicht es natürlich nicht aus, eine Minute täglich auf ihr Laster zu verzichten. 

 

Doch wer erst einmal neun anstatt zehn Zigaretten täglich raucht, hat mit der Veränderung bereits begonnen. Bei sportlichen Herausforderungen könnte der 1-Minute-Trick allerdings sehr hilfreich sein. Die Leistungssteigerung, die die tägliche Übung nach den 66 Tagen mit sich bringt, wird vermutlich zu einem noch höheren Ziel ermutigen. Ob dieser Trick eine völlige Bewusstseinsveränderung mit sich bringt, muss jede*r für sich selbst herausfinden. Feststeht jedoch, dass Erfolge motivieren und für ein gesteigertes Selbstbewusstsein sorgen können. Und vielleicht bietet »Kaizen« in diesem Fall die perfekte Grundlage.  

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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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