Corona-Quarantäne: Wie du die Einsamkeit überstehst

Words by Arzu Gül
Photography: Jacob Mejicanos via Unsplash
Lesezeit: 4 Minuten
Frau hinter Glaswand - Corona Quarantäne

Angesichts der Coronakrise befinden sich Menschen in ganz Deutschland in Isolation. Für viele eine gänzlich neue Situation, mit der es zurechtzukommen gilt. Wir erklären, wie wir diese Zeit überstehen und wofür wir sie jetzt nutzen sollten. 

In Ländern wie Spanien und Italien ist bereits eine staatliche Ausgangssperre verhängt worden. BürgerInnen dürfen ihr Haus nur noch verlassen, um lebensnotwendige Einkäufe zu erledigen, ÄrztInnen oder Apotheken aufzusuchen oder bedürftige Familienmitglieder zu versorgen. Ansonsten gilt: Jede(r) bleibt fürs Erste zu Hause, soziale Kontakte und Aktivitäten des öffentlichen Lebens sind verboten. Auch in Deutschland spitzt sich die Lage zu. Seit Montagmorgen sind in einigen Bundesländern – zum Beispiel in Hamburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen – alle Freizeitaktivitäten gestrichen. Museen, Kinos, Fitnessstudios, Bibliotheken, Bars, Clubs und Theater sind bis auf Weiteres geschlossen. Restaurants müssen einen Mindestabstand von 1,5 Metern pro Tisch einhalten – ansonsten müssen auch sie den Betrieb mit sofortiger Wirkung einstellen. Drastische Maßnahmen, welche die Ausbreitung des Corona-Virus nach Möglichkeit verlangsamen sollen. 

Kommt bald die Ausgangssperre?

Noch ist in Deutschland keine Ausgangssperre verhängt worden. Sofern sich der Virus aber weiterhin ausbreitet und die Menschen die empfohlene Isolation nicht ernst nehmen, dürfte auch dieser Schritt nicht mehr fern sein. ExpertInnen gehen davon aus, dass sich zwei Drittel der Deutschen früher oder später mit dem Virus infizieren werden. Für 80 Prozent wird die Infektion einen milden Verlauf nehmen, jedoch werden gut 20 Prozent aller Erkrankten ärztliche Hilfe benötigen, 6 Prozent sogar eine intensivmedizinische Betreuung. Wenn der exponentielle Anstieg der Erkrankungen also nicht drastisch verlangsamt wird, wird das gesamte medizinische Versorgungsnetzwerk in Deutschland überlastet und früher oder später einbrechen. Deshalb gilt es nun: zu Hause bleiben, soziale Kontakte vermeiden und höchste Hygienestandards umsetzen!

Was in der Vorstellung aber einfach klingt, wird für viele zur Herausforderung. Zwar wünschen sich viele Menschen, mehr Zeit zu Hause verbringen zu können – wenn diese aber nicht frei gewählt ist, sondern von oben aufgezwungen wird, fühlt man sich in seinem Freiheitsgefühl plötzlich massiv eingeschränkt. Und so wird aus dem vermeintlichen Traum schnell ein wahrgewordener Albtraum. Damit wir die nächsten Wochen bestmöglich überstehen, haben wir hier 8 Tipps zusammengestellt, mit denen man sich selbst bei Laune halten und den Tag sinnvoll füllen kann.

 

1. Sport und Online-Kurse halten uns fit

Fitnessstudios haben vielerorts geschlossen. Es ist aber wichtiger denn je, das Immunsystem zu stärken, fit zu bleiben und nicht der Bewegungslosigkeit zu verfallen. Inzwischen gibt es diverse zahlungspflichtige Online-Sportprogramme, mit denen Fitnessbegeisterte anhand von Trainingsvideos ihre Work-outs zu Hause absolvieren können. Auf YouTube stehen unendlich viele kostenlose Videos zur Verfügung, mit denen Interessierte kurze oder lange Trainingseinheiten absolvieren können. Viele davon ganz ohne Geräte oder Zubehör! 

 

2. Achtsam bleiben, meditieren, Yoga machen

Gerade in kritischen Zeiten brauchen wir mehr Achtsamkeit, Ruhe und Ausgeglichenheit. Geführte Meditationen auf YouTube, Atemübungen oder Yoga-Routinen können dabei helfen, die innere Ruhe zu bewahren, Ängste aufzulösen und positiv zu bleiben. Schon eine halbe Stunde am Tag kann Wunder bewirken!

