#WatchBar: 4 bewegende Dokumentationen auf Netflix

Words by Arzu Gül
Photography: Anna Shvets via Pexels
Lesezeit: 2 Minuten
Schwarze und weiße Frau umarmen sich - Dokumentationen

Rassismus, Homophobie, Tabu-Thema Menstruation: In unserer heutigen #WatchBar stellen wir vier bewegende Netflix-Dokumentationen vor, die die unglaublichen Geschichten von großen und kleinen HeldInnen des Alltags erzählen.

Der 13.

Angesichts der wieder aufflammenden Rassismus-Diskussion ist die Dokumentation »Der 13.« aus dem Jahr 2016 auch heute noch hochaktuell. Der Film geht auf die Ungleichheit der US-amerikanischen Ethnien, insbesondere der schwarzen und weißen Bevölkerung, ein. Mit dem Titel bezieht sich Regisseurin Ava DuVernay auf den 13. Zusatzartikel der US-amerikanischen Verfassung, mit dem 1865 die Sklaverei endgültig abgeschafft wurde. Doch in vielen Köpfen und insbesondere im amerikanischen Justizsystem sind Schwarze noch immer keine wirklich gleichwertigen Mitglieder der Gesellschaft, sondern werden Weißen gegenüber benachteiligt und stehen schnell unter Generalverdacht. Der Film beleuchtet nicht nur die historische Entwicklung von Rassismus, sondern beschäftigt sich auch mit den aktuellen Missständen des amerikanischen Systems. Zu Wort kommen dabei wichtige PolitikerInnen, AktivistInnen, HistorikerInnen und ehemalige Strafgefangene.

City of Joy

Der von Kolonialismus, Kriegen und Konflikten gezeichnete östliche Teil der Demokratischen Republik Kongo wird häufig als der für Frauen schlimmste Ort der Welt bezeichnet. Die Dokumentation unter der Regie von Madeleine Gavin begleitet die erste Gruppe von Studentinnen, die eine neue Einrichtung namens »City of Joy« aufsucht, wo Opfern von Gewalt Unterstützung, Heilung und eine Gemeinschaft geboten wird. Dabei wird die Reise der kongolesischen Frauen eng verwoben mit den Geschichten der GründerInnen des Zentrums verwoben: Dr. Denis Mukwege, Gynäkologe und Friedensnobelpreisträger, der Frauenrechtlerin Christine Schuler-Deschryver und der radikalen Feministin Eve Ensler, Autorin von The Vagina Monologues. Zwischen den Frauen entwickelt sich eine besondere Freundschaft, in der sie lernen, ihre schrecklichen Erfahrungen hinter sich zu lassen und zu starken Stimmen des Wandels heranzuwachsen.

Stigma Monatsblutung

Die Periode ist bis heute in vielen Teilen der Welt ein Tabu-Thema. Besonders schlimm ist es in den ländlichen Gebieten Indiens. Dort, wo Männer die Periode als Krankheit bezeichnen und Frauen aufgrund des Eintritts ihrer Monatsblutung die Schule abbrechen, scheint in den letzten Jahrzehnten keinerlei Aufklärung stattgefunden zu haben. In dieser oscarprämierten Dokumentation begleiten die Regisseurinnen Rayka Zehtabchi und Melissa Berton eine Gruppe von Frauen in der nordindischen Stadt Hapur, die mithilfe einer kleinen Maschine beginnen, selber kostengünstige, biologisch abbaubare Damenbinden herzustellen. Anschließend klären die auf diese Weise mündig gemachten Frauen andere Frauen und junge Mädchen  über die Periode auf, verkaufen die Binden zu günstigen Preisen und ermöglichen damit erstmalig den Zugang zu Monatshygieneartikeln.

Eine geheime Liebe

1947 lernen sich die professionelle Baseballspielerin Terry Donahue und Pat Henschel kennen. Für ihre Familien sind die beiden Frauen gute Freundinnen, für die Öffentlichkeit Cousinen. Doch Pat und Terry sind mehr als das. Sie verlieben sich ineinander – und sind ein Paar in einer Zeit, in der Homosexualität noch illegal ist. Chris Bolan, Terrys Groß-Neffe, erzählt in seinem Regie-Debüt die große Liebesgeschichte zweier Frauen, die 72 Jahre lang Seite an Seite lebten und ihre Liebe zueinander fast ihr gesamtes Leben über verstecken mussten, bis sie sich 2015 im Altersheim endlich das Ja-Wort geben durften.

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Wie wir lernen, antirassistisch zu sein

Die jüngsten Vorkommnisse in den USA machen uns auf erschreckende Art und Weise wieder bewusst, wie allgegenwärtig Rassismus in der Gesellschaft ist. Die meisten von uns hätten wahrscheinlich bislang von sich behauptet, frei von Vorurteilen dieser Art zu sein. Doch es zeigt sich: Wir alle müssen nun ganz bewusst erlernen, antirassistisch zu sein.

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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