Supermarkt führt Einkaufszeiten für ältere Menschen ein

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Todd Cravens auf Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Um ältere Menschen zu schützen, führt eine Supermarkt-Kette nun gesonderte Öffnungszeiten ein

Um ältere Menschen vor dem Coronavirus zu schützen, führt die australische Supermarkt-Kette Woolworth Öffnungszeiten für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen ein. Ein Konzept, das auch in Deutschland funktionieren könnte.

Damit sich möglichst wenige Menschen mit dem neuartigen Coronavirus COVID-19 anstecken, wurden in den letzten Tagen zahlreiche Maßnahmen getroffen. Besonders gefährlich könnte eine Infektion dabei für Ältere und für Menschen mit (chronischen) Vorerkrankungen sein. Um eine Ansteckung speziell bei diesen Personengruppen zu vermeiden, ist in der Bevölkerung eine Welle der Solidarität losgetreten. Immer mehr Menschen zeigen sich hilfsbereit, indem sie Einkäufe oder sonstige Besorgungen übernehmen.

Was auch dazu gehört: soziale Kontakte weitestgehend zu vermeiden. Der Hashtag #StayTheFuckHome (deutsch: »Bleibt verdammt noch mal zu Hause!«) ist bereits zu einer richtigen Bewegung geworden. Denn nur, indem die Menschen so wenig Kontakt untereinander haben wie möglich, können wir die gegenseitige Ansteckung wirklich eindämmen. Notwendige Wege zur Arbeit und zum Supermarkt müssen zwar weiterhin sein, aber alles, was darüber hinausgeht, sollte im Moment unterbleiben.

Woolworth führt spezielle Einkaufszeiten ein

Um die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen, geht auch die australische Supermarkt-Kette Woolworth mit gutem Beispiel voran. In nächster Zeit werden von 7 bis 8 Uhr nur Menschen die Läden betreten dürfen, die einen Rentner- oder Behindertenausweis vorzeigen. Mit dieser Maßnahme soll sichergestellt werden, dass die gesunden, aber gefährdeten Menschen mit möglichst wenig anderen Menschen in Kontakt kommen. Zudem verspricht das Supermarkt-Management, vor allem in den frühen Morgenstunden alle Regale aufgefüllt zu haben, damit niemand das Gefühl bekommt, Hamstereinkäufe tätigen zu müssen. In einem offiziellen Statement von Woolworth heißt es dazu:

»Diese Maßnahme wurde durch die beispiellose Nachfrage in sämtlichen Supermärkten ausgelöst, bei der viele ältere und schutzbedürftige Menschen wichtige Dinge nicht mehr erhalten haben, die sie möglicherweise benötigen. Diese vorübergehende Maßnahme gibt gefährdeten Personen die Möglichkeit, vor der offiziellen Öffnung der Läden einzukaufen. So soll gewährleistet werden, dass sie in einer weniger überfüllten Umgebung auch wirklich alle Artikel erhalten, die sie dringend benötigen.«

Coronavirus: Alle bisher getroffenen Maßnahmen sind außerordentlich notwendig

Ab 8 Uhr haben dann auch wieder andere KundInnen Zutritt, um sich versorgen zu können. Ein Konzept, das wir uns auch für deutsche Supermärkte vorstellen könnten. 

Inzwischen wurde die Gefahr, sich in Deutschland mit dem Coronavirus anzustecken, vom Robert-Koch-Institut auf »hoch« eingestuft. Alle aktuell getroffenen Maßnahmen können dafür sorgen, dass sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt, was uns die Zeit verschaffen soll, die wir nun dringend brauchen. So erklärte Lothar Wieler, Präsident des RKI, gerade: »Ohne die nun getroffenen Maßnahmen könnte es schon in wenigen Monaten mehrere Millionen infizierte Personen in Deutschland geben.«

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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