#BookClub: Spannende Science-Fiction-Hörbücher zum Abtauchen

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Anh Lê auf Unsplash
Diese Hörbücher solltest du hören

Science-Fiction führt uns in die Zukunft, zu fremden Zivilisationen und häufig auch weit weg von der Erde. Dieses narrative Genre regt unsere Fantasie an und macht das Unmögliche möglich. Mit folgenden Hörbüchern begeben wir uns in – mal mehr, mal weniger realistische – futuristische Welten.

 

Ob vor dem Einschlafen, beim Hausputz, auf dem Weg zur Arbeit oder auf Reisen – Hörbücher und Podcasts sind definitiv eine Bereicherung. In unserem heutigen #BookClub widmen wir uns daher einmal nicht den gedruckten Büchern, sondern lassen uns starke Geschichten von tollen AutorInnen und wunderbaren Stimmen vorlesen. Dabei geht es um ein ganz besonderes Genre: Diese Top-5 Science-Fiction-Hörbücher solltet ihr unbedingt hören:

VOX

Wir Menschen sprechen durchschnittlich 16.000 Wörter am Tag. Was ist, wenn es plötzlich nur noch 100 sein dürfen? Autorin Christina Dalcher erzählt in »Vox« die Geschichte von einer Welt, in der Frauen per Regierungsdekret nur noch hundert Wörter am Tag von sich geben dürfen. Was genau das bedeutet, erleben wir mit der Hauptfigur Jean. Sie ist Wissenschaftlerin und Mutter einer Tochter. Schon bald kann sie ihren Job nicht mehr ausüben und ihrer Tochter keine Gute-Nacht-Lieder mehr vorsingen. Das Armband, das Frauen und Mädchen am Arm tragen müssen, zeigt genau an, wie viele Wörter bereits gesprochen wurden. Wer sich nicht daran hält, muss um sein Leben fürchten. Doch wie kann so etwas sein? Jean kämpft und möchte sich den Mund nicht verbieten lassen. 

Wie die Geschichte ausgeht, hört ihr bei AudibleGoogle Playoder Thalia. »Vox« von Christina Dalcher. Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Aeckerle und Marion Balkenhol. Sprecherin: Andrea Sawatzki, Spieldauer: 9 Std. und 47 Min. 

Wenn Frauen nur noch 100 Wörter sprechen dürften… Ein Gedankenexperiment das nachdenklich macht.

Die Optimierer

Wenn wir uns heutzutage selbst optimieren, dann in der Regel freiwillig und so, wie es uns persönlich gefällt. Wir bilden uns weiter, kümmern uns um unsere Fitness oder sorgen für einen ordentlichen Haarschnitt. Wollen wir das nicht, ist das auch okay. In dem mehrfach preisgekrönten Debütroman »Die Optimierer« von Theresa Hannig hat jedoch niemand die Wahl. Wir befinden uns im Jahr 2052 in der Bundesrepublik Europa. Hochentwickelte Roboter kümmern sich um Sicherheit und Wohlstand. Tatsächlich handelt es sich um einen Überwachungsstaat, dem nichts entgeht. Dass jeder einzelne hier lebende Mensch der Gesellschaft möglichst optimal nutzt, dafür sorgt die Agentur für Lebensberatung. Samson Freitag arbeitet dort als sogenannter Lebensberater und hat sich mit dem System angefreundet. Doch dann gerät er plötzlich selbst in das Visier des Systems und nun soll auch er optimiert werden – selbst wenn er das gar nicht will. 

Eine Dystopie, die absolut mitreißend und beängstigend ist. »Die Optimierer« von Theresa Hannig gibt es bei Audible zu hören. Gelesen von: Richard Barenberg, Spieldauer: 9 Std. und 12 Min. 

Könnten auch wir in der Zukunft in einem Überwachungsstaat leben, in dem wir alle optimiert werden?

