#WatchBar: Biografische Verfilmungen, die beeindrucken

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: PR
Tolkien - ein biografischer Film

Das wahre Leben schreibt die besten Geschichten. Dabei sind einige Biografien so faszinierend, dass sie kaum zu glauben sind. Doch diese Filme beruhen tatsächlich auf wahren Begebenheiten. 

 

Viele Menschen erleben große Erfolgsgeschichten oder Schicksalsschläge. Ihr Leben verläuft in einigen Fällen sogar so außergewöhnlich, dass sich selbst die phantasievollsten Drehbuchautoren derartige Geschehnisse nicht hätten ausdenken können. Deshalb lieben wir filmische Biografien, die uns in ein Gefühlschaos stürzen können und mitfiebern lassen. In unsere Filmtipps haben es eine ganz neue Verfilmung sowie einige ältere Meisterwerke geschafft. Wer die folgenden Filme also noch nicht gesehen hat, sollte dies dringend nachholen.  

»TOLKIEN« (ab dem 20. Juni im Kino)

Den meisten dürfte der Name John Ronald Reuel Tolkien (oder auch J.R.R. Tolkien) bekannt sein. Bei seinem Namen denken wir sofort an »Der Herr der Ringe« und »Der Hobbit«. Für Fantasy-Liebhaber gelten die Bücher des Autors als beeindruckend und prägend für das gesamte Genre. Doch wer war Tolkien eigentlich? In »TOLKIEN« lernen wir den visionären Geschichtenschreiber (gespielt von Nicholas Hoult) näher kennen. Der Film zeigt seine prägenden Jugendjahre, die ihn zu seinen weltbekannten Mittelerde-Romanen inspirierten. 

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 »Der große Trip – Wild« (2015)

Cheryl Strayed (gespielt von Reese Witherspoon) hat ihre Mutter verloren. Ihre Ehe ist zerbrochen und sie ist abhängig von Heroin. Glücklicherweise erkennt Cheryl, dass sie so nicht mehr weiter machen kann, und kehrt ihrem alten Leben den Rücken zu. Ohne Survival-Kenntnisse und mit einem viel zu schweren Rucksack begibt sie sich voller Entschlossenheit auf den Pacific Crest Trail entlang der Westküste der USA. In »Der große Trip – Wild« wird deutlich, wie sich ein Mensch allein durch Willensstärke und Mut zurück ins Leben kämpfen kann. Aufgeben ist für Cheryl keine Option – niemals! Und selbst dann nicht, wenn ein 2.000-Kilometer-Wanderweg und zahlreiche Tücken und Gefahren vor ihr liegen. Diese schaffen es am Ende sogar, die schrecklichen Erlebnisse ihres »früheren« Lebens ein Stück weit zu relativieren. Ein Film, der Motivation schenkt.

»Das Streben nach Glück« (2007)

Motivierend und unglaublich berührend geht es mit diesem wunderbaren Film weiter. »Das Streben nach Glück« spielt anfang der 1980er in San Francisco und erzählt die Geschichte von Chris Gardner (gespielt von Will Smith), der bisher keine beruflichen Erfolge verbuchen konnte und so knapp bei Kasse ist, dass er sich, seine Frau und seinen Sohn nur schwer durchbringen kann. Als seine Frau die beiden einfach zurücklässt, ist Chris auf sich allein gestellt. Durch einen Zufall und seinen starken Willen gelangt er an ein unbezahltes Praktikum bei einem Börsenmakler. Zwischenzeitlich sind er und sein Sohn sogar obdachlos, da er nun kein Geld mehr hat, um die Miete zu zahlen – unbezahlte Strafzettel für sein Auto bringen ihn sogar für eine Nacht ins Gefängnis. Dass der wahre Chris Gardner nie aufgegeben hat, hat er laut eigenen Aussagen seinem Sohn zu verdanken, dessen Wohlergehen ihm immer am wichtigsten war. 

