Diese 5 Fragen solltest du dir stellen, bevor du spendest

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Kat Yukawa auf Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Für welche Organisation solltest du spenden?

Du möchtest für einen guten Zweck spenden und weißt nicht, ob die jeweilige Organisation es wirklich ernst meint? Diese 5 Fragen solltest du dir stellen, bevor du dich engagierst. 

 

Regelmäßiges Spenden ist für viele Menschen zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Doch immer wieder macht sich auch Verunsicherung breit. So gibt es beispielsweise Berichte von zwielichtigen Organisationen, die den Großteil der Einnahmen für Werbezwecke verwenden, statt sie an Bedürftige weiterzuleiten. Da stellt sich die Frage: Wie erkenne ich, ob eine Organisation es wirklich ernst meint und mein Geld auch tatsächlich bei den Notleidenden ankommt? Diese 5 Fragen sollen bei der Beantwortung helfen. 

Hilfsorganisation: Welche ist die Richtige?

1. Wie transparent ist die Hilfsorganisation?

Jede Hilfsorganisation sollte einen seriös wirkenden Online-Auftritt haben, auf dem die Ergebnisse der Arbeit ersichtlich sind, etwa in einem Jahresbericht. Es ist hilfreich, nach konkreten Zahlen in Bezug auf die Ausgaben zu suchen. Ein Beispiel: »Wir geben soundso viel Geld aus und können soundso viele Menschen ernähren.« Transparenz ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Lässt sich kein Jahresbericht finden ist Vorsicht geboten. Zudem sollten in dem Jahresbericht Werbe- und Verwaltungskosten ersichtlich und getrennt ausgewiesen sein.

2. Wie genau versucht die Hilfsorganisation, an Geld zu kommen?

Nur wenige ganz große Organisationen machen beispielsweise mit mehr oder weniger aufwendigen Werbespots auf sich aufmerksam. Die Regel ist das jedoch nicht, da das Geld ja für etwas Wichtigeres ausgegeben wird. Erhältst du immer wieder und ohne dem zugestimmt zu haben Anrufe, aufwendige E-Mails oder sonstige »Bettelbriefe«, die dich emotional unter Druck setzen sollen, ist das kein gutes Zeichen. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) listet auf seiner Website einige Organisationen auf, bei denen Vorsicht geboten ist bzw. die sogar explizit nicht förderwürdig sind. Auf der Seite der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz kannst du dich ebenfalls über »schwarze Schafe« informieren. Allerdings gilt für beide Seite: Die Listen sind nicht voll­ständig! 

3. Ist ein Spendensiegel vorhanden? 

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) prüft alle zwei Jahre, ob Spenden tatsächlich zweckgerichtet, sparsam und wirtschaftlich verwendet werden. Trifft das auf eine Organisation zu, erhält sie das Spendensiegel des DZI. Ein Siegel, dem du vertrauen kannst. Darüber hinaus können Hilfsorganisationen Mitgliedschaften beim Deutschen Spendenrat, der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und beim Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) eingehen. 

4. Leitet die Organisation Spenden zuverlässig weiter?

Handelt es sich um eine seriöse Organisation, geht diese bei großen humanitären Katastrophen nicht allein vor, sondern leitet Hilfe an bereits im Land tätige örtliche Hilfs­werke weiter. So läuft es bei den drei Spendenbünd­nissen Aktion Deutsch­land Hilft, Bündnis Entwick­lung Hilft und Aktions­bündnis Katastrophen­hilfe: Das Geld der SpenderInnen wird zuerst an die Mitglieds­organisationen verteilt, diese leiten das Geld dann zum Teil an Part­ner­organisationen weiter, die sich bereits im Katastrophen­gebiet aufhalten. 

Auch wichtig: Wie gehen die Organisationen mit zweckgebundenen Spenden um, also mit Spenden, für die die Spendenden eine konkrete Verwendung vorgesehen haben? Was passiert zum Beispiel, wenn für einen Zweck mehr Spenden eingegangen sind, als tatsächlich benötigt wurden? So sorgte die Organisation Ärzte ohne Grenzen nach der Tsunami­katastrophe in Südost­asien 2004 dafür, dass alle SpenderInnen über den Überschuss informiert wurden. Die Organisation bat darum, das Geld für andere Hilfsprojekte einsetzen zu dürfen. Alle SpenderInnen, die dies nicht wollten, bekamen tatsächlich einfach ihr Geld zurück. 

 

5. Gibt es eine 14-tägige Kündigungsfirst bei Dauerspenden? 

Beim Spenden hast du die Wahl: Bei einer einmaligen Spende kannst du deinen finanziellen Beitrag auf mehrere Organisationen aufteilen oder einer einzelnen Organisation einen größeren Betrag zur Verfügung stellen. Möchtest Du hingegen regelmäßig spenden, kannst du eine Fördermitgliedschaft oder eine Patenschaft eingehen oder schlicht einen Dauerauftrag einrichten. Bei allen regelmäßigen Spenden solltest du aber unbedingt darauf achten – und das zeichnet ebenfalls eine seriöse Organisation aus – dass du deine Spende jederzeit unterbrechen oder beenden kannst. Hast du dich für eine fortlaufende Unterstützung entschieden, sollte es in jedem Fall möglich sein, diese ohne Angaben von Gründen innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen. Ist das nicht möglich, solltest du dich lieber nach einer anderen Organisation umschauen. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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