#FollowFriday mit richtig guten Instagram-Reportagen

13.07.2018
Words by Jana Ahrens
SOJKA_TAIWAN_EMMA

Der #FollowFriday ist zurück. In guter alter Twitter-Manier werden freitags jetzt auch auf Instagram tolle Accounts angepriesen, denen ihr unbedingt folgen solltet. Wir finden diese Tradition super und machen mit – diese Woche mit ein paar Accounts für berührende Reportagen und gekonntes Storytelling.

Instagram hat sich wohl auch deshalb so stark durchgesetzt, weil das Erzählen von Geschichten in Bildern Menschen universal erreichen kann. Die Accounts, die sich primär einem tollen Storytelling widmen, sind aber inzwischen recht rar geworden. Doch noch immer gibt es wahre Bild-Lyriker, die das Beste aus der Plattform herausholen. Entweder weil sie einfach geniale Reportage- oder Dokumentarfotograf*innen sind oder weil sie die spezifischen Möglichkeiten von Instagram ganz gezielt einzusetzen wissen. Oder einfach gleich beides. Dies sind unsere Favoriten:

Anika Meier nutzt Instagram nach dem Prinzip der ersten Stunde: Nicht nur als Tagebuch – aber auch. Nicht nur als Plattform für ihre ganz eigene Bildästhetik – aber auch das. Bei ihr geht es nicht darum, ob wir hinter die Kulissen blicken und ihren Alltag verfolgen dürfen. Es geht darum, wie sie die Welt sieht. Dadurch fällt auch ein kleiner Zauber auf unsere eigene. Neben diesem Zauber gibt es auch noch ihr Projekt @thisaintartschool, das sie zusammen mit Jorg Sengers betreibt. Hier kollaborieren die beiden mit Museen und rufen zu künstlerischen Assignments auf.

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Antony Sojka hat es mit Licht. Das lässt sich auch an dem wunderschönen Beitragsbild ablesen, das er uns für diesen Artikel freigegeben hat. Er findet einen warmen Schimmer auf dem Gesicht von Menschen und in der Natur. Er schafft das, egal wo er ist. Und er ist überall auf der Welt unterwegs. Es scheint fast, als wäre es gerade die Suche nach neuen Perspektiven auf dieses Licht, die ihn antreibt. Er beherrscht die Kunst, Motive entstehen zu lassen, die in einem Bild eine ganze Geschichte andeuten und uns die Möglichkeit bieten, in dieser Geschichte zu versinken, ein bisschen zu träumen. Dank der Vielfalt seiner Arbeit wird das nie langweilig. Jede Falte, jeder Schatten und jedes Detail lässt uns tiefer in seine Bilder auftauchen.

Marilyn Mugot ist Fotografin, laut ihrer Instagram Bio in Paris. Doch ihre Bilder wirken oft, als wären sie aus jeglichen Zeitzonen gefallen. Irgendwo zwischen Asien und den Banlieues französischer Großstädte, irgendwo zwischen der Apokalypse und den Seerosenteichen der Impressionisten findet Marilyn ihre Motive und Farben. Sie erzählt moderne Märchen in beeindruckender Fotografie, und aus jedem Instagram-Post entwickelt sich eine eigene kleine Geschichte.

Maria Van Nguyen ist Designerin. Sie hat ihren Abschluss an der renommierten Parsons School in New York gemacht. Maria Van Nguyen verliert wenige Worte. Es gibt kaum Interviews mit ihr, aber dafür um so mehr Fotos von ihrer Arbeit und ihrer Sicht auf die Welt. Zentrum all dieser Bilder ist ihr Instagram-Account. Er ist ein traumhaft schönes Beispiel dafür, dass diese Plattform zu mehr gut sein kann als nur zur Vermarktung der neusten Kreationen oder zur Ankündigung der aktuellen Kollaborationen. Maria entfaltet hier das ganze Können ihrer konzeptuellen Design-Leistung in Form von Bildern. Sie verbindet das Banale mit dem Besonderen, verschleiert das allzu Offensichtliche und behält dabei immer eine minimalistische Bildsprache im Blick. Allen, deren Instagram-Feed manchmal zu hektisch und überladen wird, empfehlen wir eine große Portion @mariavannguyen.

Die Instagram-Bio von Kevin McElvaney verrät, dass er es mag, wenn die Menschen um ihn herum glücklich sind. Trotzdem begibt er sich auch immer wieder an Orte, an denen der Schmerz besonders offen liegt. Ob es sich um die Erstaufnahmestellen für geflüchtete Menschen an den Küsten Europas handelt oder um die syrische Stadt Mosul – Kevin lässt sich von Intensität nicht abschrecken. Er ist klassischer Reportage-Fotograf. Er schafft es, Menschen nahe zu kommen, ohne übergriffig zu werden. Und irgendwie hat er auch mal was über Ikonografie gelernt. Denn manche seiner Bilder sind über die vordergründigen Motive hinaus mit viel historischer Bedeutung aufgeladen.

Jay Owens ist eigentlich Wissenschaftlerin. Geologin, genauer gesagt. Ihr Spezialgebiet? Staub. Allen, die sich das jetzt nicht als spannendes Thema vorstellen können, sei ihr Newsletter ans Herz gelegt. Doch jetzt zu Instagram. Hier erzählt Jay Owens Bildgeschichten über Städte, Berge und Bücher. Sie wählt auch hier einen ganz besonderen Ausschnitt. Es sind nicht primär glamouröse Städte, über die sie berichtet. Und wenn es um Berge geht, dann auch gern mal über solche in unterrepräsentierte Gegenden, zum Beispiel über den Mount Kazbek in Georgien. Jay hat einen Blick für das Obskure im Alltag. Sie findet immer einen Weg, diesen Blick auf spannende Art an uns weiterzugeben.

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Das Vestoj-Magazin erscheint zwei Mal pro Jahr und befasst sich mit allem, was Mode kulturell auflädt. Der passende Instagram-Account dazu hilft, die Zeit zwischen den Ausgaben stilvoll und hochinteressant zu überbrücken. Hier erzählen besondere Menschen die Geschichten ihrer Bekleidung und ihres Stils. Es ist also der einzige Account in dieser Reihe, der auch einen ganz besonders großen Schwerpunkt auf die Bildunterschriften legt. Doch auch die Motive an sich sind in der Tradition der Streetstyle-Fotografie aufs Schönste dokumentarisch angelegt. Hier lernen wir die Träger der Kleidung weit über die Wahl der Modemarken und Trend-Erscheinungen hinaus kennen.

Welchen Reportage- oder Dokumentarfotograf*innen folgst du? Schreib es uns in die Kommentare!

Die Empfehlungen unseres letzten #FollowFriday findest du hier…

Das Beitragsbild ist übrigens von Antony Sojka

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