Arzneimittelforschung findet auch im All statt

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Shutterstock/Vladi333
Es gibt gute Neuigkeiten aus dem All
Astronauten im All verlassen sich nicht nur auf ihre spezielle Ausbildung und ganz persönliche Erfahrung, sondern auch auf altbewährte Medikamente gegen Kopfschmerzen, Übelkeit und Co., die in der All-Reiseapotheke nicht fehlen dürfen. Doch mehrere hundert Kilometer von der Erde entfernt wird auch geforscht, um Medikamente zu verbessern und bisher unheilbare Krankheiten heilbar zu machen.
 

Nachdem 1957 der erste künstliche Erdsatellit, die Sputnik 1, ins All befördert wurde, folgte bereits wenig später ein weiterer Höhepunkt in der Raumfahrt: Im Jahr 1961 war Juri Gagarin der erste Mensch, der die Erde aus dem Weltall bestaunen konnte. Mit der Apollo-11-Mission betraten dann 1969 Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond. Dieses bedeutende Ereignis ist nun 50 Jahre her. Was sich seither allerdings kaum verändert hat, ist die Bordapotheke. 

Die Reiseapotheke hat sich bewährt

So sollen die Apollo-Astronauten laut der NASA unter anderem Antibiotika, Mittel gegen Übelkeit und Durchfall, abschwellende Mittel, Schmerz-, Schlaf- und Aufputschmittel sowie Aspirin an Bord gehabt haben – das verrät eine Aufstellung der in den Apollo Medical Kits mitgeführten Medikamente, in der man auch sehen kann, welche Mittel dann tatsächlich von den Astronauten eingenommen wurden – offenbar vor allem Aspirin und Mittel gegen Übelkeit.

Das Gute: Die Arzneien wirken auf der Erde sowie im All gleichermaßen, und bis heute hat sich kaum etwas an der Reiseapotheke (Hier findest du übrigens 5 Reiseziele, die du auch mit Bus und Bahn erreichen kannst) für das All geändert. Denn die Packliste hat sich mehr als bewährt: Seit der ersten Raumfahrt musste noch kein Astronaut aufgrund von Krankheit das All verlassen. Obwohl das tatsächlich gar kein Problem wäre: Da die Internationale Raumstation (ISS) »nur« etwa 400 Kilometer von der Erde entfernt ist, würde die Rückreise im Notfall nur knapp 24 Stunden dauern. 

Forscherinnen arbeiten an einem Gaschromatographen. Dieser dient zum Beispiel der Bestimmung von Restlösemitteln in Ausgangsstoffen.

Forschung zur Heilung von Parkinson

Auf der ISS wird aktuell auch an der Entwicklung von neuen Medikamenten geforscht. Im Fokus stehen dabei Proteinkristalle, da Proteine die Grundlage unseres Lebens sind. Die Kristalle eignen sich besonders zur Erforschung des Aufbaus und der Wirkungsweisen der komplexen Bausteine unseres Organismus. Darüber hinaus lassen sich Proteinkristalle in der Schwerelosigkeit des Alls qualitativ besser herstellen als auf der Erde. Es werden also immer wieder Experimente entworfen, die dann von den Astronauten auf der ISS durchgeführt werden und dann die Grundlage für weitere Forschungen auf der Erde bilden.

 

Hier wird anschließend die Struktur der Proteine analysiert. Die gewonnen Daten können wiederum dazu verwendet werden, um eine neue Generation an Medikamenten zu entwickeln. Aktuell liegen die Hoffnungen vor allem auf einer Lösung, um die Nervenkrankheit Parkinson heilen zu können. Anders als viele denken, besteht die Arbeit von Astronauten also nicht nur darin, das All immer weiter zu erforschen, sondern hat auch echte Auswirkungen auf die Lebensqualität vieler Menschen hier unten auf der Erde.

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Quellen: obs/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

 
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Alltag

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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