Vorbilder in der Politik - diese Frauen inspirieren

Words by Annekathrin Walther
Photography: Anders Hellberg
Lesezeit: 2 Minuten
Schwarz-Weiß Fotografie der 16-jährigen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg

Politik ist ein Club von alten weißen Männern? Ja. Aber es geht auch anders: Wir stellen fünf herausragende weibliche Persönlichkeiten vor, die an ganz unterschiedlichen Stellen politisch richtig Dampf machen.

 

1. Greta Thunberg

Eigentlich muss man sie niemandem mehr vorstellen: Die 2003 geborene Schwedin Greta Thunberg ist innerhalb von nicht einmal einem Jahr zur Repräsentantin einer internationalen Klimaschutzbewegung geworden. Im August 2018 begann sie im Alleingang vor dem schwedischen Parlament in Stockholm den »Skolstrejk för Klimatet« – den Schulstreik für das Klima. Ihre Einzelaktion hat die #fridaysforfuture -Bewegung ausgelöst, bei der weltweit Schüler*innen für den Klimaschutz streiken. Thunberg, die sich auf ihrem Instagram-Profil als »16 year old climate activist with Asperger’s« vorstellt, mischt die Welt der Mächtigen auf und hat mittlerweile unter anderem auf der UN-Klimakonferenz, dem Weltwirtschaftsforum in Davos, im EU-Parlament und im britischen Unterhaus gesprochen. Die Mission der nur 1,53 Meter großen Thunberg ist klar, und es ist anzunehmen, dass sie einen sehr, sehr langen Atem haben wird.

Das hier ist ein Schwarz-Weiß-Thema: Entweder besteht unsere menschliche Zivilisation fort – oder nicht. Es gibt kein Grau, wenn es um unser Überleben geht. Wir müssen den Ausstoß von Treibhausgasen stoppen. Und dafür müssen wir alle uns ändern. Ich kann es nicht verstehen, wenn Leute einerseits sagen, dass Klimawandel eine existenzielle Bedrohung ist – und dann andererseits einfach so weiterleben wie immer.

Greta Thunberg, Spiegel Online, 02.02.2019

 

2. Alexandria Ocasio-Cortez

Alexandria Ocasio-Cortez ist hierzulande noch nicht so vielen ein Begriff. Mit ihren 29 Jahren ist sie seit Januar diesen Jahres die jüngste Abgeordnete im Repräsentantenhaus, die es in der Geschichte der USA je gegeben hat. Ocasio-Cortez, die sich selbst als demokratische Sozialistin bezeichnet, wuchs in der New Yorker Bronx und im vorstädtischen Yorktown auf. Ihre Mutter arbeitete als Putzfrau, ihr Vater – der bereits 2009 verstarb – war Architekt. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen, bevor sie begann, sich in der Bronx politisch zu engagieren. Im Juni 2018 gewann sie überraschend die parteiinterne Vorwahl gegen Joe Crowley, der zuvor zehn Jahre lang für New Yorks 14. Kongresswahlbezirk im Repräsentantenhaus gesessen hatte. Wer Alexandria Ocasio-Cortez besser kennenlernen möchte, dem sei die Netflix-Dokumentation Frischer Wind im Kongress empfohlen.

 

3. Zuzana Čaputová

Zuzana Čaputová gewann am 30. März 2019 die Wahl um die slowakische Präsidentschaft und wird das Amt voraussichtlich am 15. Juni 2019 antreten. Ähnlich wie in Deutschland hat das slowakische Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben. Čaputová ist die erste Frau in diesem Amt. Die Juristin, die sich noch nicht lange politisch engagiert, gilt als liberal, pro-europäisch, setzt sich für die Belange von nationalen Minderheiten in der Slowakei ein – unter anderem der Roma – und steht für konsequenten Umweltschutz. 

 

Ich freue mich nicht nur über diesen Wahlsieg, sondern auch über die Art, wie er gelungen ist: Wir haben gezeigt, dass man nicht ein populistisches und aggressives Vokabular verwenden muss, um erfolgreich zu sein.

Zuzana Čaputová nach ihrer Wahl zur ersten Präsidentin der Slowakei

 

4. Jacinda Ardern

Im Oktober 2017 wurde die damals 37-jährige Jacinda Ardern Premierministerin von Neuseeland. In die Politik war sie bereits mit 17 Jahren eingestiegen. In ihrer Amtszeit erlebte Neuseeland den schrecklichen Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch, bei dem 51 Menschen starben. Für ihre Reaktionen auf die Krise erntete sie viel Lob, an bestimmten Stellen jedoch auch Kritik. Im Juni 2018 brachte Ardern eine Tochter zur Welt und ist somit die zweite Regierungschefin der Welt, die im Amt ein Kind bekam (Nummer eins war die pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto). Während sie nach 6 Wochen wieder zur Arbeit ging, blieb ihr Lebensgefährte – und mittlerweile Verlobter – als Vollzeit-Vater zu Hause.