 

3. Lesen, lesen, lesen

Wer hat nicht Bücher im Regal, die er oder sie schon immer einmal lesen wollte? Nun ist die Zeit dafür vorhanden. Wer Lust hat, kann sich weiterbilden und die Gehirnzellen fit halten. Andere können in spannenden Romanen, Thrillern oder Abenteuergeschichten für ein paar Stunden der Außenwelt entfliehen und abtauchen. Auf Social Media hört man von netten NachbarInnen, die bereits viele ihrer Bücher im Hausflur ausgestellt haben, sodass auch Leute darauf zugreifen können, denen der Lesestoff ausgegangen ist. 

 

4. Aussortieren und spenden!

Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten und die Kommoden sind voll. Wir besitzen mit Sicherheit viele Dinge, die wir nicht mehr nutzen, die anderen aber zugutekommen könnten. Die Zeit der Isolation können wir nutzen, um einmal gründlich auszusortieren und Unbenötigtes an bedürftige Einrichtungen zu spenden. Das Loslassen von altem Hab und Gut schafft nicht nur Platz zu Hause, sondern kann auch nachweislich glücklich machen.

 

5. Vorzeitiger Frühjahrsputz

 

Der Frühling steht vor der Tür und damit auch der hierzulande beliebte Frühjahrsputz. Warum die Zeit jetzt nicht nutzen, mal so richtig aufzuräumen? Raum für Raum können wir uns durch das Heim putzen, endlich mal wieder die Fenster wischen, Unnötiges ausmisten und die Winterdeko einpacken. In einem sauberen und gemütlichen Heim lässt es sich ohnehin viel besser aushalten. 

 

6. Podcasts hören

 

Wer keine Leseratte ist und sich stattdessen lieber Dinge anhört, kann auf ein riesiges Angebot an Podcasts zugreifen. Über diverse Podcast-Apps oder beispielsweise den Musikstreaming-Anbieter Spotify können tolle Podcasts mit spannenden Inhalten ganz kostenlos konsumiert werden. Wer außerdem in Bezug auf die neuesten Ereignisse ständig up to date bleiben möchte, kann sich mittels der Podcasts »Lage der Nation« oder »Corona Virus Update« des NDR mit dem Virologen Prof. Christian Drosten informieren.

 

7. Soziale Kontakte über Skype oder Facetime pflegen

 

Soziale Isolation bedeutet nicht, mit niemandem mehr zu sprechen. Ganz im Gegenteil: Genau jetzt haben wir die Möglichkeit, alten FreundInnen und Bekannten zu schreiben und endlich die Personen zu kontaktieren, bei denen wir uns ohnehin schon seit Langem melden wollten. Über Facetime können wir unsere Familienmitglieder und FreundInnen auch täglich per Videoanruf sehen. Der Messengerdienst WhatsApp hat außerdem ein Gruppenanruf-Feature, mit dem bis zu vier Personen gleichzeitig per Videotelefonie miteinander sprechen können. Die digitale Kommunikation ist besonders in dieser Zeit ein regelrechter Segen!

 

8. Ein neues Hobby/eine neue Sprache lernen

 

Es gibt viele tolle Aktivitäten, die wir vielleicht noch gar nicht ausprobiert haben. Musizieren, tanzen, malen, stricken, werkeln. Jetzt ist die Zeit reif für Do-it-yourself-Projekte. Auch neue Sprachen können wir heutzutage ganz einfach über kostenlose Apps oder YouTube-Videos erlernen. Wer etwas findet, das ihm viel Spaß bereitet, wird außerdem merken, dass die Zeit damit im Nu verfliegt.

Obwohl die Isolationsmaßnahmen aktuell bei vielen die Stimmung trüben, sollten wir uns vor Augen führen, dass wir uns eigentlich in einer sehr angenehmen Situation befinden. Zuhause bleiben, Zeit mit der Familie verbringen oder sich um sich selbst kümmern – es gibt definitiv schlimmere Szenarien. Wenn wir auf diese Weise noch das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus vermeiden und ältere und vorerkrankte Hochrisiko-Patienten schützen können, sollte uns die Selbstquarantäne nicht mehr allzu schwer fallen!

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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