#WatchBar: Neues Deutsches Kino

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: X Verleih AG/Boris Laewen
Szene aus "Es gilt das gesprochene Wort"
Auf dem diesjährigen Internationalen Filmfest München, das zum 37. Mal stattfand, wurden zahlreiche kommende Kinohighlights präsentiert. Wir haben uns die Programmreihe »Neues Deutsches Kino« näher angeschaut.
 

Das »neue deutsche Kino« ist mutig, humorvoll, charmant, schwer und leicht – es bewegt sich auch ohne Probleme in Bereiche, die wehtun und uns liebevoll den Spiegel vorhalten können. Auf dem 37. Internationalen Filmfest München wurde eine ganze Reihe an fabelhaften Filmen präsentiert. Wir empfehlen eine kleine Handvoll und freuen uns auf folgende Kino- und Filmhighlights. 

Bruder Schwester Herz

Wer Geschwister hat, dürfte sich in diesem Film eventuell wiederfinden. In »Bruder Schwester Herz« geht es um die Geschwister Franz (gespielt von Sebastian Fräsdorf)  und Lilly (gespielt von Karin Hanczewsk). Gemeinsam betreiben sie die väterliche Rinderzucht. Franz ist mit seinem Leben als Cowboy zufrieden – Lilly strebt nach Höherem. Als sie sich dann in einen Musiker verliebt, wird Franz so richtig eifersüchtig, und es kommt zu einem Streit, der sich immer weiter verhärtet und die beiden Geschwister für immer zu entzweien droht. Obwohl man zwischendurch fast hofft, dass die beiden einfach getrennte Wege gehen, hält sich der Wunsch nach Versöhnung unterschwellig, aber hartnäckig im Hintergrund. Ob sie ihre Beziehung retten können? 

Kinostart: 10. Oktober 2019 

Es gilt das gesprochene Wort

Diese Geschichte ist verzwickt, dramatisch und berührend. In »Es gilt das gesprochene Wort« geht es um die deutsche Pilotin Marion (gespielt von Anne Ratte-Polle) und den kurdischen Gigolo Baran (Oğulcan Arman Uslu). Die beiden lernen sich während eines Türkei-Urlaubes kennen und schnell wird klar: Baran träumt von einer Zukunft in Europa. Marion, die mit ihrer Krebsdiagnose zu kämpfen hat, lässt sich auf eine ganz besondere Beziehung mit dem Urlaubsflirt ein und beschließt, ihn zum Schein zu heiraten. Doch was wie ein schlichter Gefallen scheint, wird zunehmend kompliziert. Am Ende stehen die beiden vor einer schweren Entscheidung, die ihre gesamte Zukunft verändern könnte.

Kinostart: 01. August 2019

Golden Twenties

In »Golden Twenties« ist es die charmante und teilweise unsichere Art der Hauptfigur Ava (gespielt von Henriette Confurius), die uns von Anfang an Empathie empfinden lässt. Kurz nach dem Studium und mit Mitte 20 hat es Ava nämlich alles andere als einfach. Sie muss zunächst wieder bei ihrer Mutter einziehen, die sich mit dem Leben ohne Kind im Haus schon voll und ganz arrangiert und aktuell einen neuen Partner hat, der kaum älter als ihre Tochter ist. Avas alter Freundeskreis hat sich auch schon aufgelöst. Zu ihrem persönlichen Glück fehlen ihr der Job und das Liebesleben. Doch dann bekommt sie unverhofft eine Anstellung als Hospitantin am Theater und muss in diesem turbulenten Mikrokosmos erst einmal ihren Platz finden. In »Golden Twenties« steckt eine große Portion Witz, Charme und das Gefühl von »So geht es mir gerade auch« oder »Das habe ich selbst auch so erlebt«.

Kinostart: 29. August 2019

 

 PRÉLUDE

Schon allein der Trailer ist mitreißend und sorgt für ein kleines Gefühlschaos. Es bleibt ein wenig Unbehagen und die große Neugier darauf zurück, ob dieser Film wohl ein positives Ende nimmt. In »PRÉLUDE« geht es um den 19-jährigen David (gespielt von Louis Hofmann) der das Klavierspielen liebt und von einem Leben als Konzertpianist träumt. In seinem Heimatort gilt er als äußerst begabt und etwas ganz Besonderes. Es steht fest: David wird es schaffen. Doch als er an das Musikkonservatorium geht, merkt er umgehend, dass er nur einer von vielen begabten Studenten ist. Sein größter Konkurrent macht ihm darüber hinaus nicht nur das Leben am Klavier schwer. Die Gesangsstudentin Marie (gespielt von Liv Lisa Fries) hat beiden Männern den Kopf verdreht. Schnell wird deutlich, dass es nicht nur um Anerkennung und eine »verbotene« Liebe geht, sondern auch um den eigenen Erwartungsdruck, der sogar dazu führt, dass David die Kontrolle über sein Leben verliert. 

Kinostart: 29. August 2019

Von Bienen und Blumen

»Von Bienen und Blumen« ist ein Dokumentarfilm,  in dem es um Gemeinschaft, Idealismus und die Suche nach dem Sinn geht. Die Regisseurin Lola Randl ist zugleich die zentrale Protagonistin: Sie und ihre Familie wagten das Experiment und kehrten der Großstadt den Rücken zu, um nach Gerswalde in die Uckermark zu ziehen. Gemeinsam mit ihrem Mann übernahm sie hier eine ehemalige Schlossgärtnerei, scharrte eine lose Gruppe Menschen um sich, um sich dann landwirtschaftlich zu betätigen. Alles, was hier passierte, fing Randl mit der Filmkamera ein. So werden die komischsten, witzigsten, traurigsten und erhellendsten Momente gezeigt, die mit dem äußerst interessanten Projekt einhergingen. 

»Von Bienen und Blumen« läuft nur noch in ausgewählten Kinos. Sobald der Film gestreamt werden kann, geben wir euch hier Bescheid. 

Dazu Passend

#WatchBar: Kinohighlights – Liebesfilme zum Dahinschmelzen

Die Liebe ist ein großes und starkes Gefühl – ein Leben ohne sie ist für viele Menschen nicht vorstellbar. Besonders liebevoll geht es auch in unseren Kinohighlights zu. Für alle Liebesfilm-Liebhaber raten wir deshalb schon mal: Taschentücher raus in 3, 2, 1… 

 

Share:

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

Kommentieren