Werden einheitliche Ladekabel verpflichtend?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Steve Johnson auf Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Für jedes Gerät ein anderes Ladekabel? Das soll sich bald ändern.

Für jedes technische Gerät ein anderes Ladekabel? Das möchten EU-Parlament und EU-Kommission künftig verhindern. Ein Gesetz soll für eine Vereinheitlichung sorgen. 

In Europa soll es schon bald einen einheitlichen Standard für Ladebuchsen geben. Mit der Idee und deren Umsetzung beschäftigt sich aktuell das Europaparlament und die EU-Kommission. Das Ziel sei es, für mehr Kompatibilität zu sorgen und VerbraucherInnen durch die Vereinheitlichung von Ladesystemen das Leben zu erleichtern. Denn bisher haben noch immer viele Laptops, Handys, Tablets und Co. unterschiedliche Ladebuchsen. Ob zu Hause oder auf Reisen: Geladen werden kann das jeweilige Gerät nur mit dem passenden Anschluss. 

Einheitliche Ladekabel wurden bereits vor über 10 Jahren diskutiert

Dass dieses Thema in Brüssel aktuell wieder auf dem Tisch liegt, ist wenig verwunderlich. Bereits vor mehr als zehn Jahren wurde darüber diskutiert, ob es wirklich für jedes technische Gerät auch einen anderen Anschluss und somit auch ein anderes Ladekabel geben muss. Was sich seither bereits verbessert hat: Damals war es noch gang und gäbe, dass Handys unterschiedlicher Hersteller über unterschiedliche Ladebuchsen verfügten und somit nicht kompatibel waren. Außerdem war das Kabel fest mit dem Ladegerät verbunden. Aufgrund einer Selbstverpflichtung der Industrie ist das heute zum Glück bereits anders. Und so lassen sich auch schon die meisten Handys, aber auch kabellose Kopfhörer und E-Reader, mit ein und demselben Ladekabel laden. Doch eben noch nicht alle. 

Einheitliche Ladekabel: Keine Garantie für den Schutz der Umwelt? 

Apple beispielsweise verwendet beim iPhone, beim iPod Touch und bei den meisten iPad-Modellen den hauseigenen Lightning-Anschluss. Und beim iPad Pro oder den Macbook-Laptops setzt das Unternehmen auf USB-C. Und das soll sich, wenn es nach Apple geht, auch so schnell nicht ändern. Das Unternehmen verweist auf einen eher negativen Effekt auf die Umwelt, sollten das EU-Parlament und die EU-Kommission ihr Vorhaben gesetzlich durchbringen. Denn dann, so ist man sich bei Apple sicher, würde eine »beispiellose Menge Elektroschrott« entstehen. »Wir hoffen, dass die Kommission weiterhin nach einer Lösung suchen wird, die nicht die Möglichkeiten der Industrie einschränkt, den Verbrauchern Innovationen und neue Technologien anzubieten«, heißt es. Das am Ende wirklich so viel Elektroschrott entstehen wird wie vermutet, muss an dieser Stelle jedoch kritisch hinterfragt werden. Da aktuell bereits viele Geräte mit ein und demselben Ladekabel aufgeladen werden können, würde das ja bedeuten, dass bei einem Geräteaustausch (Handy, Tablet oder E-Reader) erst gar kein neues Ladegerät mitgeliefert werden müsste. KundInnen könnten ab sofort nach Bedarf ihre Kabel nachkaufen. Auch wer ein aktuelles MacBook zu Hause hat, muss erst einmal nichts entsorgen, sondern  kann die passenden Lademöglichkeiten ja weiterhin nutzen. 

Wie eine Sprecherin der EU-Kommission mitteilte, soll es in den kommenden Monaten einen Gesetzesvorschlag zur Vereinheitlichung der Ladesysteme geben. Ob dieser durchkommt und tatsächlich umgesetzt wird, wird sich vielleicht schon Ende dieses Jahres zeigen. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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