Einzigartige Weihnachtstraditionen auf der ganzen Welt

Words by Arzu Gül
Photography: Roberto Nickson via Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Weihnachtstraditionen Frau packt Geschenk aus

Es gibt wohl mehr unterschiedliche Weihnachtstraditionen als Länder. Wir haben uns auf dem Globus umgesehen und stellen sieben einzigartige Bräuche vor.

 

Jedes Jahr an Weihnachten feiern viele Familien ein traditionelles Fest: mit einem leuchtend geschmückten Weihnachtsbaum, Geschenken an Heiligabend und einem aufwendig zubereiteten Braten. Während in Deutschland der 24.12. und der erste und zweite Weihnachtstag den Mittelpunkt der Sitten und Bräuche darstellen, beginnen die Feierlichkeiten in anderen Ländern schon früher oder sogar erst im Januar. Hinzu kommen unterschiedlichste Traditionen: Von kurios über romantisch bis hin zu imposant – wir stellen heute einige der ungewöhnlichsten Weihnachtsbräuche aus der ganzen Welt vor.

Weihnachtslotterie in Spanien

»El Gordo« (zu Deutsch »Der Dicke«) nennt sich die größte Lotterie der Welt, die jedes Jahr Gewinne in Milliardenhöhe ausschüttet. Damit ist die spanische Lotterie die höchstdotierte auf der ganzen Welt. In Spanien stellt die Teilnahme an der Lotterie eine feste Weihnachtstradition dar. Fast jede*r besitzt ein Los. Am 22. Dezember kommen dann Familie und Freunde zusammen und verfolgen gebannt die Ziehung und Verkündung der Lottozahlen, die in der Regel von 22 Schulkindern vorgesungen werden. Im Gegensatz zu anderen Lotterien stehen bei El Gordo die Gewinnchancen ziemlich gut. Zum Vergleich: Die Chance auf den Jackpot liegt bei 1 zu 100.000, während die hierzulande bekannte Lotterie »6 aus 49« eine Chance von nur 1 zu 140 Millionen aufweist. Das kann sich sehen lassen, oder?

Besen verstecken in Norwegen

Wer in Norwegen an Heiligabend mit Keksen und Kuchen krümelt, der wird Mühe haben, einen Besen zu finden, um sein Malheur zu beseitigen. Laut einem Aberglauben kehren nämlich Hexen und böse Geister an Heiligabend auf die Erde zurück und stehlen alle Besen, um darauf durch die Straßen zu fliegen und Unfug zu treiben. Das will natürlich verhindert werden. Deshalb werden rechtzeitig vor Weihnachten alle Besen und ähnliche Putzutensilien gut versteckt, sodass die Familien ganz in Ruhe ihr Weihnachtsfest genießen können. 

Besuch von Väterchen Frost in Russland

View this post on Instagram

Будем искать подарки? Ну конечно! ⠀ Дед Мороз может спрятать подарки под ёлку, а может принести с собой в мешке 🎁 Но это не важно, ведь самое главное для ребенка - это получить свой подарок от Деда Мороза и Снегурочки! Ведь только волшебник знает, какое желание было написано в письме ☝️ ⠀ Хотите сделать сказку для вашего ребенка? Пишите в личные сообщения или звоните, чтобы забронировать сказку на дом ✨ ⠀ #winter #зима #зимавгороде #новыйгод #праздниккнамприходит #сновымгодом #праздничноенастроение #елкадлядетей #новогодняяелка #сказка #дедморозиснегурочкаЛипецк #снегурочка #дедморозЛипецк #dedmoroz #сказочнаязима #подарокдляребенка #дедморозиснегурочканадомЛипецк #дедморознадомЛипецк #сказкавдомЛипецк

A post shared by Дед мороз и снегурочка (@ded_moroz_lip) on

In Russland bringt nicht der klassische Weihnachtsmann die Geschenke, sondern »Ded Moroz«, auch Väterchen Frost genannt. Mit dabei ist seine Enkelin »Snegurotschka«, das Schneemädchen, die gemeinsam mit ihm auf einem Schlitten kommt und beim Geschenkeverteilen hilft. Dies geschieht aber nicht wie bei uns am 24.12., sondern je nach Region am 31.12., zu Neujahr oder erst am 6. Januar zum Fest der Heiligen Drei Könige. Väterchen Frost hat aber noch eine andere Funktion: Mit seinem magischen Zepter lässt er alles gefrieren, bringt Schnee und Kälte in das Land und steht damit auch symbolisch für den Einbruch des kalten Winters.

