Angst vor dem Klimawandel – das kannst du tun

30.10.2018
Words by Jana Ahrens
Mit diesen Klima-Hacks schonen wir die Umwelt

Eine aktuelle Studie belegt: Wir haben noch ziemlich genau 12 Jahre, um den Temperaturanstieg so in den Griff zu bekommen, dass er keine desaströsen Folgen hat. Doch klar ist: Es wird brenzlig. Weder Diskussionen noch Schuldzuweisungen helfen uns da weiter. Wir müssen jetzt alle mit ran. Aber was können wir als Einzelpersonen tun? Hier kommen ein paar Klima-Hacks für alle, die sich selbst ermächtigen wollen:

Energie sparen im Haushalt

Für Einsteiger: LED? Licht an? Licht aus

Klima-Hacks
Bildquelle: Unsplash

Gerade jetzt, da die Tage wieder kürzer werden, ist die Sehnsucht nach Licht groß. Doch wer der Umwelt einen Gefallen tun und den persönlichen CO2-Fußabdruck schrumpfen lassen möchte, sollte noch mal checken, ob alle Leuchtmittel schon auf LED umgestellt sind. Und sich immer die Frage stellen: Habe ich das Licht in der Küche angelassen? Brennen die Leuchten im Bad noch? Wo wir nicht sind, da darf es dunkel sein.

Für Fortgeschrittene: Stoßlüften und terminiert Heizen

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Smart Home muss nicht Totalüberwachung heißen. Smart Home fängt schon mit einer Zeitschaltuhr an der Heizung an. Wir empfehlen allen, die tagsüber nicht zu Hause sind: Bitte terminiert eure Heizung so, dass sie erst eine halbe Stunde vor Eurer Rückkehr nach Hause angeht und sich nachts automatisch runterregelt. Entsprechende Thermostate können zugekauft werden, wenn sie nicht schon im Heizkreislauf integriert sind.

Für Pros: Solar und Dämmung

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Wer mit dem eigenen Haus oder der eigenen Wohnung so richtig Energie sparen will, muss ran an die Grundsubstanz. Dafür stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Energie sogar individuelle Energieberatungen zur Verfügung und übernimmt sogar 60 % der Kosten für diese Beratung. Das lohnt sich. Denn Energie sparen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. So lassen sich die übrigen 40 % der Beratung und vielleicht sogar die Kosten für eine Umrüstung schnell wieder reinholen. Über Photovoltaik selber Strom zu produzieren spart natürlich auch Kosten – und schützt auch die Umwelt. Auch hier gibt es Förderprogramme, die weitestgehend über die Kreditanstalt für Wiederaufbau geregelt werden.

Neues Abenteuer: Klimafreundlich Reisen

Für Einsteiger: Langstreckenflüge klimaneutral ausgleichen

Zugegeben: Für die meisten Westeuropäer*innen dieser Tage ist die Vorstellung, im Urlaub keine Fernreisen mehr zu machen, ein schmerzhaftes Gedankenexperiment. Doch leider ist es so: Selbst wenn wir uns beim Wohnen, Einkaufen und Ernähren so richtig um Klimaschutz bemühen, versauen wir uns den CO2-Fußabdruck mit nur einem einzigen Flug nach Thailand oder New York sofort wieder vollkommen. Auch wenn die Flugpreise in den letzten 20 Jahren massiv gesunken sind: Fliegen ist einfach extrem energieaufwendig. Für alle, die nicht direkt verzichten können, gibt es die Möglichkeit, über Ausgleichsprogramme die notwendigen Flüge mit Spenden an klimarettende Initiativen auszugleichen.