Ich bin viele

Dieses Szenario kennen wir aus vielen Science-Fiction-Romanen: Um weit zu reisen oder eine gewisse Zeitspanne zu überstehen, wird der eigene Körper einfach einvakuumiert oder eingefroren. Letzteres passiert auch mit dem Körper von Bob, nachdem dieser beim Überqueren der Straße überfahren wurde. Den Vertrag zum Einfrieren hatte er (zum Glück?) vorher noch abgeschlossen. Als er wieder aufwacht, sind genau einhundert Jahre vergangen, und Bob ist nicht mehr er selbst, sondern eine künstliche Intelligenz, die nun dem Staat gehört. Im Auftrag der Regierung hat er die große Aufgabe, neue bewohnbare Planeten zu finden. Gelingt ihm das nicht, droht ihm die Abschaltung. Er genießt sein neues Leben und das Abenteuer, doch kämpft er nun auch gegen die Zeit. 

Wie das spannende und humorvolle Abenteuer endet, lässt sich bei Google Play und Amazon hören. »Ich bin viele« von Dennis E. Taylor. Aus dem amerikanischen Englisch von Urban Hofstetter. Sprecher: Simon Jäger, Spieldauer: 11 Std. und 14 Min.

Wird Bob auf fremde, bewohnbare Planeten stoßen?

Wer fürchtet den Tod

Die Geschichte beginnt so, wie es uns auch aus früheren Zeiten (und mancherorts sogar leider heute noch) bekannt ist: Die dunkelhäutigen Okeke werden von den hellhäutigen Nuru unterdrückt und müssen sich unterordnen. Die Okeke und vor allem Onyesonwu, ein mutiges, junges Mädchen, möchten diese Ungerechtigkeit nicht länger hinnehmen. Es gibt nur eine Möglichkeit: Onyesonwu muss ihr gesamtes Volk befreien. Um das tun zu können, begibt sie sich auf eine lange Reise voller Gefahren. Ihr Ziel ist der mächtige Zauberer Daib. Sie möchte ihn töten, um den Bann zu brechen und sich für ihre Mutter zu rächen, die einst von ihm misshandelt worden ist. Was die Sache so dramatisch macht: Daib ist Onyesonwus Vater. 

Die Geschichte, deren Filmrechte bereits an HBO verkauft wurden und die von »Game of Thrones«-Schöpfer George R. R. Martin als Serie umgesetzt werden soll, gibt es bei Bastei Lübbe zu hören. »Wer fürchtet den Tod« von Nnedi Okorafor. Aus dem Englischen von Claudia Kern, gelesen von Gabriele Blum. Spieldauer: 15 Std. und 33 Min.

Wird sich das Volk der Okeke befreien können?

Oryx und Crake

Diese Geschichte spielt in einer nicht ganz so fernen Zukunft. Die genetische Manipulation ist jetzt so weit fortgeschritten, dass Menschen zu neuen Wesen werden können. »Oryx und Crake« ist der Auftakt einer Trilogie und keine leichte Kost. Denn all das, was die Autorin Margaret Atwood hier beschreibt, könnte genau so schon bald passieren. Vor allem, wenn es um den genialen Wissenschaftler Crake geht, bei dem der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn zunehmend verschwimmt. Er ist dabei, Medikamente zu entwickeln, die die Menschen vor Epidemien schützen und immunisieren sollen. Doch das ist nicht sein einziger Plan… 

Die packende Geschichte »Oryx und Crake« von Margaret Atwood gibt es bei Audible. Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Lüdemann, gelesen von Uve Teschner, Spieldauer: 11 Std. und 16 Min. 

Was hat Drake mit den Medikamenten vor?

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Diese Zukunftsvisionen lassen dich nicht mehr los

Das Buch-Genre Science-Fiction wird in Deutschland noch immer nicht richtig ernst genommen. Dabei ist hier schon seit langer Zeit richtig gute Literatur zu finden und wir uns gerade alle so viel mit Zukunftsvisionen beschäftigen. Speziell Science-Fiction von Frauen zeigt da neue Wege auf. In Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, wie wir sie gerade erleben, doch genau das Richtige, oder?  

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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