Tanzserien und Tanzfilme für mehr Lebensfreude

Words by Jana Ahrens
Photography: Aditya Ali
Junge Frau mit langen Haaren tanzt nachts über eine beleuchtete Straßenkreuzung und streckt dabei eine Lichterkette über ihrem Kopf aus

Diese Woche dreht sich in unserer #WatchBar alles um Tanzfilme und Tanzserien. Die sind nicht nur inspirierend und motivierend, sie strahlen auch eine Menge Lebensfreude aus. Selbst, wenn die richtig guten Geschichten natürlich nicht ohne Drama und die eine oder andere Krise auskommen. Am Ende erhalten sich die Charaktere immer einen sicheren Rückzugsraum in ihrer Welt aus Tanz und Darstellung.

 

»FLASHDANCE«

Lust auf 80ies Retro-Klänge, sowie Styles und Tanz-Moves, die inzwischen wieder super modern sind? Dann ist »Flashdance« genau das Richtige. Nicht nur die Tanzszenen sind unwiderstehlich, auch der Soundtrack hat es absolut in sich. Kurz zum Plot: Die 19-jährige Schweißerin Alex tanzt nachts in einer Bar und würde am liebsten ihren gesamten Lebensunterhalt mit Tanz bestreiten. Nachdem sie eine Liebesgeschichte mit ihrem Chef Nick Hurley beginnt, arrangiert er für sie ein Vortanzen an einem berühmten Konservatorium. Der Plot gleicht also eher einem Märchen, denn einer realistischen Geschichte. Auch das Liebesdrama ist aus heutiger Sicht nicht gut gealtert. Doch die Tanzszenen und die Musik sind weiterhin absolute Super-Hits und einen Fernsehabend wert.

»POSE«

»Pose« ist eine fiktionale Serie, die den Erfolg des Doku-Epos »Paris is Burning« aufnimmt. Die Handlung spielt in der Ballroom-Szene in den 80er Jahren in New York. »Pose« zeigt hingebungsvoll, wie sich junge, queere Menschen in so genannten »Houses« organisieren, um sich so eine Ersatzfamilie zu schaffen, die ihre Werte teilt und die sie beschützt. Dringend nötig in einer Welt, die ihr gesamtes Sein ablehnt und in der sie Tag täglich nicht nur Beleidigungen, sondern auch sehr viel größeren Gefahren ausgesetzt sind. Pose zeigt, wie wunderschön und kraftvoll es sein kann, wenn sich marginalisierte Gruppen mit all ihrer Kraft dafür entscheiden, das Leben mit allen Fasern ihres Körpers zu feiern.  

 

»BILLY ELLIOT – I WILL DANCE«

Auch im Kinofilm »Billy Elliot – I will dance« geht es um Ermächtigung durch das Tanzen. Auch dieser Film spielt in den 8oer Jahren. Allerdings im Norden Englands, einer Gegend, die geprägt ist von der Kultur der Bergarbeiter, die für Jungen und Männer ein klares Bild von Männlichkeit vorsieht. Billy hasst jedoch den Boxunterricht, zu dem ihn sein Vater schickt und findet irgendwann seine Leidenschaft für das Ballett. Das führt zu starken Verwerfungen in der Familie und dazu, dass Billy hart darum kämpfen muss, seinen Traum leben zu können.  

»STEP UP«

»Step Up« ist ein wundervolles Tanzmärchen, in dem – ähnlich wie in »Save the Last Dance« oder  »Battle« – akademische Tanzstile und Streetdance aufeinander treffen. In diesem Fall entspinnt sich die Geschichte an Tyler Gage, der von einem Richter zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit an einer Kunsthochschule verurteilt wird. Hier trifft er die Tänzerin Nora Clark deren Tanzpartner für einen wichtigen Auftritt überraschend ausfällt. Tyler kann sie davon überzeugen mit ihm zu proben. So beginnt nicht nur eine märchenhafte Liebesgeschichte, sondern auch eine starke Coming-of-Age-Geschichte der beiden einzelnen Charaktere.

»DIRTY DANCING«

 

»Dirty Dancing« ist ein ähnlicher Klassiker wie Flashdance. Viele Szenen des Films sind inzwischen zu eigenständigen Memes geworden. Und die finale Tanzszene, mit dem Kult-Song »The Time of my Life« von Bill Medley und Jennifer Warnes, gehört definitiv dazu. Es muss jedoch für alle, die den Film noch nie komplett gesehen haben, dazugesagt werden: Der Plot ist nicht gut gealtert. Die Frauenrollen sind nicht besonders stark und der Konflikt zwischen den Generationen ist sehr schemenhaft dargestellt. Zugleich ist das natürlich auch ein spannender Einblick in die Zeit der Entstehung dieses Films. Er wurde 1987 veröffentlicht und die Geschichte selber spielt 1963 in einem Sommercamp in Upstate New York.

»DIL SE«

Zum Abschluss noch ein Blick über den westlich dominierten Tellerrand. Wenn es eine Filmindustrie gibt, die mehr als alle anderen auf die Inszenierung von Tanz setzt, dann ist das?… Bollywood. Für alle, die nach unseren Vorschlägen von romantischen Liebeskomödien mit Tanzszenen gar nicht mehr genug bekommen können, empfehlen wir einen Deep-Dive in diese Kinowelt. Das India Portal hat für euch die 8 erfolgreichsten Bollywood-Filme der letzten Jahre versammelt. Wir möchten euch, als kleines Schmankerl, die Zug-Tanzszene aus dem Klassiker »Dil Se (Von ganzem Herzen)« empfehlen. Denn diese wurde tatsächlich live, ohne Netz und doppelten Boden, von den Hauptdarstellern und ihrer Tanzcrew selber auf einem fahrenden Zug umgesetzt. Ganz schön beeindruckend und ganz schön schön.

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Auf der Berlinale wurden im Februar 2019 auch einige spannende neue Serien vorgestellt. Viele davon sollten inzwischen veröffentlicht sein. Vielleicht ist ja etwas für euch dabei? Ein Rückblick auf unsere Empfehlungen:
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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Dabei interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Zum Schönen gehört natürlich auch, wenn sich komplexe Themen in verständliche Zusammenhänge zerlegen lassen. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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