Wird 2019 alles anders? Enttäuschung über den Jahreswechsel

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
Marisa macht's sichtbar

Das Jahr 2019 ist erst wenige Tage alt. Doch kaum war es da, hat es mich schon überrascht. Und das allerdings eher negativ…

 

Bevor ich meine allererste Kolumne im Jahr 2019 so richtig beginne, wünsche ich euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr! Ich hoffe, ihr seid gut reingerutscht und steckt voller Tatendrang.

Noch nicht bereit für 2019

Wie ich in das neue Jahr gekommen bin? Also im Grunde ziemlich gut. Wie wir es uns vorgenommen hatten, haben wir den Silvesterabend in unserem griechischen Lieblingsrestaurant direkt um die Ecke verbracht. Zusammen mit einem eng befreundeten Pärchen genossen wir ein ausgezeichnetes 5-Gänge-Menü, unterhielten uns unentwegt und fingen bereits an, Pläne für das kommende Jahr zu schmieden. Da wir unseren Tisch bereits um 19 Uhr reserviert hatten, hoffte ich auf einen gemütlichen und vor allem langen letzten Abend. Doch nachdem ich mein Dessert gegessen hatte und die Vorspeise meines Empfindens nach nicht mehr als zwei Stunden zurücklag, schaute meine Freundin auf die Uhr und stellte erstaunt fest: »Oh, nur noch eine Stunde.«

»Aufwachen! Noch 15 Minuten«

Und dann – zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht genau, wieso – beschlich mich das leise Gefühl, für den Jahreswechsel noch nicht bereit zu sein. Dieses merkwürdige Gefühl kannte ich bisher nicht. Doch 2018 war toll gewesen. Ich wollte das Jahr noch nicht gehenlassen. »Aufwachen! Noch 15 Minuten« hörte ich es plötzlich. Was? Okay, in meinem Ranking der »am schnellsten vergangenen Abende des Jahres« schafft es der 31. Dezember definitiv auf Platz 1.

Und schon standen wir mit einem Glas Sekt an der Mundsburger Brücke. Da ich zuvor bereits festgestellt hatte, dass meine Armbanduhr nicht funktionierte, und ich mein Handy bewusst in der Tasche gelassen hatte, schaute ich wieder meine Freundin an, die mir den ganzen Abend über zuverlässige Zeit-Updates gegeben hatte. Doch dann bemerkte ich, dass die Leute um uns herum bereits zählten – der Countdown hatte schon längst begonnen. Und wie der Abend aufgehört hatte, fing der 1. Januar für mich auch an: Mit einem »Oh, es ist wohl schon null Uhr« und »Das ging jetzt aber schnell« wünschten wir uns nach allen anderen Um-uns-herum-Stehenden ein frohes, neues Jahr.

 

Was kommt? Was geht? Was bleibt?

Nachdem wir noch ein wenig den Raketen beim Steigen zugesehen und ausgetrunken hatten, spazierten wir wieder nach Hause. Obwohl der Abend (fast) so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt hatte, hielt mich die Enttäuschung über das schnelle Ende noch einige Zeit lang wach. In den letzten Tagen habe ich mir noch viele Gedanken über dieses Gefühl gemacht. Immerhin bin ich, soweit ich mich erinnern kann, noch nie mit negativen Emotionen in ein neues Jahr gestartet. Mein Problem: In der Vergangenheit hatte ich immer große Pläne. Vor dem Jahreswechsel stand also immer schon fest, was mich erwarten würde. Sei es ein Umzug, ein großer Urlaub, ein Jobwechsel, eine Hochzeit oder Ähnliches. Klar weiß ich, dass ich auch in diesem Jahr Urlaub machen möchte, doch fest gebucht habe ich bisher nichts. Und in diesem Jahr soll auch endlich meine Augen-Laser-OP stattfinden – doch auch diesen Termin kann ich erst in mehreren Wochen festzurren. Es gibt also nicht wirklich etwas, worauf ich aktuell so richtig hinfiebern kann (und vor der OP habe ich im Übrigen jetzt schon Angst). Ja, vielleicht macht das alles in allem den großen Unterschied zu den Jahreswechseln zuvor.

Ein neues Verpackungsgesetz

Davon abgesehen, dass sich bei mir persönlich erst einmal kein großes Ereignis ankündigt, bringt jedes Jahr natürlich auch Veränderungen mit sich, die viele Menschen betreffen. Im Jahr 2019 wird es mal wieder zahlreiche Änderungen wie zum Beispiel einen höheren Mindestlohn, geringere Krankenkassenbeiträge, neue 100- und 200-Euro-Scheine, mehr Kindergeld, weitere Dieselfahrverbote, und neue Getränkepfandregelungen geben. Letztere sind bereits am 1. Januar in Kraft getreten. Das neue Verpackungsgesetz schreibt höhere Recyclingquoten vor. Ab sofort soll es an den Regalen in Supermärkten und Getränkeläden einen gut sichtbaren Hinweis darauf geben, ob es sich um eine Einweg- oder Mehrwegflasche handelt. Für mich persönlich klingt das sinnvoll. Mir passiert es auch immer wieder, dass sich in meinem Regal Einwegflaschen sammeln, von denen ich beim Kauf fest davon überzeugt war, dass ich sie beim nächsten Einkauf wieder abgeben können würde. Pfand wird es künftig außerdem auf Fruchtsaftschorlen, einige Energydrinks und Milchmischgetränke geben. Was uns 2019 noch so alles erwartet, lässt sich hier gesammelt nachlesen.

Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich mich dem ersten, merkwürdigen Gefühl nicht weiter hingeben möchte. Es ist nicht schlimm, mal keine großen Pläne zu haben oder nicht bewusst von Highlight zu Highlight zu leben. Wie es bei mir persönlich weitergeht und was am Ende alles auf mich zukommt, darüber werde ich euch natürlich auch in diesem Jahr in meiner Kolumne berichten. Für euch und auch für mich bleibt es also spannend…

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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