 

5. Lori Lightfoot 

Lori Lightfoot wurde im April 2019 zur Bürgermeisterin von Chicago gewählt. Am 20. Mai 2019 wurde sie ins Amt eingeführt. Damit ist die 1962 geborene Lightfoot nicht nur die zweite Bürgermeisterin in der Geschichte der Stadt überhaupt – sie ist auch die erste schwarze Frau in dieser Position und außerdem die erste, die offen homosexuell lebt. Gemeinsam mit ihrer Ehefrau hat sie eine adoptierte Tochter. Bereits direkt nach dem Jurastudium stieg sie in die Politik ein, arbeitete jedoch weiterhin auch als Anwältin. 

 

Share:

Annekathrin Walther

Freie Redakteurin

Annekathrin Walther spielt mit Text seit ihr Lesen und Schreiben möglich ist. Auf ihr Studium der LIteraturwissenschaft folgten Exkursionen ins Stadttheater und den Buchhandel. Seit 2013 liegt sie als Freiberuflerin vor Anker und schreibt als solche für Theater, Audio und Internet.

4 Kommentare

Gerd Reichenbach
#3 — vor 5 Monaten
Greta Thunberg ist eine Stilikone dafür, wie man in einer Welt, die sich einbildet, wenigstens in den meisten Ländern der Welt, insbesondere den westlichen, eigentlich aus aufgeklärten Menschen zu bestehen, einen Großteil dieser Spezies volksverdummen kann; es ist wie in den 30ger Jahren, von denen ich immer geglaubt hatte, so etwas wie damals können zumindest bei uns in Deutschland nicht mehr passieren; nicht, dass ich denke, wir könnte von der damaligen Ideologie wieder eingefangen werden, aber die Art und Weise, wie man Menschen manipuliert und hysterisiert, die scheint der der 30ger Jahre doch ziemlich ähnlich.

Da gibt es beispielsweise die Elektromobilität in Deutschland, von der überall propagiert wird, dass alle möglichst schnell auf die »umweltfreundlichen« Elektroautos umsteigen müssten, deren Anschaffung sogar mit immensen Steuermitteln gefördert wird. Dabei gibt es für diese Art der Fortbewegung keinen Strom ! Kann man sich den wirklich vorstellen, dass in diesem Zusammenhang Elektromobilität als Patentrezept gepriesen werden kann, wenn es den »Treibstoff« elektrischen Strom nicht gibt ???

Es kann: es wird auf Jahrzehnte nicht genügend ökologisch verträglich erzeugten Strom in Deutschland geben, um damit sinnvoll Elektromobilität zu betreiben ! Derzeit gibt es gerade einmal 12 Prozent sauberen Strom im gesamten Energiebedarf; lächerliche 6 Prozent aus Windenergie, noch lächerlichere 2 Prozent aus Sonnenenergie ! Zusätzlich nochmals etwa 4 Prozent sonstige aus Wasserkraft, Biomasse u.ä., die sich aber kaum mehr weiter ausbauen lassen.

Und, um diesen mickrigen Anteil sauberer Energie am gesamten Energiebedarf zu erreichen, hat es dreier Jahrzehnte milliarden- und abermilliardenschwerer Förderung nach dem EEG-Gesetz bedurft ! Unglaublich, aber wahr, und das bedeutet gleichzeitig, dass es auch über weitere Jahrzehnte nicht genug sauberen Strom geben wird, um damit Elektromobilität zu betreiben.

Denn, was würde es nützen, das bisschen vorhandenen Ökostrom für Mobilität zu verwenden und fossilen Kraftstoff auf den Straßen einzusparen, wenn dieser saubere Strom dann beim sonstigen Energiebedarf fehlte und dort durch das Hochfahren von konventionellen Kraftwerken und die entsprechend zusätzliche Verbrennung fossiler Ressourcen wieder ersetzt werden müsst. ???

Es würde keinen Sinn machen, sondern nur Unsinn, zumal obendrein die elektrisch betriebenen Vehikel weiter extrem alltagsuntauglich bleiben und allenfalls in Nischenbereichen Sinn machen würden, etwa in den Innenstädten bei der Postzustellung oder in Gebäuden usw. ! Die extrem umweltunfreundlichen Batterien und der gigantische Aufwand für den Aufbau einer funktionierenden Ladestruktur machen Elektromobile zudem in keiner Weise umweltfreundlicher
als herkömmliche Fahrzeuge, eher im Gegenteil !

Aber es ist nicht nur die Elektromobilität, die im Zusammenhang mit dem so heftig propagierten Klimaschutz höchst fragwürdig ist; auch das Thema CO2 als Treibhausgas ist weiter umstritten und wird doch endlos gepuscht, obwohl es bis zum heutigen Tag nicht einmal einen einzigen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass diese Elemetarverbindung tatsächlich etwas mit realen oder angeblich von den Menschen verursachten Klimaveränderungen zu tun haben könnte.

