#BookClub: Buchtipps für die Sommerferien

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Chen Zo auf Unsplash
Bücher für die Sommerferien

Für eine der schönsten Zeiten des Jahres, also den Urlaub, brauchen wir unbedingt Lesestoff, der dafür sorgt, dass wir unsere entspannten Stunden am Strand, am Baggersee oder auf der heimischen Terrasse so richtig genießen können. 

 

Normalerweise erwarten wir von einer passenden Lektüre, dass sie uns berührt, inspiriert, mitreißt, fesselt, zum Lachen und zum Weinen bringt und unsere Vorstellungskraft beflügelt, bevor wir nach der letzten Seite wieder sanft auf dem Boden der Tatsachen landen. Für den Tag am Strand darf sie aber natürlich vor allem eines sein: unterhaltsam und leicht. Vielleicht ist in unserem #BookClub etwas für euch dabei. 

 

»Elefant«

Elefanten haben etwas Beeindruckendes an sich. Wer die sanften Riesen schon einmal frei und in ihrer natürlichen Umgebung bewundern durfte, wird dieses unbeschreibliche Gefühl, das sich dabei im Herzen ausbreitet, vermutlich nie wieder vergessen. Um einen ganz besonderen Elefanten geht es auch in Martin Suters Roman. Doch das Tier sieht anders aus, als wir es kennen. Der Obdachlose Fritz Schoch lebt in einer Höhle, und gerade als er sich hinlegen möchte, um seinen Rausch auszuschlafen, erscheint ihm plötzlich ein rosaroter Mini-Elefant. Alles nur Einbildung? Nein. Viele Fragen tun sich auf: Woher kommt das Geschöpf? Und wie ist es entstanden? Hat es einen Sinn und Zweck? Das Interesse an dem Elefanten ist groß, doch gehen diese weit auseinander. Vom Elefantenflüsterer zum Gentechniker und zurück in die Obdachlosenszene: Die spannende Reise des rosaroten Elefanten sollte von niemandem unverfolgt bleiben.  

»Elefant« von Martin Suter – als Taschenbuch erschienen am 26. Juni 2019 

»Wir hier draußen: Eine Familie zieht in den Wald«   

Uns Menschen fallen sie nur selten wirklich leicht: die kleinen und großen Veränderungen im Leben. In der Regel lieben wir das Konstante und fühlen uns sicher, wenn wir ganz genau wissen, was uns voraussichtlich erwartet. Umso beeindruckender ist die Geschichte von Andrea Hejlskov. Die Autorin war an einem Punkt in ihrem Leben angelangt, an dem sie das Gefühl hatte, sich immer wieder im Kreis zu drehen. Die Dänin arbeitete als Lehrerin in Kopenhagen, war Geschäftsführerin einer Coaching-Agentur und arbeitete zudem als Consultant. Der sich ständig wiederholende Alltag inklusive harter Arbeit war nicht das Leben, das sie sich vorgestellt hatte. Zusammen mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebt sie inzwischen in einem Wald in Südschweden. Ihre einzigartigen Erfahrungen hat sie aufgeschrieben. 

»Wir hier draußen: Eine Familie zieht in den Wald« von Andrea Hejlskov (aus dem Dänischen von Roberta Schneider) – als Taschenbuch erschienen am 8. Juli 2019

»what if? Was wäre wenn?« 

»Was wäre wenn?« ist eine Frage, die wir uns im Alltag immer mal wieder stellen. Dabei kann diese Fragestellung unter Umständen ziemlich abstrakt sein. Denn was wäre, wenn ich rechts und nicht links gegangen wäre, lässt sich im Nachhinein nur spekulieren. Im Buch von Randall Munroe wird es mitunter allerdings sogar ziemlich wissenschaftlich. Hypothetische Fragen beantwortet er mal mehr, mal weniger spekulativ und versucht, uns die Welt auf originelle Art und Weise zu erklären und näherzubringen. So stellt er sich zum Beispiel die Frage: »Was wäre, wenn sich die Erde und alles auf ihr plötzlich nicht mehr drehen würde, die Atmosphäre aber ihre Geschwindigkeit behielte?« Seine Antwort: »So ziemlich jeder würde sterben. Danach würde es erst richtig interessant werden.« Wie interessant die ausführliche Antwort weitergeht? Was wäre, wenn ihr es nicht nachlesen würdet? Kurzum: Ihr würdet etwas verpassen. 

