Nach dem Jahreswechsel: Was kommt 2020 an Neuem auf uns zu?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Isaac Quesada auf Unsplash
Lesezeit: 4 Minuten
Was kommt 2020 auf uns zu?

Mit dem Jahreswechsel gibt es auch immer wieder die unterschiedlichsten Veränderungen in den Bereichen Gesundheit, Verkehr oder Finanzen. Worauf wir künftig achten müssen und an welchen Stellen wir im Jahr 2020 sogar bares Geld sparen können, haben wir für euch zusammengefasst. 

 

Gesundheit

  • Der Nutri-Score wird eingeführt. Dabei handelt es sich um eine neue Bewertung von A bis E bzw. von grün bis rot, die auf Lebensmittelverpackungen im Supermarkt zu finden sein wird. Sie liefert eine Beurteilung dazu, wie gesund bestimmte Produkte sind – oder eben auch nicht. Bei der Bewertung steht die Nährwertqualität im Vordergrund. Ein hoher Gehalt an Energie, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Natrium (Salz!) schlägt negativ zu Buche, positiv sind Proteine und Ballaststoffe sowie ein hoher Anteil an Obst und Gemüse. Der Nutri-Score soll unter anderem Fettleibigkeit vorbeugen. Das Problem: Die Teilnahme ist für alle Hersteller freiwillig.
     
  • Masernimpfung wird Pflicht. Kinder und Erwachsene sind künftig verpflichtet, sich gegen Masern impfen zu lassen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 2.500 Euro rechnen und muss – das ist z. B. für Kinder und LehrerInnen relevant – öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen fernbleiben. 
     
  • Termin-Wartezeiten beim Arzt werden eingegrenzt. Wer bisher mehrere Monate auf einen Termin beim Haus-, Kinder- oder Facharzt warten musste, wird dies hoffentlich ab sofort nicht mehr erleben. Die Praxen sind nun dazu verpflichtet, Termine innerhalb von vier Wochen zu vergeben.
     
  • Tampons werden günstiger. Endlich ist es so weit! Bereits Ende 2019 wurde bekannt, dass die Mehrwertsteuer für Tampons von 19 auf 7 Prozent gesenkt wird. 
Arzttermine sollen künftig schneller vergeben werden.

 Social Media 

Disney besitzt die Rechte an unzähligen Serien und Filmen und zieht diese nun aus den einschlägigen Angeboten zurück. Wer neben bestehenden Serien- und Filmklassikern brandneue Eigenproduktionen nicht verpassen möchte, muss 7 Euro monatlich für den Dienst zahlen.  

Sport

  • Es wird neue Anstoßzeiten im Fußball geben. Im Fußball werden die Montagsspiele künftig abgeschafft. Stattdessen soll es am Sonntagabend um 19:30 Uhr ein Spiel geben. Und noch weitere Spielzeiten werden verlegt. Der Hauptgrund: Die Mannschaften sollen entlastet werden.
     
  • Budgetkürzungen in der Formel 1. Neben zahlreichen neuen Regeln wird in der Formel 1 auch das Budget der einzelnen Rennställe gekürzt. Dies soll dafür sorgen, dass die ohnehin großen und starken Rennställe nicht konstant dominieren und so wieder mehr Spannung in den Sport Einzug hält.
     

    Verkehr

  • Neue Regelung für den Führerschein mit Automatikautos: Wer bisher die Fahrstunden und die Prüfung mit einem Automatikauto gemacht hatte, durfte auch nur mit einem solchen Auto fahren. Nur mit einer Zusatzprüfung war es möglich, auf einen Schaltwagen umzusteigen. Diese Prüfung soll nun wegfallen. So sollen lediglich ein paar Fahrstunden dazukommen. 
     
  • FalschparkerInnen werden künftig härter bestraft. Wer unerlaubt auf einem Behindertenparkplatz oder dem Fuß- oder Radweg parkt und diese blockiert, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 100 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bis zum Jahreswechsel wurden für diese Art der Vergehen nur 30 Euro fällig.
     
