Forscher taucht 10.928 Meter tief und findet Plastik

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Andres Abogabir auf Unsplash
Schildkröte im Meer

Was für eine beeindruckende Sensation: Ein Taucher hat es auf den Grund des tiefsten Punktes der Erde geschafft und dabei faszinierende sowie schreckliche Entdeckungen gemacht. 

 

Der Marianengraben ist der tiefste Punkt der Erde. Da hinunterzugelangen ist ein schwieriges Unterfangen für Mensch und Maschine. Dennoch hat es der Amerikaner Victor Vescovo geschafft und damit einen neuen Weltrekord im Tiefseetauchen aufgestellt. Mit einem Spezial-U-Boot namens "DSV Limiting Factor" ging es für ihn am 28. April 2019 stolze 10.928 Meter unter die Wasseroberfläche und bis auf den Meeresgrund. Der alte Rekord wurde bereits 1960 von den Ozeanografen Don Walsh (der auch die aktuelle Mission begleitet hat) und Jaques Picard aufgestellt und lag bei 10.912 Metern.

Faszinierende Entdeckungen & eine traurige Erkenntnis

Die Expedition um Vescovo fand im Süden des Marianengrabens auf Höhe des Challengertiefs statt. Bei den insgesamt fünf Tauchgängen wurde der Abenteurer von Kameras des Discovery Channels gefilmt. Die Aufnahmen zeigen, wie Vescovo den Meeresboden absucht – und neben drei unbekannten Tierarten auch eine Plastiktüte findet. Damit ist klar, dass sich unser Müll inzwischen sogar an den tiefsten Punkt der Erde hinuntergekämpft hat. 

 

Mit an Bord hatte der Taucher übrigens auch einen Eispickel, mit dem er nach eigenen Angaben im Jahr 2010 auf dem Mount Everest gewesen sein soll. Somit hat der Eispickel sowohl den höchsten als auch den tiefsten Punkt der Erde bereist. 

Kommende Missionen wurden bereits angekündigt

Die einzelnen Tage und Schritte der Mission dokumentierte Victor Vescovo in einem Live-Blog. Auch weiterhin kann man dort nachlesen, was wann genau passiert ist. Der abschließende Blogeintrag ist mit „Mission Complete“ überschrieben – diese abenteuerliche Expedition ist also erst einmal beendet. Doch nach dem Marianengraben sollen nun auch der Süd-Sandwich-Graben und der Puerto-Rico-Graben im Atlantik sowie der Sundagraben im Indischen Ozean vermessen werden: Das Ziel ist es, detaillierte Sonarmessungen an den tiefsten Stellen der Ozeane durchzuführen und die tiefen der Meere und ihre Bewohner zu erkunden und besser kennenzulernen. 

Bleibt nur zu hoffen, dass sich hier neben unbekannten Meeresbewohnern nicht auch wieder Plastik finden lässt. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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