»what if? Was wäre wenn?« von Randall Munroe (aus dem Englischen von Ralf Pannowitsch) – erschienen als Taschenbuch am 14. November 2016

 

»Die Lieferung« 

Die meisten Menschen lassen sich hin und wieder etwas liefern. Essen, Kleidung, Möbel… Eine Lieferung ist also nichts Ungewöhnliches und, in den meisten Fällen, absolut nicht angsteinflößend. In dem Thriller von Andreas Winkelmann dürften sich die Opfer allerdings gewünscht haben, weder etwas bestellt noch dem Lieferanten die Tür geöffnet zu haben. In der Geschichte dreht sich alles um einen perfiden Täter, der sich das Vertrauen seiner Opfer noch nicht einmal erschleichen muss und der den Hamburger Polizeikommissar Jens Kerner und dessen Kollegin vor ein großes Rätsel stellt. Wer auch beim Entspannen auf der Sonnenliege nach etwas Nervenkitzel sucht und nichts gegen ein bisschen Gänsehaut einzuwenden hat, kann sich den Thriller gern mit einpacken. 

»Die Lieferung« von Andreas Winkelmann– erschienen als Taschenbuch am 18. Juni 2019

 

»Im Freibad«

Wer erinnert sich noch an die unbeschwerten Sommertage, die als Kind im Freibad verbracht wurden? Schwimmen, spielen und eine große Portion Pommes mit Ketchup und Mayo – mehr brauchte es nicht, um einen unvergesslichen Tag mit den Eltern oder Freunden zu erleben. Ähnlich geht es auch Rosemary. Sie hat sehr viel Zeit im Freibad verbracht und schwimmt dort seit über 60 Jahren jeden Morgen ihre Bahnen. Doch nun soll alles anders werden. Dort, wo gerade das Schwimmbecken steht, sollen demnächst Eigentumswohnungen entstehen. Doch das kommt für Rosemary und Kate, eine Journalistin, die über das Freibad schreiben soll, nicht infrage. Die beiden Frauen werden Freundinnen und beschließen, den Ort zu retten, der ihnen und vielen anderen Menschen doch so viel bedeutet. Aus diesem Roman möchte man nicht mehr so schnell auftauchen. 

 »Im Freibad« von Libby Page(aus dem Englischen von Silke Jellinghaus) – erschienen als Taschenbuch am 31. Mai 2019 

»Die Geschichte des Wassers«

Was würden wir ohne Wasser tun? Klar ist, dass das Wasservorkommen endlich ist und unser Planet mit den hier lebenden Menschen, Tieren und Pflanzen immer wieder zu spüren bekommt, was es heißt, wenn das Wasser eben nicht einfach aus einer Leitung tröpfelt oder vom Himmel fällt. Im Roman »Die Geschichte des Wassers« geht es genau darum – und um zwei Geschichten, die zunächst unabhängig voneinander abzulaufen scheinen, denn die eine spielt in der Vergangenheit, die andere in der Zukunft. In der ersten geht es um die 70-jährige Umweltaktivistin Signe, die mit ihrem Segelboot zu dem Mann reist, den sie einst geliebt hat. Sie möchte ihn davon abhalten, Umweltsünden zu begehen. Am Ende scheitert sie. Die zweite Geschichte spielt im Jahr 2041. Hier zeigt sich, was eine große Dürre den Menschen abverlangt. Es geht um David und seine Tochter Lou, die fliehen müssen und denen nur noch eine Chance bleibt. Der Roman macht klar: Noch leben wir nicht im Jahr 2041 – noch können wir etwas tun.  

»Die Geschichte des Wassers« von Maja Lunde (aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein) – erschienen als Taschenbuch am 10. Juni 2019 

Die Geschichte des Wassers

Welches Buch lest ihr gerade oder habt ihr in eurem letzten Urlaub gelesen? Teilt es uns in den Kommentaren mit. 

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#BookClub Rezension: »Bin im Garten« von Meike Winnemuth

Den Traum vom eigenen Garten tragen viele in sich – und manchmal auch ihr Leben lang mit sich herum. Irgendwie steckt in der Idee vom Gärtnern ein ganz besonderes Versprechen. Doch was passiert, wenn man die Idee in die Tat umsetzt? Meike Winnemuth hat genau das gemacht. Sie hat das Stadtleben hinter sich gelassen und ist für ein Jahr in ihren Garten an der Ostsee gezogen. Über das Jahr hat sie ein Buch geschrieben. Wir haben es gelesen.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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