Mubi - der Streamingsdienst für Filmverrückte

Words by Annekathrin Walther
Photography: Krists Luhaers auf Unsplash
Viele Menschen sitzen in einem Kino auf roten Sesseln und schauen auf die Leinwand
Netflix und Prime kennt jede. Aber habt ihr schon mal von Mubi gehört? Mit einem »Klasse statt Masse«-Angebot ist Mubi genau das Richtige für alle Kinofans. Wir stellen euch den Streamingdienst für Filmverrückte vor.
 

Streamingdienste gibt es mittlerweile viele. Sofern man einen abonniert, hat man jederzeit Zugriff auf eine Vielzahl von Filmen und Serien. Wenn man nicht gerade in eine neue Serie verliebt ist, kann die Auswahl am Abend schon mal schwerfallen oder zu hitzigen Debatten führen. Es kann nerven, wenn Familienmitglieder oder Mitbewohner*innen lautstark das x-te Screening von Findet NemoBridget Jones oder Matrix fordern.

 

So funktioniert Mubi

 

Keine Frage, das sind alles gute Filme. Aber die ein oder andere sehnt sich vielleicht auch mal nach etwas Ausgefallenerem, nach etwas Unbekanntem, bei dem sich nicht nach fünf Minuten das Gefühl einschleicht, es eigentlich doch schon gesehen zu haben. Wem es so geht, ist bei Mubi richtig. Mubi stellt jeweils nur 30 Filme zum Angucken und Downloaden zur Verfügung. Jeden Tag kommt ein neuer Film – »Film des Tages« genannt – dazu, und der älteste Film – der dann 30 Tage im Angebot war – verschwindet wieder. Es ist also permanent Bewegung im Programm. 

Unter den 30 Filmen finden sich auch kleinere ausgewählte Reihen, die das Werk eine*r Regisseur*in oder auch ein Filmfestival genauer ins Visier nehmen. Derzeit gibt es beispielsweise noch Filme der kürzlich verstorbenen Regisseurin Agnès Varda und eine Retrospektive zu Ehren des Regie-Duos Straub-Huillet zu sehen. Nie gehört? Hatten wir auch nicht, aber wir sind neugierig. 

Neben den Filmen selbst erscheint auf Mubi das filmjournalistische Magazin Notebook, das täglich neuen Inhalt zu Filmen und Festivals liefert. Wer sich außerdem mit anderen Filmverrückten vernetzen will, kann das ebenfalls über die Seite tun.

Die Regisseurin Agnès Varda auf der Berlinale 2019: Was macht diese Frau für Filme?

 

Im Unterschied zu anderen Streamingdiensten geht es Mubi nicht darum, die Bedürfnisse einer breiten Masse zu bedienen, sondern darum, ein ausgewähltes und sorgfältig aufbereitetes Angebot zu liefern. CEO und Gründer Efe Çakarel erklärt: »Wir sind eine kreative Plattform. Das ist der Unterschied. Mubi steht und fällt mit Kuratierung. Das ist unser Rezept für Wachstum.«

 

Çakarels Bedürfnis nach gutem Kino, das jederzeit überall verfügbar sein sollte, war der Impuls, der den Stein ins Rollen brachte. Vor 12 Jahren saß er in einem Café in Tokio und ärgerte sich darüber, dass es keine Möglichkeit gab, In the Mood for Love von Regisseur Wong Kar-Wei spontan auf dem iPad zu schauen. Die Idee für Mubi war geboren.

Bereits vor 12 Jahren startete Efe Çakarel das Projekt Mubi

 

Einziger Wermutstropfen: Serien gibt es auf Mubi nicht. Efe Çakarel begründet dies mit seiner Liebe für das Kino: »Uns geht es um tolles Kino! Und zwar ausschließlich: Serien haben wir bisher nicht angefasst, auch wenn das geschäftlich viel einträglicher wäre.« 

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann einen Probemonat gratis ausprobieren. Hier gilt es allerdings darauf zu achten, dass sich der Probemonat auf einen Kalendermonat bezieht. Das heißt, am besten ist es, das Probeabo am Anfang des Monats zu kaufen. So profitiert man wirklich einen ganzen Monat vom Angebot und kann schauen, ob es sich für einen lohnt. Wer beispielsweise erst am 25. eines Monats zur Probe abonniert, muss bereits am Anfang des nächsten Monats zum ersten Mal zahlen. Das Mubi-Abo kostet dann regulär 9,99 € im Monat. Wer sich gleich für ein ganzes Jahr entscheidet, fährt mit einem Gesamtpreis von 95,88 € etwas günstiger. 

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Annekathrin Walther

Redakteurin

Annekathrin Walther spielt mit Text seit ihr Lesen und Schreiben möglich ist. Auf ihr Studium der LIteraturwissenschaft folgten Exkursionen ins Stadttheater und den Buchhandel. Seit 2013 liegt sie als Freiberuflerin vor Anker und schreibt als solche für Theater, Audio und Internet.

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