Emmy-Gewinner*innen: Diese Serien solltet ihr sehen

Words by Jana Ahrens
Photography: Amazon.com Inc.
Zwei junge Frauen mit schwarzen Haaren sitzen in Festtagskleidung unter freiem Himmel auf barocken Stühlen

Ist es nicht praktisch, dass die Emmys immer zu einer Zeit stattfinden, zu der das Serien-Gucken dank schlechteren Wetterverhältnissen eh wieder attraktiver wird? Deshalb haben wir euch in dieser #WatchBar die Serien der vielen talentierten Emmy-GewinnerInnen dieses Jahres zusammengestellt, die ihr diesen Herbst und Winter dringend auf eure Binge-Liste setzen solltet.

 

Fleabag

Amazon Prime

 

Schauspielerinnen, die auch Drehbücher schreiben, sorgen oft für besonders überzeugende Frauenrollen. Deshalb muss natürlich »Fleabag« ganz am Anfang dieser Serien-Liste stehen. Die Comedy-Serie, die 2016 von Amazon Prime noch eher als Indie-Serie vermarktet wurde, hat inzwischen weltweit eine riesige Fangemeinde versammelt. Die Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Phoebe Waller-Bridge, die sich in ihrer Rolle in keinster Weise schont, erhielt nicht nur einen Emmy für die beste Performance als Hauptdarstellerin einer Comedy-Serie. Auch Ihr Drehbuch wurde als bestes Drehbuch im Bereich Comedy mit einer Emmy-Trophäe ausgezeichnet.

 

Killing Eve

Auf Blue-ray

 

Und wo wir gerade bei Drehbüchern von Phoebe Waller-Bridge sind: Die hatte auch bei »Killing Eve« von BBC America ihre Finger mit im Spiel. In der Serie findet eine MI5-Agentin namens Eve (die von der durch »Grey’s Anatomy« bekannt gewordenen Sarah Oh gespielt wird) heraus, dass hinter einer europaweiten Mordserie eine Frau stecken muss. Eve wird auf die Mörderin angesetzt und es beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel. Die Emmy-Trophäe ging in diesem Fall an Jodie Comer, die in ihrer Rolle als Mörderin Oksana als beste Hauptdarstellerin einer Drama-Serie ausgezeichnet wurde. 

 

Pose

Netflix

 

 

Von dieser Serie haben wir euch bereits in unserer WatchBar über Tanzfilme und Tanzserien vorgeschwärmt. In »Pose« geht es um die Ball Culture im New York der 1980er Jahre. Es wird facettenreich dargestellt, wie sich Transsexuelle in so genannten »Houses« ihre eigenen Wunschfamilien zusammenstellen und gemeinsam das Leben feiern oder gegeneinander in Tanz-Wettkämpfen antreten. Den Emmy dazu gewann Billy Porter als bester Hauptdarsteller einer Drama-Serie. Es ist kaum zu glauben, aber er ist damit der erste schwarze, offen homosexuelle Schauspieler, der diese Auszeichnung in der Geschichte der Emmys erhalten hat.

»Ball Culture«, »Drag Ball Culture« und »House-Ballroom Community« sind gleichermaßen Bezeichnungen für eine LGBTQ-Subkultur, die sich in den USA entwickelt hat. Teil dieser Kultur ist es, einen »Walk« vorzuführen, der im Rahmen eines Wettbewerbs auf einem Ball gezeigt wird und über den Trophäen, Preise und Ruhm angesammelt werden können. Teilnehmer der Bälle sind meistens junge afro-amerikanische und latein-amerikanische Angehörige der LGBTQ-Gemeinschaft. Sie tanzen, voguen, walken, posieren, bewerten und unterstützen sich gegenseitig in einer oder mehreren Drag-Darbietungen, die in verschiedene Kategorien unterteilt sind. Diese Kategorien sind so aufgebaut, dass sie verschiedene Geschlechter und soziale Klassen zugleich versinnbildlichen und verspotten, während sie außerdem einen glamourösen Ausstieg aus der Realität bieten sollen. Die Ball Culture geht weit über die extravaganten, formalisierten Veranstaltungen der eigentlichen Bälle hinaus. Denn viele der Teilnehmer gehören zu spezifischen Gruppen, die »Houses« genannt werden: eine traditionelle Art der LGBTQ-Gemeinschaft, sich in selbst gewählten Familienzusammenhängen oder unter Freunden einen gemeinsamen Haushalt aufzubauen, meist um die eigentliche Herkunftsfamilie zu ersetzen, zu der viele keinen Kontakt mehr haben. Quelle: Wikipedia