Für Fortgeschrittene: Bahn statt Flieger

Bahn statt Auto
Bildquelle: Unsplash

Alle, die sich ein neues Abenteuer zutrauen, können es im kommenden Sommer ja mal mit einer völlig unerwarteten Reise versuchen und sich ihr Reiseziel nach dessen Erreichbarkeit per Zug auswählen. Und da geht mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Die Nachtzüge der ÖBB ermöglichen komfortables Reisen, sparen für eine Nacht die Hotelkosten und kommen in den meisten Fällen direkt im Zentrum von Metropolen an. Wohingegen die meisten Flughäfen weit außerhalb liegen und ein zusätzliches Einplanen von Budget und Zeit fürs Reisen zum eigentlichen Zielort nötig machen. Mit Programmen wie dem Interrail-Angebot können sogar noch zusätzlich Kosten gespart werden. Wer hier direkt Horrorvorstellungen von überfüllten Zügen mit Unmengen an ungeduschten Teenagern im Kopf hat: Interrail kann sehr viel mehr und eignet sich sogar für Liebhaber der 1. Klasse.

Für Pros: Fahrrad statt Bahn

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Und hier kommt das richtige Abenteuer: Reisen mit dem Fahrrad. Dank neuer Technologien, besonders funktioneller Kleidung und hervorragend ausgebauter Fahrradwege im europäischen Raum geht das inzwischen sogar ganz schön komfortabel. Aber wir erleben das Reisen eben auch noch einmal ganz anders. Nach dem Motto “Der Weg ist das Ziel” wird der Reiseweg so zum Teil des eigentlichen Urlaubserlebnisses und so zu viel mehr als nur der nervigen Phase, die bis zum Erreichen des Zielortes nun einmal überwunden werden muss. Viel mehr als nur die nervige Phase, die bis zum Erreichen des Zielortes überwunden werden muss. Reisen mit dem Fahrrad erlaubt Spontaneität und macht nebenbei auch noch richtig fit.

Nahverkehr und Pendeln

Für Einsteiger: Motor an? Motor aus

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Schon mal das Auto vorheizen während des Eiskratzens? Motor laufen lassen und schnell zum Bäcker rein? Nein. Jeder Moment, in dem das Auto nicht läuft, hilft, das Klima zu schützen. Kleinvieh macht auch Mist. Und dieser Tipp ist wirklich einfach umsetzbar, oder?

Für Fortgeschrittene: Fahrgemeinschaften bilden

Klima-Hacks
Bildquelle: Unsplash

Es erfordert eigentlich nur einen Blick auf den Stau vor einer roten Ampel während des Feierabendverkehrs, um zu erkennen: In den meisten Autos sitzt genau eine Person. Das sorgt nicht nur für dicke Luft, es verlängert die Pendelzeit auch enorm. Klar, sich mit anderen absprechen zu müssen, ist vielleicht anfänglich ein bisschen nervig. Aber inzwischen ist es – dank WhatsApp oder Apps wie Fahrgemeinschaft – sehr viel einfacher, sich zu organisieren. Fahrgemeinschaften reduzieren nicht nur den CO2-Ausstoß und die Kosten, sondern auch die Anzahl der Autos auf der Straße, was für einen besseren Verkehrsfluss sorgt. So tut man nicht nur was fürs Klima, sondern kommt auch noch schneller ans Ziel.

Für Pros: Radfahren, zu Fuß gehen, die Öffis nehmen

Die klimaneutralste Form der Fortbewegung ist natürlich immer noch das Zu-Fuß-Gehen. Und gerade im Winter können kürzere Wege zur Arbeit oder für kleine Erledigungen den so bitternötigen Energieboost bringen, den wir an kalten, kurzen Tagen brauchen. Doch was, wenn der Weg weiter ist? Auch dann lässt sich – für richtige Pros – viel ohne das Auto machen. Park & Ride mit Fahrrad und Öffis. Oder gar das Fahrrad als Firmenwagen? Für Letzteres gibt es das tolle Jobrad-Programm, mit dem hochwertige Fahrräder steuersparend angeschafft werden können. Viele Unternehmen sind schon Mitglieder dieses Programms. Andere könnten es mit deiner Hilfe noch werden.

Welche Aktionen sind dir wichtig, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten? Wir freuen uns über Tipps und Hinweise in den Kommentaren.

Das Beitragsbild ist übrigens von Gem & Lauris RK auf Unsplash

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Jana Ahrens

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Bis 2013 hat sie als Modedesignerin gearbeitet. Seitdem widmet sie sich dem Schreiben. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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