Coronavirus: Jetzt drohen Strafen für Fake News

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Elijah O’donnell auf Unsplash
Lesezeit: 1 Minute
Fake News in Zeiten der Coronakrise sollen künftig bestraft werden

In der aktuellen Coronakrise machen immer mehr Falschmeldungen die Runde. Wer derartige Fake News verbreitet, wird in Zukunft vielleicht sogar mit Strafen rechnen müssen. 

Durch die Verbreitung von Fake News wurden in den letzten Tagen zusätzliche Ängste in der Bevölkerung geschürt. So verbreitete sich unter anderem über sämtliche Social-Media-Kanäle die Nachricht, dass Ibuprofen das Risiko erhöhe, an COVID-19 zu erkranken. Ebenfalls für Verunsicherung sorgte die Information, dass einige Supermärkte künftig nur noch zweimal die Woche für wenige Stunden geöffnet hätten. Doch diese oder ähnliche Meldungen sind falsch! Warum und von wem sie in die Welt gesetzt wurden, ist aktuell unklar. 

Coronavirus: Boris Pistorius fordert Strafen für Fake-News-Verbreitung

Um die Welle an Fake News einzudämmen, fordert der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) ein strenges Vorgehen gegen deren unkontrollierte Verbreitung und im Besonderen gegen Personen, die derartige Nachrichten streuen. »Fake News zur Versorgungslage in Zeiten der Coronakrise sind brandgefährlich«, sagte Pistorius dem SPIEGEL. »Sie können Panik, Hamsterkäufe und Konflikte auslösen und sind daher auf das Schärfste zu verurteilen. Daher müssen wir mit Bußgeldern oder sogar Strafandrohungen abschrecken.« 

Boris Pistorius: Fake News müssen verboten werden!

Damit derartige Bußgelder und Strafandrohungen schon bald greifen, müsste es zu einer Gesetzesänderung kommen. Daher wandte sich Pistorius nun mahnend an die Bundesregierung, um schnellstmöglich eine Lösung für das Problem zu finden: »Ich bitte daher den Bund, koordinierend tätig zu werden und entweder Möglichkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz aufzuzeigen oder schnellstmöglich das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten beziehungsweise das Strafgesetzbuch anzupassen«, sagte der SPD-Politiker. Und weiter: »Es muss verboten werden, öffentlich unwahre Behauptungen die Versorgungslage der Bevölkerung, die medizinische Versorgung oder Ursache, Ansteckungswege, Diagnose und Therapie von COVID-19 betreffend zu verbreiten.«

Wie schnell ein Verbot in der aktuellen Krisenlage umgesetzt werden kann, ist schwer zu sagen. Alle Kräfte bündeln sich gerade darauf, die Verbreitung des Virus einzudämmen und auch eine zweite Flüchtlingskrise zu vermeiden. Auf jeden Fall steht fest, dass Fake News besonders in der gegenwärtigen Situation großen Schaden anrichten können. Schlimm genug, dass es überhaupt nötig ist, über derartige Strafmaßnahmen nachzudenken – man sollte meinen, auch die letzten SkeptikerInnen hätten inzwischen begriffen, dass die Lage ernst ist und wir alle an einem Strang ziehen sollten. Man kann nur an jede*n Einzelne*n appellieren, Ruhe zu bewahren und vor dem Teilen solcher Nachrichten lieber zweimal zu schauen, was es wirklich mit ihnen auf sich hat.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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