Lesen verändert sich: die neuen Trends

Words by Jana Ahrens
Photography: Ayo Ogunseinde
Anschnitt einer Frau, die mit kurzen Jeans auf einem Stuhl sitzt und ein Buch aufgeschlagen auf den Knien liegen hat

Von Steintafeln und Papyrus über gedruckte Bücher und Zeitschriften hin zu elektronischen Medien: Unsere Art zu lesen verändert sich permanent. Deshalb geht es diese Woche in unserem #BookClub primär darum, wie wir heute und in Zukunft lesen wollen. Und welchen Einfluss das auf die Inhalte haben kann, die wir konsumieren. Wir sind gespannt darauf, welche neuen Arten zu lesen euch besonders gut gefallen.

 

Readly – Print-Magazine und Specials an einem Ort online

 

Stell dir mal vor, du könntest deinen Lieblingszeitschriftenladen streamen wie Netflix, Amazon Prime oder Sky. Du bezahlst ein monatliches Abo und kannst einfach auf alles zugreifen, was du gern lesen möchtest. Wäre das nicht fantastisch? Wie gut, dass es das schon gibt: Readly lässt dich für einen Pauschalpreis Tausende Magazine lesen. Die Artikel oder Ausgaben, in die du dich vertiefen willst, kannst du Dir auch offline verfügbar machen. So bekommst du einen ganz neuen Überblick über Themen zu deinen Hobbys und zum Weltgeschehen – oder einfach nur über die neusten Storys aus dem Königshaus oder von den Kardashians. Du hast die Wahl.

 

Whispersync – lesen mit integriertem Hören

 

Hörbücher sind toll, aber Lesen ist auch super. Hast du schon mal vor der schwierigen Entscheidung gestanden, ob du eine Neuerscheinung lieber hören oder lesen möchtest? Mit Whispersync von Audible und Amazon brauchst du dich nicht mehr zu entscheiden. Für viele E-Book-Ausgaben von Büchern gibt es inzwischen auch Hörbuch-Ausgaben, die mit dem E-Book synchronisiert werden können. Das heißt: Wenn du abends mit einem E-Book auf dem Sofa eingeschlafen bist, kannst du das Buch am nächsten Tag im Auto an genau der Stelle weiter hören, an der du am Vorabend ausgestiegen bist. So verschwendest Du keine wertvolle Zeit damit, im jeweils anderen Medium nach der richtigen Stelle zu suchen, sondern kannst immer direkt loslegen und entsprechend tief in die Geschichte oder Handlung abtauchen. Eine Art Bingelesen statt Bingewatching.

 

Pocket – individuell Artikel sammeln

 

Wer kennt das nicht? Jeden Tag landen unzählige Newsletter mit interessanten Artikel-Vorschlägen im E-Mail-Postfach. Viele davon sind so lang, dass sie nicht mal eben überflogen werden können. Dazu kommen die Artikel mit dem Prädikat »Must read«, die uns von Freunden und Freundinnen geschickt werden. Und all das, was uns bei regelmäßigen Online-Recherchen über den Weg läuft. Wer soll da den Überblick behalten? Pocket tut das für dich. In dieser App kannst du übersichtlich sammeln, was du noch lesen möchtest, und Dir die Artikel in einem entspannten, werbungsfreien Layout auch offline verfügbar machen.

 

WikiTribune – das Beste aus Community- und Profi-Journalismus

 

Die Online-Zeitung WikiTribune wurde von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ins Leben gerufen, um mit den vereinten Kräften von Community- und Profi-Journalismus gegen Fake News vorzugehen. Die Plattform wird von gelernten Vollzeit-JournalistInnnen gepflegt und kuratiert. Diese Profis reisen für die Zeitung auch durch die Welt, um – ganz klassisch – guten investigativen Journalismus zu betreiben. Doch dazu kommen die Kommentare, Anmerkungen, Ergänzungen und das Fachwissen der LeserInnen. Jeder Artikel kann von ihnen mit Ergänzungsvorschlägen, Hintergrundkommentaren und Erfahrungsberichten erweitert werden. Diese werden dann vom WikiMedia-Kernteam gesichtet, auf Herz und Nieren überprüft und – wenn sie verlässlich und hilfreich sind – hinzugefügt. Die Artikel von WikiTribune leben also.

 

Eat Your Books – immer alle Kochbücher dabei

 

Eat Your Books verknüpft all die schön gebundenen und liebevoll bebilderten Kochbücher in deinem Küchenregal mit online verfügbaren Zutatenlisten. So macht diese App es möglich, auf dem Heimweg spontan für das aufwendige Ottolenghi-Hühnchengericht einzukaufen, ohne schon am Morgen vorher gewusst zu haben, dass es dieses Gericht abends geben soll.

Das Prinzip beruht darauf, dass Zutatenlisten keinem Copyright unterliegen. Deshalb darf Eat Your Books – kurz EYB – diese Listen in der App verfügbar machen. Du gibst also bei EYB an, welche Bücher du zu Hause stehen hast, kaufst dadurch entspannter ein und kannst dann zu Hause die Art der Zubereitung in Ruhe in deinen Büchern nachschlagen. Sehr praktisch – und auch irgendwie schön, dass auf diese Weise die Kochbuchsammlung endlich mal wieder so richtig zum Einsatz kommt und wir nicht mehr nur das kochen, was sich schnell zwischen den Supermarktregalen zusammengegoogen lässt.

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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Dabei interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Zum Schönen gehört natürlich auch, wenn sich komplexe Themen in verständliche Zusammenhänge zerlegen lassen. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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