Aber nicht nur vor diesem Hintergrund ist das Engagement von Greta Thunberg und den anderen sogenannten Umweltaktivisten im höchsten Maße fragwürdig, denn es setzt die falschen Prioritäten. Nicht, dass Umweltschutz nicht nötig wäre, im Gegenteil, denn wir haben heutzutage die Umwelt unseres Planeten bereits derartig zerstört, dass in vielen Bereich die Lebensgrundlage für Ihre Bewohner, Menschen, Flora und Fauna, immer weiter schwinden. Gerade auch die Verbrennung fossiler Ressourcen ist ein riesenhaftes Problem, aber eigentlich viel weniger deshalb, weil diese angeblich so schädlich für unser Klima wäre und dieses mit katastrophalen Auswirkungen verändern würde, sondern es gibt da Dinge, die wirklich gefährlicher sind für das Überleben der Menschheit als der Umstand ob denn der nun bereits seit 15.000 Jahren um ungefähr hundert Meter angestiegene Meeresspiegel uns deshalb bedrohen wird, weil wir diesen nicht auf weiter 1,5 Zentimeter in den nächsten 100 Jahren begrenzen ! Oder auch vielleicht deshalb, weil wir den Anstieg der globalen Erdtemperatur nicht verhinderten.

Nein, wenn man die Veränderungen der Erde in Ihrer Geschichte betrachtet, dann hatte unser Planet in diesen Erdzeitaltern schon sämtliche Aggregatzustände eingenommen; unser Himmelskörper war bereits Schneeball und Feuerball und auch alles dazwischen, ohne das Zutun eines einzelnen Menschen; schon deshalb erscheint es in Anbetracht der Urgewalten der Natur blasphemisch, wenn man heute annimmt, Menschleins könnten durch ihren Handeln die Welt und ihr Klima entscheidend beeinfluss. Sie können das nicht; und selbst wenn sie es vielleicht in gewissen Ansätzen könnten, dann droht unsere Natur immer und immer wieder das menschliche Handeln durch ihre Urgewalten ad absurdum zu führen.
Ch
#3.1 — vor 3 Monaten 3 Wochen
Es gibt noch Menschen mit Verstand. Ich dachte ich würde nur noch unter Aliens und Fantasten leben. Vielen Dank für diesen Beitrag.

In reply to #3 by Gerd Reichenbach

Martha
#2 — vor 10 Monaten
Marionetten, die zur Vorbildern hochstilisiert wurden. Eine unglaubwürdiger als die Andere...

Christ
#1 — vor 10 Monaten 2 Wochen
Na dann mal Hallo an Alle!
Kurz zu Greta Thunberg und den wissenschaftlichen Fakten: Zu denen übrigens auch die wissenschaftliche Erkenntnis gehört, das es den Klimawandel seit der Existenz unserer Erde schon immer gegeben hat, teils mit noch weit höheren CO/2 Werten wie heute. Und es werden immer wieder in auftauenden Gletschern alte Baumfragmente und Ähnliches gefunden. Das bedeutet natürlich nicht, das hier von unserer Seite Untätigkeit als Gebot der Stunde gelten sollte, allerdings wünsche ich mir schon viel mehr Differenziertheit in Disskussionen um Sachkenntnisse und aufgestellten Thesen. Ich gehe wirklich gerne in meinen Garten und möchte auch weiterhin mein möglichstes tun um Tieren und Pflanzen ein zuhause zu geben, Ich fahre wann immer es für mich aus gesundheitlichen Gründen möglich ist, mit dem Fahrrad (ohne Akku). Habe ich schlechte Tage dann mit meinem 25 Jahre alten Auto. Es fährt immer noch. Zur Arbeit mit dem Auto, Alternativen sind immer noch gänzlich schwer. Einmal im Monat Fleisch ansonsten Vegetarier. Ich weiß auch nicht welch andere Wissenschaft hinter solchen jungen Menschen steckt und deren Vorhaben mit beeinflusst oder gar lenkt. Ich bin mittlerweise sehr sehr skeptisch, gerade bei NGO»S wie in Gretas Fall die fleißig sponsen. oder Milliadären die in der Vergangenheit ganze Länder versuchten mit Hilfe ihres Vermögens zu ruinieren um Kapital daraus zu schlagen. Nur Panik zu verbreiten und Googlewissen anzuwenden bringt uns auch nicht weiter. Ich glaube das auch viele von uns sich bereits auf den Weg gemacht haben, Dinge zu verändern.Ob es reichen wird noch weiteren Generationen eine Lebensgrundlage zu sichern ist hier natürlich die Frage. Ich jedenfalls wünsche es meinen Neffen und allen jungen Menschen und Lebewesen dieser Welt. Aber haltet bitte Augen und Ohren offen, seit aufmerksam und wachsam. Rennt bitte nicht jedem Tweet oder plumpen Aussage hinter her. Emotionen sind gut und richtig aber nicht immer zielführend.

Kommentieren