 

»Rush – Alles für den Sieg« (2013)

Dieser Film bekommt im Jahr 2019 noch einmal eine ganz neue Bedeutung: In »Rush – Alles für den Sieg« geht es um Formel-1-Weltmeister Niki Lauda, der im Mai 2019 verstorben ist. Im Vordergrund der Handlung steht die Rivalität zwischen dem Österreicher (gespielt von Daniel Brühl) und seinem Rennfahrerkollegen, dem Engländer James Hunt (gespielt von Chris Hemsworth). Und selbst wer sich nicht für den Motorsport interessiert, dürfte von dem Film begeistert sein, denn die dramatische Geschichte um Lauda ist beeindruckend und schicksalhaft zugleich. Denn obwohl Lauda das verheerende Rennen im Jahr 1976 am Nürburgring, aufgrund des an diesem Tag herrschenden Starkregens, noch zu verhindern versucht, steigt er nach einer eindeutigen Abstimmung seiner Kollegen doch in seinen Ferrari. Bereits in der zweiten Runde kommt er ins Schleudern und stirbt beinah, als sein Auto in Flammen aufgeht. Trotz der enormen Verbrennungen, die ihm die 800 Grad heißen Flammen zugefügt haben, sitzt er nur sechs Wochen später wieder am Steuer. Vermutlich waren es allein sein Ehrgeiz und der Wille, seinen Konkurrenten zu besiegen, die ihn am Leben gehalten haben.

 

 »Schindlers Liste« (1993)

Es ist einer der wichtigsten Geschichtsfilme und ein zeitloses Meisterwerk gegen das Vergessen – ein Film, den wir uns nicht oft genug anschauen können. »Schindlers Liste« zeigt das Leben von Oskar Schindler, einem nationalsozialistischen Industriellen, der während des zweiten Weltkrieges etwa 1200 jüdische Zwangsarbeiter in seinen Rüstungsbetrieben beschäftigte. Er ließ sich auf ein riskantes Unterfangen ein, als er beschloss, immer mehr Juden anzuheuern, um diese vor dem Tod im Vernichtungslager Auschwitz zu bewahren. Nach außen hin gab der sich als treuer Verfechter des Nazitums. Innerhalb seiner Fabrik zeigte er sich als fürsorglicher Vorgesetzter. Die Schindler-Juden, wie sich alle geretteten Arbeiterinnen und Arbeiter selbst nannten, verdanken Oskar Schindler ihr Leben – doch der ist am Ende verzweifelt, denn das einzige, was er wollte, war es, noch viel mehr Menschenleben zu retten. Es gibt unzählige treffende Worte, um den Film von Regisseur Steven Spielberg in seiner Gesamtheit zu beschreiben. Doch um ihn wirklich zu begreifen, sollten alle Menschen diesen Film unbedingt gesehen haben.

»127 Hours« (2011)

Wenn Minuten zu Stunden und Stunden zu Tagen werden, dann kann das unter bestimmten Umständen schön sein, oder auch einfach nur wahnsinnig schrecklich. Der Bergsteiger und Abenteurer Aron Ralston (gespielt von James Franco) hat etwas durchgemacht, was für ihn persönlich auch gern schneller hätte vorbei sein können: Im Jahr 2003 stürzte er in einen Canyon in Utah und blieb mit seinem eingeklemmten rechten Arm stecken. Dehydriert und vollkommen kraftlos musste er diesen dann unter höllischen Schmerzen auch noch selbst amputieren. Ganze fünf Tage steckte er in der Felswand fest, bis das Unfassbare geschah. Sein Überlebenswille gab ihm völlig unerwartet die Kraft, sich aus der Felsspalte zu befreien. Eine Geschichte, die einfach unglaublich, jedoch tatsächlich so passiert ist. 

 »Wüstenblume« (2009)

Waris (zuerst gespielt von Soraya Omar-Scego) ist eine junge somalische Nomadin, die in einem Zelt in der Wüste lebt. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich ausschließlich dem Willen ihres Vaters gefügt. Der will sie mit einem älteren Mann verheiraten. Um der Heirat zu entgehen, flüchtet sie bis nach Mogadischu. Sie kommt bei ihrer Großmutter unter und wird wenig später nach London gebracht, wo sie als Dienstmädchen in der somalischen Botschaft Londons ohne Bezahlung arbeitet. Hier nimmt ihr Leben erneut einen furchtbaren Weg: Der Botschafter und seine Familie behandeln sie wie ihre Sklavin. Jahre später gelingt Waris (später gespielt von Liya Kebede) die Flucht. Zunächst auf der Straße lebend macht sie die Bekanntschaft mit der Verkäuferin Marylin (gespielt von Sally Hawkins), die zu ihrer guten Freundin wird. Und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf: Sie wird von keinem Geringeren als dem berühmten Modephotographen Terry Donaldson (gespielt von Timothy Spall) entdeckt und schafft es, zu einem der bekanntesten Models weltweit zu werden. Diese Geschichte berührt von der ersten bis zur letzten Sekunde. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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