#Watchbar: Die besten Filme des 21. Jahrhunderts

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Nathan DeFiesta auf Unsplash
Hollywood Zeichen

In uns allen stecken kleine Filmkritiker*innen. Denn ob ein Film gut ist oder nicht, ist in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die BBC wollte es trotzdem »offiziell« wissen und hat daher Filmkritiker*innen auf der ganzen Welt folgende Frage gestellt: Welches sind die besten Filme des 21. Jahrhunderts? 

 

Knapp 200 Filmkritiker*innen aus 36 Ländern wurden von der BBC befragt: The 21st Century’s 100 greatest films ist die Rangliste, die dabei herauskam. Da das 21. Jahrhundert ja noch nicht ganz so alt ist, sind in diesem Fall die Filme bis zum Jahr 2016 gemeint, denn aus diesem Jahr stammt die derzeit aktuellste Auswertung der British Broadcasting Corporation. Von den 100 besten Filmen haben wir uns die absoluten Sahnestückchen herausgepickt. Wer die ganze Liste sehen will, kann das mit einem Klick auf den obenstehenden Link tun. Und wer die folgenden Filme in den letzten Jahren verpasst hat, bekommt hier vielleicht Lust darauf, die ein oder andere »Bildungslücke« zu schließen.

Platz 5: »Boyhood« (2014)

Dass es Boyhood in die Liste der 100 besten Filme geschafft hat, verwundert vermutlich niemanden. Das Filmdrama von Regisseur Richard Linklater ist ein Filmprojekt, das begeistert. Boyhood erzählt die Geschichte des heranwachsenden Mason (Ellar Coltrane) – und das über einen Zeitraum von 12 Jahren – und zwar nicht nur Filmjahren, sondern echten Jahren. Die ersten Aufnahmen fanden im Sommer 2002 statt. Von diesem Zeitpunkt an trommelte der Regisseur die Schauspieler immer wieder zusammen und schuf so eine fiktive filmische Langzeitstudie, in der die Schauspieler aber tatsächlich gealtert sind. Und nicht nur das: Die vier wichtigsten Schauspieler durften die Dialoge auch selbst mitgestalteten und –schreiben und konnten so ihre eigenen Erfahrungen mit einfließen lassen. So etwas hat es zuvor noch nicht gegeben. 

Platz 4: »Chihiros Reise ins Zauberland« (2001)

In diesem liebevoll gestalteten Animefilm von Hayao Miyazaki geht es um die 10-jährige Chihiro. Sie und ihre Eltern verfahren sich bei ihrem Umzug in eine neue Stadt und landen an einem verlassenen Vergnügungspark, den sie zu erkunden beginnen. Doch wer diesen mysteriösen Ort vor Einbruch der Dunkelheit nicht verlassen hat, muss mit weitreichenden Konsequenzen rechnen. Am Ende ist allein Chihiro in der Lage, sich und ihre Eltern zu befreien. Bis heute ist der Zeichentrickfilm der meistausgezeichnete japanische Film. 

Platz 3: »There Will Be Blood« (2007)

Wir befinden uns in Südkalifornien um 1910: Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) ist ein Geschäftsmann durch und durch. Vom kleinen Schürfer hat er sich zum erfolgreichen Ölunternehmer hochgearbeitet. Doch seine Gier und die entstehende Feindschaft zu einem evangelikalen Prediger lassen die persönliche Erfolgsgeschichte des Daniel Plainview zu einem absoluten Drama werden. Regisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson hat mit »There Will Be Blood« ein zeitgenössisches Werk erschaffen, das noch viel mehr aufzeigt als die Kehrseite des Reichtums. 

 

Platz 2: »In the Mood for Love« (2000)

»In the Mood for Love« ist eine poetische Erzählung von Wong Kar-wai, der uns ins Hongkong von 1962 entführt. In der Geschichte geht es um Chow Mo-wan (Tony Leung Chiu-wai) und Li-zhen (Maggie Cheung). Die beiden ziehen jeweils mit ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner in ein neues Haus und lernen sich dort kennen. Beide Paare bekommen allerdings zunehmend Probleme, entfremden und streiten sich. Es kommt dazu, dass Chows Frau eine Affäre mit dem neuen Nachbarn beginnt und auch Chow und Li-zhen sich näherkommen – doch den letzten Schritt wagen sie nicht. Es geht um Liebe, Moral, Verzweiflung, Trauer, Hoffnung – und ein überraschendes Filmende.  

Platz 1: Mulholland Drive (2001)

Der Thriller mit Drama- und Mystery-Elementen von Regisseur und Drehbuchautor David Lynch spielt in Los Angeles und ist schon jetzt ein wahrer Klassiker. Das Besondere an dem Film ist seine außergewöhnliche Erzählweise, die einen großen Spielraum für vielfältige Interpretationen lässt. In der mysteriösen Geschichte, in der es um zwei Frauen geht, gibt es einen Handlungswechsel, in dem die Figuren, Schauplätze und Stimmungen ihre Bedeutung ändern. Durch die sich im Laufe des Films ändernden Identitäten bleibt der Film bis zur letzten Sekunde spannend. Wie er ausgeht? Das liegt im Auge des Betrachters… 

 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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