 

The Act

Amazon, iTunes, Google Play

»The Act« ist nichts für schwache Nerven. Das liegt nicht nur am herz- und nervenzerreißenden Drehbuch. Sondern auch an der großartigen schauspielerischen Leistung, die bei allen wichtigen Rollen dieser Drama-Serie zu vermerken ist. Dazu gehören auch solche, die offiziell als Nebenrollen geführt werden, wie zum Beispiel die von Patricia Arquette, die hier eine krankhaft überfürsorgliche Mutter spielt und dafür dann auch als beste Nebendarstellerin in einer Mini-Serie mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. »The Act« erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das in ihrer Pubertät herausfindet, dass all die schweren Krankheiten, an denen sie seit ihrer Kindheit leidet, wohl nur eine Erfindung ihrer Mutter sind. Sie versucht, sich zu befreien.

 

When they see us

Netflix

Die Netflix-Mini-Serie »When they see us« erzählt die wahre Geschichte der sogenannten »Central Park 5« – einer Gruppe junger, schwarzer, männlicher Teenager, die 1989 fälschlicherweise der Vergewaltigung einer weißen Joggerin angeklagt und dann auch entsprechend verurteilt wurden. Für seine Rolle als Korey Wise, einem der 5 Angeklagten und zu Unrecht Verurteilten, wurde Jharrel Jerome der Emmy als bester Nebendarsteller in einer Mini-Serie verliehen.

 

Barry

Amazon, maxdome, iTunes, Google Play, Sky Ticket, Sky Go, Microsoft, Videoland, Sony, CHILI

Die Comedy-Serie »Barry« hat schon 2018 mit 11 Nominierungen und 3 Trophäen ganz schön abgeräumt. Dieses Jahr gab’s dann obendrauf noch den Emmy für Bill Hader als besten Hautdarsteller in einer Comedy-Serie. Barry erzählt die Geschichte eines Ex-Marines und Profikillers, der in Los Angeles Geschmack an der Schauspielerei findet und von da an versucht, sowohl seine Killer-Jobs als auch eine Karriere als Schauspieler parallel zu arrangieren. Das sich diese zwei Ziele in die Quere kommen, ist natürlich vorprogrammiert. 

 

 

Chernobyl

Amazon, maxdome, iTunes, Google Play, Sky Ticket, Sky Go, Videoload, videociety, freenet Video

 

Alle, die sich dieses Jahr mit Serien befasst haben, werden früher oder später über »Chernobyl« gestolpert sein. Die von Sky und HBO produzierte Mini-Serie hat es geschafft, mit ungewöhnlichen Entscheidungen bezüglich Drehbuch, SchauspielerInnen und Regie eine historische Geschichte mit thrillerähnlicher Spannung aufzuladen, obwohl wir alle wissen, wie es damals zu‑ und ausgegangen ist. Viele Fans sagen, dass das hauptsächlich daran liegt, dass sich die MacherInnen der Serie an den richtigen Stellen so nah wie möglich an den Fakten orientiert, an anderen Punkten aber gar nicht erst den Versuch unternommen haben, Realität zu erzeugen. So sprechen beispielsweise alle SchauspielerInnen Englisch mit ihrem natürlichen Akzent, ohne dass dies zu irgendeinem Zeitpunkt die Handlung stört. So wurde „Chernobyl“ denn auch als beste Mini-Serie dieses Jahres mit einem Emmy ausgezeichnet.

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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Dabei interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Zum Schönen gehört natürlich auch, wenn sich komplexe Themen in verständliche Zusammenhänge zerlegen lassen. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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