Depressionen: Immer mehr Kinder & Jugendliche betroffen

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Anthony Tran auf Unsplash
Depressionen bei Kindern & Jugendlichen treten immer häufiger auf

Immer mehr Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren leiden unter Depressionen. Laut einem Bericht der Barmer Krankenkasse, der dem Norddeutschen Rundfunk exklusiv vorliegt, hat sich die Zahl der Betroffenen zwischen 2005 und 2017 mehr als verdoppelt.

 

Psychischer Stress, der unter anderem mit einem gesteigerten und anhaltenden Leistungsdruck, zu hohen Erwartungen, Bewegungsmangel und zu wenigen Pausen in Verbindung gebracht wird, kann nicht nur für erwachsene Menschen zu einer großen Belastung werden. Auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend davon betroffen. Vor allem im Alter zwischen 10 und 18 Jahren kam es innerhalb weniger Jahre zu einem enormen Anstieg der Depressionsdiagnosen in Deutschland. So waren es im Jahr 2014 noch etwa 2,18 Prozent und 2017 bereits 2,79 Prozent der jungen PatientInnen, bei denen eine Depression festgestellt werden konnte, heißt es in einer Pressemitteilung des NDR. 

In absoluten Zahlen heißt das, dass im Jahr 2017 mehr als 193.000 Kinder und Jugendliche mit der Krankheit zu kämpfen hatten. Mädchen (127.672 Diagnosen) sind dabei fast doppelt so häufig betroffen wie Jungen (65.615 Diagnosen). 

Im Jahr 2017 hatten mehr als 193.000 Kinder und Jugendliche mit der Krankheit zu kämpfen.

Depressionen: Gründe für den Anstieg

Wie Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Michael Schulte-Markwort vom Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg erklärt, seien die Gründe für den Anstieg vielfältig. In den meisten Fällen seien Mädchen und Jungen allerdings einem großen Druck in Schule und Familie ausgesetzt. »Manchmal sagen mir auch schon Neunjährige in der vierten Klasse, wenn ich den Überstieg ins Gymnasium nicht schaffe, ist mein Leben gelaufen. Jugendliche heute wachsen mit dem Gefühl auf, dass sie den Lebensstandard ihrer Eltern unter Umständen nicht halten werden können. Das war in früheren Zeiten anders.«

 

Deshalb ist es besonders wichtig, die Situation rechtzeitig zu deuten, unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen und den Kindern einen Großteil der Last von den Schultern zu nehmen. So kann es unter anderem helfen, für regelmäßige Pausen zu sorgen, bei Schulaufgaben so gut es geht zu unterstützen, regelmäßig gemeinsam mit den Kindern an die frische Luft zu gehen, auf ausreichend Bewegung und Schlaf zu achten sowie für eine gesunde Ernährung zu sorgen. 

Weitere Infos, Links und Hilfe gibt es hier:

 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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