Sind Coffee-to-go-Becher aus Bambus schädlich für uns?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Alexandra Gorn auf Unsplash
Sind Bambus-Becher gesundheitsgefährdend?

Coffee-to-go-Becher sind die umweltfreundliche Alternative zu Einwegbechern mit Plastikdeckeln, die nur ein einziges Mal zum Einsatz kommen, bevor sie im Müll landen. Bambus-Becher sind dabei eigentlich eine Möglichkeit, der Umwelt etwas Gutes zu tun – oder vielleicht doch nicht? Experten raten vom Kauf ab. 

 

Ein Kaffee zum Wachwerden auf dem Weg zur Arbeit oder am Nachmittag, um das kleine Tief zu überbrücken, gehört für viele Menschen zum Alltag. Besonders praktisch für unterwegs sind Coffee-to-go-Becher, die sich direkt zu Hause oder unterwegs im Café auffüllen lassen. Nicht nur praktisch, sondern auch stylish können nicht beispielsweise die bekannten Edelstahlbecher sein. Auch Bambusbecher konnten zuletzt immer wieder gesichtet werden. Doch jetzt warnt die Stiftung Warentest und stuft derartige Produkte sogar als gesundheitsgefährdend ein.

Bambusbecher sind weniger umweltfreundlich als gedacht

Bambusbecher werden meist als recycelbar und biologisch abbaubar angepriesen. Doch im Test fielen die meisten durch und zeichneten sich vor allem durch eine hohe Menge an Schadstoffen aus. » »Bambusbecher«, »aus Bambusfasern« oder »dieser Becher wurde aus umwelt­freundlichen Bambusfasern hergestellt«. So steht es auf einigen der getesteten Trinkgefäße. Käufer bekommen den Eindruck, sie würden ein reines Natur­produkt erwerben. Tatsäch­lich bestehen die Coffee-to-go-Becher aus fein zermahlenen Bambusfasern. Doch das Pulver allein ergibt noch keinen Becher«, heißt es. 

Heißer Kaffee setzt Schadstoffe frei

Laut test.de braucht das Bambuspulver Klebstoff, um in Form zu kommen. So konnte in allen getesteten Bechern Melaminharz gefunden werden – ein Kunststoff, der sich aus Formaldehyd und Melamin zusammensetzt. Für sich genommen ist Melaminharz noch nicht gefährlich. Schadstoffe werden erst freigesetzt, wenn es häufiger mit Temperaturen über 70 Grad Celsius in Berührung kommt. Heißt also: Je öfter der Bambusbecher mit heißem Kaffee befüllt wird, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass wir die Giftstoffe über das Getränk zu uns nehmen. Im schlimmsten Fall kann Melamin für Erkrankungen der Blase und Niere verantwortlich sein. Formaldehyd kann zu Reizungen der Haut, Augen und Atemwege führen – außerdem soll es Krebs verursachen.

Im Test gab es dennoch einen Sieger. Der Chicmic Bamboo Cup konnte zumindest halbwegs überzeugen. Alle anderen 11 getesteten Becher erhielten das Urteil »mangelhaft«. Unterm Strich rät die Verbraucherorganisation: »Lassen Sie die Finger von Bambusbechern. Aus mehr als der Hälfte der getesteten Becher gehen sehr hohe Mengen Melamin ins Getränk über. Die übrigen Becher erwecken fast alle mit falschen Werbe­versprechen den Eindruck, mit dem Kauf würden Nutzer ein reines Bambus­produkt erwerben oder der Umwelt einen Dienst erweisen. Verwenden Sie für Heiß­getränke unterwegs Mehr­wegbecher aus anderen Materialien als Bambus.«

Es ist also weiterhin ein Muss, so selten wie möglich auf Einwegbecher zurückzugreifen. Unbedenkliche Materialen für Mehrwegbecher sind Edelstahl oder Porzellan. Und diese sehen mindestens genauso schick aus wie die zuletzt (wie wir inzwischen wissen) zu Unrecht gehypten Bambusbecher. 

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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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