  • Falsches Verhalten in der Rettungsgasse wird härter bestraft. Wer auf der Autobahn keine Rettungsgasse bildet, in dieser steht und den Weg für Rettungsfahrzeuge versperrt oder diese sogar benutzt, um im Stau voranzukommen, muss mindestens 320 Euro Strafe zahlen und bekommt zusätzlich zwei Punkte in Flensburg. 
Fehlverhalten im Straßenverkehr soll nun härter bestraft werden.

Finanzen

  • Bahnfahren wird günstiger. Um die umweltfreundliche Reisemöglichkeit zu fördern, wird die Mehrwertsteuer auf Bahntickets von bisher 19 auf 7 Prozent gesenkt. 
     
  • Mehr Geld für die Verpflegung Dienstreisender. Wer beruflich unterwegs sein musste, bekam bisher 12 Euro als Tagespauschale zurückgezahlt. Diese steigt nun auf 14 Euro pro Tag an, wenn ArbeitnehmerInnen innerhalb Deutschlands berufsbedingt mehr als 8 Stunden unterwegs sind.
     
  • Fliegen soll teurer werden. Für den Kauf von Flugtickets soll die Steuer angehoben werden (Ob Billigfliegern nun das Aus droht, liest du hier). Im Detail bedeutet das, dass die Steuer für Flüge in Europa von 5,65 Euro auf 13,03 Euro pro Ticket mit Start von einem deutschen Flughafen steigt. Bei Flügen mit einer Strecke von bis zu 6.000 Kilometern, steigt der Steuersatz auf 33,01 Euro – ein Plus von 9,96 Euro. Fernflüge kosten künftig mit 18 Euro mehr rund 59,43 Euro. 
     
  • Der Mindestlohn steigt. Aktuell liegt der Mindestlohn bei 9,15 Euro pro Stunde. Im Jahr 2020 wird dieser auf 9,35 Euro angehoben. Da sich der Mindestlohn an der allgemeinen Tarifentwicklung orientiert, wird er von einer Mindestlohn-Kommission übrigens regelmäßig, mindestens aber alle zwei Jahre angepasst.
     
  • Ab sofort soll es eine Mindestausbildungsvergütung geben. Wer eine Ausbildung macht, bekommt nun eine Mindestvergütung von 515 Euro im Monat. Schlechtere Bezahlungen sind nicht zulässig. Auch für Studierende gibt es mehr Geld: Ab dem Wintersemester 2020/21 liegt der Bafög-Höchstanspruch bei 861 Euro. (Wie du während deines Studiums bares Geld sparen kannst, erfährst du hier.)
  • Das Starke-Familien-Gesetz wird ausgeweitet. Erst 2019 ist das Gesetz in Kraft getreten. Und schon jetzt gibt es Anpassungen. Bedürftige Familien erhalten seit Längerem zusätzlich zum Kindergeld einen Kinderzuschlag in Höhe von 185 Euro. Um diesen ausgezahlt zu bekommen, gab es jedoch eine Einkommensgrenze. Ab sofort wird es nicht mehr zu einer vollständigen Streichung kommen, sondern eventuell nur zu einer Kürzung. Familien, die den Zuschlag zum Kindergeld erhalten, brauchen auch keine Kita-Gebühren mehr zu zahlen. Außerdem erhalten sie kostenlos ein Schülerticket und das Schulessen. Auch wird das Paket für den Schulstart (Ranzen, Hefte, Bücher) angehoben und steigt von 100 auf 150 Euro pro Kind.
     
  • Veränderungen bei der Grundsteuer für ImmobilienbesitzerInnen. Die Grundsteuern für Immobilien werden im Jahr 2020 neu berechnet. Diese Neuberechnung liegt ab sofort in der Hoheit der einzelnen Bundesländer und wird in den meisten Fällen vermutlich negativ für ImmobilienbesitzerInnen ausfallen. 
     
  • Die Steuererklärung wird vereinfacht. Bisher umfasste der Hauptvordruck für die Steuererklärung vier Seiten. Für das Jahr 2019 werden es nur noch zwei sein. Für spezielle Sonderausgaben wird es eigene Formulare geben, und alle Daten, die dem Finanzamt bereits auf elektronischem Wege übermittelt wurden, müssen nicht zusätzlich noch einmal angegeben werden. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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