5G: Alles, was du über das Netz der Zukunft wissen musst

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Robin van der Ploeg auf Unsplash
Lesezeit: 4 Minuten
Das musst du über das neue 5G Netz wissen

Was bedeutet eigentlich 5G, was kostet es und nützt uns die neue Generation des Mobilfunknetzes privat überhaupt etwas? Wir klären auf.

Beinah überall werden wir auf das neue 5G-Netz aufmerksam gemacht. Anbieter versprechen den Wegfall langer Ladezeiten sowie ein völlig neues Surf-Erlebnis mit Höchstgeschwindigkeit. Doch profitieren Privathaushalte wirklich davon? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für euch zusammengestellt.  

Was ist 5G? 

5G ist der neueste Mobilfunkstandard und bedeutet schlicht »fünfte Generation«. Bisher surfen die meisten von uns mit dem Vorgängerstandard 4G bzw. LTE durchs Netz. Das Besondere an 5G ist, dass dieser Standard sehr viel mehr Daten sehr viel schneller übertragen kann – unterschiedliche Messungen haben ergeben, dass er etwa sechzig‑ bis hundertmal schneller ist als sein Vorgänger. Dank dieser Schnelligkeit können Daten in Echtzeit und ohne Verzögerung übermittelt werden. Laden wir auf dem Handy eine App herunter oder streamen einen Film, dauert die vollständige Ladezeit also nur noch wenige Sekunden. Ein weiterer Vorteil: Mit 5G können wesentlich mehr Geräte auf einmal im Netz sein – ein Sendemast soll eine Million Endgeräte gleichzeitig versorgen können. Zum Vergleich: Mit 4G schafft man nur jeweils 200 Endgeräte. Für ein flächendeckendes 5G-Netz müssen jedoch alle bestehenden Mobilfunkmasten mit Glasfaserleitungen angebunden sein. Zudem müssen neue Masten errichtet werden. 

Wer bietet 5G an?

Wer künftig auf das 5G-Netz zugreifen möchte, kann dies über Telekom, Vodafone, 1&1 und O2 tun. Diese Anbieter werden für die Versorgung in Deutschland zuständig sein. Doch erst ab 2025 werden Frequenzen frei, die 5G flächendeckend ermöglichen. Für die meisten PrivatanwenderInnen bleibt das »Netz der Zukunft« also tatsächlich noch eine Weile Zukunftsmusik. 

Surfen wir bald alle mit 5G durchs Netz?

Was brauche ich, um 5G zu empfangen? 

Wer das neue Netz auf dem Handy haben möchte, benötigt neben einem 5G-Mobilfunktarif auch ein 5G-fähiges Smartphone mit einem Chip, der den Empfang überhaupt erst ermöglicht. Bislang hat jedoch noch nicht jeder Anbieter entsprechende Modelle auf dem Markt, die über einen solchen Chip verfügen (Welche es bisher gibt, siehst du hier). Diese Handys bewegen sich in einem gewohnten Preisrahmen – für die Tarife, die momentan angeboten werden, sind bis zu 84,95 Euro pro Monat fällig. Um 5G bei sich zu Hause zu nutzen, kann man auf einen Router zurückgreifen. Dieser wird einfach aufgestellt und installiert – und schon ist der Empfang möglich. Eine solche Aufrüstung schlägt mit bis zu 350 Euro zu Buche – obendrauf kommt auch hier der monatliche Tarif. 

Wer profitiert von 5G?

5G ist bisher noch nicht flächendeckend vorhanden und deshalb auch noch nicht so gut zu empfangen – für einige Privatpersonen dürfte die Umstellung vermutlich auch noch zu teuer sein. Aus diesen Gründen profitiert momentan vor allem die Industrie, etwa bei kabellos vernetzten Maschinen oder Sensoren. Auch in der Telemedizin oder beim autonomen Fahren kann das Netz für revolutionäre Durchbrüche sorgen. In China beispielsweise, wo der Netzausbau bereits weiter fortgeschritten ist, werden dank 5G bereits in sieben Großstädten Menschen in autonomen, also fahrerlosen Bussen an ihre Ziele befördert. Da es keine Verzögerung bei der Datenübertragung mehr gibt, können die Daten der Ampeln und die der Außenkameras ohne Zeitverlust übertragen werden. Durch die unmittelbare Reaktion werden so auch Unfälle zuverlässig vermieden. 

