Grün, grüner, Instagrün

17.02.2018
Words by Jana Ahrens
Grün, grüner, Instagrün

Foodporn, Selfies und Fitness-Fotos, damit liegen wir auf Instagram nie falsch. Jetzt gibt’s da aber noch was: Intragram wird grün. Noch nicht gesehen? Einfach mal #Pileapeperomioides #Jungalowstyle #Urbanjunglebloggers oder all die anderen Instagrün Hasthags ausprobieren und es erklärt sich sofort, warum der Trend zum Pflanzenfoto jetzt so deutlich wird.

Nicht alle haben so viel Platz und öffentliches Grün wie die Landbewohner, die Berliner oder Münchener. Und trotzdem ist auch in Tokyo oder Paris klar, dass Pflanzen für Raumklima und Gemüt eine Wucht sind. So sind sie inzwischen wieder – nach einer langen Phase des super puren Minimalismus – ein wichtiger Teil des Interior Designs geworden. Obendrein sind sie ziemlich nette Mitbewohner. Sie hören super zu, schauen jede Guilty-Pleasure Serie geduldig mit an und sorgen zugleich für frische Luft. Was wollen wir mehr?

Besonders beliebt sind Pflanzen wie die #Monstera, die #Succulents oder #Alocasia. Sie geben auch den nordeuropäischen und den ultra-urbanen Wohnungen ein botanisches Flair, dass schon fast ein bisschen Urlaubsgefühl versprüht. Und der gute, alte #Cactus ist auch wieder hip. Denn der lässt uns von Mexiko oder Argentinien träumen, während er unseren hektischen Arbeitsalltag mit wenig Zeit zum Pflanzengießen gewährend hinnimmt.

Aber auch, wenn die Pflanzen mal nicht so üppig und prächtig gedeihen, kann daraus ein Instagram-Meme werden. Unter #Institutionplant sammeln sich nach und nach diese typischen Büro-, Krankenhaus- oder Bürgeramt-Gewächse, die sonst wenig Aufmerksamkeit bekommen. Und auch der deutsche Künstler Frederik Busch hat mit seiner Serie German Business Plants süffisante Awareness für die Büropflanze erzeugt, die bereits vom Monopol-Magazins aufgegriffen wurde. Dank Analyse und Unterstützung der Kunsthistorikerin und Instagram-Insiderin Anika Meier – als @gert_pauly und @thisaintartschool ein Must-Follow – werden die Zimmerpflanzen Siegfrid, Sven, Dagmar und Helga bestimmt noch einen weiten Fankreis erobern. Ob sie das wachsen lässt?

Das Beitragsbild ist übrigens von Ionut Coman Photographer auf Unsplash

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Jana Ahrens

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Bis 2013 hat sie als Modedesignerin gearbeitet. Seitdem widmet sie sich dem Schreiben. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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