Dürre in Deutschland: Wetterdienst warnt vor Wetterextremen

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Johannes Plenio auf Unsplash
Wetterextreme werden laut dem Deutschen Wetterdienst immer wahrscheinlicher

Die Temperaturen steigen, die Sonnenstunden werden mehr, und die Niederschläge gehen weiter zurück. Nach den letzten viel zu warmen Monaten müssen wir uns laut des Deutschen Wetterdienstes auch künftig auf Wetterextreme einstellen.

 

Im Grunde war es doch toll: Im Jahr 2018 schien die Sonne so häufig wie noch nie zuvor, die Temperaturen erreichten überdurchschnittliche Werte und sogar zehn von zwölf Monaten waren so regenarm, wie noch nie. Die meisten Menschen verbrachten ihre Zeit im Freien und erinnern sich gern an die zahlreichen warmen Tage zurück. 

Das Wetter: heiß und trocken

Bei seiner jährlichen Pressekonferenz zum Klima in Deutschland erinnerte der Deutsche Wetterdienst (DWD) allerdings auch noch einmal an die negativen Auswirkungen. Ziemlich besorgniserregend lässt sich feststellen, dass es, seit im Jahr 1881 mit den Wetteraufzeichnungen begonnen wurde, bisher nur drei Jahre gab, in denen es noch trockener war als 2018. Zu den ausbleibenden Regentagen kommt außerdem hinzu, dass es sich mit durchschnittlich 10,5 Grad um das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen handelte. Zu der konkreten Niederschlagsmenge erklärte der DWD, dass im Flächenmittel eine Niederschlagsmenge von 586 Litern pro Quadratmeter gemessen wurde – genau 200 Liter weniger als der durch Messungen zuvor ermittelte Durchschnitt. 

Landwirtinnen & Landwirte sollen rechtzeitig gewarnt werden

Die Folge war eine große Dürre, die in vielen Regionen die Ernten ruinierte und Wälder und Felder zum Brennen brachte. Die Landwirtschaft ist es, die laut DWD am meisten unter den Wetterextremen zu leiden hat. Vor allem die Ernten von Getreide und Feldfrüchten seien zuletzt bedenklich niedriger ausgefallen.

Damit sich Landwirtinnen und Landwirte künftig besser auf die Trockenheitsperioden vorbereiten können, stellte der Deutsche Wetterdienst zuletzt außerdem eine Methode vor, um langfristige Vorhersagen genauer treffen zu können. Für den Anbau ist es besonders wichtig zu wissen, wie hoch der Anteil des in der Erde gespeicherten Wassers ist. Diese sogenannte Bodenfeuchte soll daher nun regelmäßig erfasst werden, um früh genug vor einer bevorstehenden Dürre warnen zu können. Doch geben uns diese Vorhersagen allenfalls einen Vorsprung von wenigen Wochen. Ob das künftig helfen kann, die Ernten zu retten?

 

Dürre in Deutschland 

Keine Frage, die Temperaturen werden auch in den kommenden Jahren immer weiter ansteigen, und obwohl wir bereits 2018 ein absolutes Hoch an ausbleibenden Regentagen erlebt haben, könnten die Trockenperioden künftig sogar noch dramatischer ausfallen. »Solche Wetterextreme werden mit dem Klimawandel immer wahrscheinlicher. Wir müssen künftig häufiger, wenn nicht gar in regelmäßigen Abständen, mit Dürre in Deutschland rechnen«, so Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes.

Umfrage

Was ist Civey?

Share:
Tags
Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

Kommentieren