Der Mauerfall am 9. November 1989

08.11.2018
Words by Jana Ahrens
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Am 9. November 1989 wurde die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland offiziell geöffnet. Doch der 9. November ist schon lange ein Schicksalstag in der deutschen Geschichte. Für alle, die wissen möchten, was noch so über die Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts am 9. November passiert ist, geht es hier entlang. Doch wie kam es zur Grenzöffnung 1989?

Mai 1989

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Bildquelle: Bundesarchiv/ Wolfgang Thieme

Im Mai des Jahres 1989 gibt es in der DDR unerwartet viel und überraschend öffentlichen Protest gegen die staatliche Wahlfälschung bei den Kommunalwahlen. Protestdemonstrationen organisieren sich ab jetzt bewegungsübergreifend. Viele von ihnen sind christliche Gruppen. Es folgen zahlreiche Verhaftungen und Auseinandersetzungen mit der Staatssicherheit. Parallel sorgen Reformen in Ungarn für eine Lockerung der Abschottung gegen den Westen. So nutzen viele DDR-Bürger die Sommerferien des Jahres 1989, um über Ungarn nach Österreich in den Westen zu fliehen. Daraufhin stoppt die DDR-Regierung Reisegenehmigungen nach Ungarn. Doch die DDR-Bürger geben nicht auf und fliehen auf die Grundstücke der bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau.

September 1989

https://de.wikipedia.org/wiki/Paneurop%C3%A4isches_Picknick#/media/File:Paneuro01.jpg
Bildquelle: Wikipedia

Der Andrang ist so groß, dass sich die hygienischen Bedingungen bald soweit verschlechtern, dass auf den Grundstücken Seuchengefahr besteht. Daraufhin erklärt sich Erich Honecker bereit, die Flüchtenden ausreisen zu lassen. Bis zum 3. Oktober fliehen auf diesem Weg über 10.000 Menschen aus der DDR. Daraufhin wird auch die Grenze zwischen der DRR und der ČSSR abgeriegelt. Die nun an der Grenze abgewiesenen Ausreisewilligen kehren nach Dresden zurück, und es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Inzwischen haben sich auch regimekritische Bleibewillige den Protesten angeschlossen. Die Ausreiseaktivitäten und die Demonstrationsbereitschaft sorgen bei den Regierungsverantwortlichen bald für Überforderung. So können sich immer mehr politisch-oppositionelle Verbände formieren, ohne dass die Regierung einschreitet.

Oktober 1989

https://de.wikipedia.org/wiki/Wende_und_friedliche_Revolution_in_der_DDR#/media/File:Leipzig_-_Br%C3%BChl_-_Br%C3%BChl_Arkade_02_ies.jpg
Bildquelle: Bundesarchiv

Die Sorge, die Regierung könne auf eine militärische Lösung zurückgreifen, steigt konstant. Besonders als sich am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR-Gründung, ein Protestmarsch mit mehr als 3000 Teilnehmern auf den Weg zum Berliner Palast der Republik macht. Die Staatsorgane greifen hier gewaltsam durch. Zum Schusswaffengebrauch kommt es glücklicherweise nicht. Ab jetzt liegt der Fokus der Proteste auf Demonstrationen außerhalb der Hauptstadt. In Leipzig werden die Sicherheitskräfte von der schieren Menge der Demonstrierenden überrollt. Das Gleiche geschieht in Plauen.

November 1989

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Bildquelle: Bundesarchiv

Am 4. November kommt es schließlich in Berlin zur größten Demonstration mit mehr als 500.000 Menschen. Zu diesem Zeitpunkt ist der SED-Machtapparat bereits größtenteils aus den Fugen geraten. Erst wird die Einreise in die ČSSR wieder möglich gemacht, dann wird die Öffnung der tschechoslowakischen Grenze gen BRD ermöglicht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 wird die innerdeutsche Grenze auf ganzer Strecke geöffnet. Die friedliche Revolution in der DDR hat hiermit das Ziel der Wende erreicht.

Was ist in den Jahren zuvor am 9. November passiert? Das haben wir hier zusammengefasst.

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Jana Ahrens

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Bis 2013 hat sie als Modedesignerin gearbeitet. Seitdem widmet sie sich dem Schreiben. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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