 

Ist 5G schädlich für meine Gesundheit?

Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist mit Sicherheit die nach der Gesundheitsschädligkeit von 5G. Aktuell sind die gesundheitlichen Auswirkungen noch umstritten. Während beispielsweise die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ansicht vertritt, Mobilfunkstrahlung könne krebsauslösend sein, weist das Bundesamt für Strahlenschutz darauf hin, dass gesundheitliche Auswirkungen bislang nicht nachgewiesen werden konnten und alle in der Auktion vergebenen Frequenzen gut erforscht sind. 

Zur Erklärung: 5G funkt im Frequenzbereich zwischen 2 und 3,6 GHz. Dies entspricht dem Frequenzbereich des alten Standards UMTS (dritte Generation) und gilt als unbedenklich. Jedoch sind für 5G auch zusätzliche Frequenzen von 20 bis 100 GHz im Gespräch. Hier gibt es bislang noch kaum Erkenntnisse darüber, wie diese hochfrequente Strahlung auf den Körper wirkt. Solange allerdings die vom Bundesamt für Strahlenschutz vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden, was bisher der Fall ist, bestehen weder ein erhöhtes Krebsrisiko noch die Gefahr sonstiger Gesundheitsschäden. Mögliche Risiken durch neue 5G-Frequenzen müssen natürlich weiter erforscht werden. 

Erst einmal sollen alte Sendemasten aufgerüstet werden – neue sollen erst in den nächsten Jahren hinzukommen.

5G: Welche Bedenken gibt es noch?

Aktuell hat 5G mit den jetzigen Frequenzen eine Reichweite von 700 bis 1000 Metern – etwa die Hälfte im Vergleich zu 4G und zu wenig für einen flächendeckenden Ausbau. Wir brauchen also mehr Masten. So wurde bereits die Angst laut, Deutschland könne bald nur noch aus Mobilfunkmasten bestehen. Anbieter geben jedoch Entwarnung, zumindest vorerst. Denn zunächst einmal sollen bestehende Masten aufgerüstet werden. 

Eine weitere Befürchtung: Die 5G-Technik kommt größtenteils aus China – nämlich vom Hersteller Huawei. Dem Unternehmen gehört fast jedes fünfte Patent in Sachen 5G‑Sendetechnik. Vor allem der US-amerikanische Präsident Donald Trump schürte die Angst, die Chinesen könnten künftig jeden von uns ausspionieren. Die Bundesregierung gab jedoch Entwarnung und betonte, dass in dieser Richtung nichts zu befürchten sei. Aber auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel entspannt mit dem Thema umgeht, ist dennoch geplant, künftig zusätzliche Sicherheitskontrollen für die neue Technik einzuführen.

5G: Fazit

Vom schnellen und besseren neuen Netz profitiert zunächst also in erster Linie die Industrie. Wer privat Wert darauf legt, Apps schneller herunterladen zu können oder Filme zuverlässiger zu streamen, muss abwägen, ob die aktuell noch recht hohen Kosten diesen Vorteil wirklich wert sind. Bevor man viel Geld in die Hand nimmt, um sich ein neues Handy anzuschaffen und den Mobilfunkvertrag aufzustocken, sollte man sich also gut informieren und dabei auf jeden Fall bedenken, dass der Netzausbau schrittweise vorangeht und es noch eine Weile dauern kann, bis 5G wirklich flächendeckend angeboten wird. 

Umfrage

Was ist Civey?

Dazu Passend

Bargeldlos bezahlen in Deutschland: eine Generationsfrage?

Trotz zahlreicher neuer Technologien und Möglichkeiten, bargeldlos zu bezahlen, liegt Deutschland im internationalen Vergleich hierbei immer noch weit hinten. Woran liegt das?

Share:

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

Kommentieren