Mit Rollschuhen in die Kirche in Venezuela 

View this post on Instagram

#basarnavideño #patinata #ipsfa

A post shared by Lobos RRA (@clubdepatinajelobosrra) on

In Caracas, Venezuela, findet eine wahrlich kuriose Tradition statt: Jedes Jahr rollen die Menschen mit Rollschuhen zur weihnachtlichen Messe in die Kirche. Woher diese Tradition stammt oder warum sie ausgeübt wird, ist keinem so richtig bekannt. Durchgesetzt hat sie sich aber trotzdem: Ganze Straßen werden gesperrt, damit Erwachsene und Kinder gleichermaßen auf ihren Rollschuhen ungestört zur Kirche fahren können. 

Freche Weihnachtstrolle in Island

View this post on Instagram

Today the second of the thirteen Jólasveinar arrives down from the mountains. They bring gifts with them to put in the shoe that each Icelandic child has put on their window sill. Icelandic children are lucky as they get a gift from each of the 13 Jólasveinar for thirteen days before Christmas, that is of course if they have been good...if they have been bad they get a rotten potato. In the second photo are there parents Grýla and Lepalúði and in the third their pet cat. I shall spare you their story as it is not pretty...it has to do with their diet of naughty children...oops! I just spilled the beans. 😂 Icelandic children have been very good lately, which of course has kept the Jólasveinar busy and their parents and pet cat very hungry. #jólasveinar #jólaskraut #moaromigboyles

A post shared by Mo’a (@moaromigboyles) on

In Island gibt es sage und schreibe 13 Weihnachtsmänner oder besser gesagt: Trolle. Ihre Mutter ist die jahrhundertealte Troll-Frau Grýla, und die lässt ihre Söhne nur einmal im Jahr, ab dem 12. Dezember, aus dem Haus. Dann machen sich die kleinen Trolle auf den Weg, um allerlei Unfug zu treiben, kleine Streiche zu spielen und Essen aus den Häusern zu stibitzen. Artige Kinder dürfen sich aber auch auf kleine Geschenke und Leckereien freuen, die jeder der Trolle an einem der Tage mitbringt. War das Kind jedoch unartig, findet es eine alte Kartoffel im Schuh. Am 24. Dezember, wenn die Weihnachtsglocken läuten, ist der große Streich aber vorbei. Die Trolle verabschieden sich dann wieder bis zum nächsten Jahr.

Apfelorakel in Tschechien

In Tschechien haben Äpfel eine besondere Bedeutung: Jedes Jahr zu Weihnachten und Neujahr werden dort Äpfel halbiert, um an ihrem Kerngehäuse das Schicksal abzulesen. Sind die Kerne in Sternform angeordnet, verheißt das Glück. Bilden sie jedoch ein Kreuz, droht Unheil. Andere Familien vertrauen beim Ausblick auf das neue Jahr hingegen auf das Bleigießen, das auch hierzulande oft an Silvester ausgeübt wird. 

Laternen-Festival auf den Philippinen 

Die Weihnachtsfeierlichkeiten auf den Philippinen gehören zu den längsten und aufwendigsten der Welt. Vom 1. September bis zum 9. Januar dauert der Weihnachtszauber, und überall ist es festlich dekoriert. In jedem Haus findet sich ein »Parol« – eine sternenförmige Laterne, die den Stern repräsentiert, der die Heiligen Drei Könige zur Krippe Jesu geleitet hat. Den Höhepunkt der Festlichkeiten bildet das Riesenlaternenfest in der Stadt San Fernando, das jährlich zu Weihnachten stattfindet. Dort stellen kreative Bastler ihre imposanten Kreationen vor und werden in einem Wettbewerb ausgezeichnet. Danach werden die Riesenlaternen etwa zwei Wochen lang an verschiedenen Orten in der Stadt ausgestellt und ziehen Hunderttausende Besucher aus dem In‑ und Ausland an.

Dazu Passend

Himmlisch! So sieht das perfekte Weihnachtsmenü aus

Was gibt es Schöneres, als zur Weihnachtszeit so richtig zu schlemmen? Richtig: Bei der Zubereitung nicht in Stress zu geraten. Deshalb hier, zur frühzeitigen und deshalb entspannten Planung, unser Vorschlag für ein unkompliziertes dreigängiges Weihnachtsdinner von »Einfach Hausgemacht«.

Share:

Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

Kommentieren