New York: Ein unvergesslicher Wochenendtrip

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
Marisa auf der Brooklyn Bridge in New York
Kürzlich habe ich zusammen mit meiner besten Freundin ein verlängertes Wochenende in New York verbracht. Wir beide waren zum allerersten (aber ganz sicher nicht zum letzten) Mal in der »Stadt, die niemals schläft«. 

Wenn ich genauer darüber nachdenke, habe ich ein Herz für fremde Orte und besonders für fremde Städte. Egal ob Lissabon, Stockholm, London, Panama, San Francisco oder Los Angeles – bisher habe ich mich auf meinen Reisen immer wohlgefühlt. Die Städte, die mir in nicht so guter Erinnerung geblieben sind, lassen sich an weniger als 5 Fingern abzählen. Ob mir New York gefallen würde, darüber war ich mir im Vorhinein jedoch nicht so sicher. Zwar habe ich eine echte New-York-Liebhaberin in meinem Freundeskreis, doch habe ich auch immer wieder gehört, dass die Stadt sehr hektisch und vor allem laut sein soll und an ein entspanntes Erkunden aufgrund der zahlreichen Touristen kaum zu denken ist. So beschloss ich erst einmal, nicht zu viel zu erwarten und einfach alles auf mich zukommen zu lassen.

New York: überwältigend schön

Am Donnerstagmorgen ging es erst von Hamburg nach München und dann in einem etwa 8-stündigen Flug weiter zum John F. Kennedy Airport in New York. Vom Flughafen machten wir uns mit der U-Bahn direkt auf in unsere Unterkunft, die wir kurz vor dem Trip im Netz gebucht hatten und die nur wenige Meter vom Times Square entfernt lag. Als wir aus dem Untergrund stiegen, spürte ich sofort ein überwältigendes Gefühl. Von allen Seiten blinkten und leuchteten uns die riesigen Werbetafeln entgegen. Wir gingen an verschiedenen Restaurants, Theatern, Touristenattraktionen und Geschäften vorbei – bis wir bemerkten, dass wir in die falsche Richtung liefen. Doch das war egal, denn nach nur wenigen Minuten hatte mich diese Stadt in ihren Bann gezogen. Die Sorge, ich könnte mich unwohl fühlen, war sofort wie verflogen. Und das nächste überwältigende Gefühl ließ nicht lange auf sich warten: Die Aussicht von unserem Hotelzimmer auf die Skyline war einfach atemberaubend. Doch lange aufhalten wollten wir uns hier trotzdem nicht. Um vor dem Einschlafen noch etwas New-York-Luft zu schnuppern, schlenderten wir an unserem ersten Abend noch einmal zum Times Square und durch den Stadtteil Hells Kitchen, bevor wir müde und k.o. ins Bett fielen.

Times Square New York
Kurz nach der Ankunft in New York...
Times Square in New York
Der Times Square...
Brooklyn Bridge
Auf dem Wassertaxi hat man einen wunderbaren Blick auf die Brooklyn Bridge und die Stadt
New York
Mit dem Hop-on-Hop-off-Bus ging es durch die City...
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Ein Must-See: Das Rockefeller Center

Als wir uns wieder gefangen hatten, spazierten wir erst einmal am Hudson River entlang, bis wir an eine Haltestelle für Wassertaxis kamen. Mit einem solchen ging es direkt unter die Brooklyn Bridge bis hin zur Freiheitsstatue, der Miss Liberty. Nach einer Runde auf dem Wasser stiegen wir in Brooklyn im Stadtviertel Dumbo (Down Under the Manhattan Bridge Overpass) aus und gönnten uns eine riesige Pizza bei Ignazios. Anschließend spazierten wir über die hübsche, knapp 1,8 Kilometer lange Brooklyn Bridge zurück nach Manhattan. Hier stiegen wir wieder in den Hop-on-hop-off-Bus, genossen den zweiten Teil der Fahrt und freuten uns auf unser nächstes Sightseeing-Highlight: das Rockefeller Center. Wer New York von oben bestaunen und die beste Aussicht genießen möchte, sollte unbedingt auf die sogenannte »Top of the Rock«-Aussichtsplattform. Von hier aus lässt sich die Stadt komplett überblicken. Wer, so wie wir, erst am Abend kommt, kann neben einem romantischen Sonnenuntergang auch miterleben, wie New York City in der Dunkelheit so richtig erstrahlt, wenn in sämtlichen Gebäuden die Lichter angehen. Den aufregenden Tag ließen wir danach entspannt bei leckerem Sushi ausklingen.

Das One World Trade Center...
Das One World Trade Center...
9/11 Memorial
Einer der Pools zu Gedanken an die Opfer des 11. Septembers...
Empire State Building
Das Empire State Building...
Blick vom Rockefeller Center auf das Empire State Building
Der Ausblick vom Rockefeller Center ist atemberaubend...
Central Park
Im Central Park mit Blick auf die Stadt...
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Die berühmtesten Hoden der Welt

Am Samstag nutzten wir erst wieder den Sightseeing-Bus, der uns erneut zum One World Trade Center beförderte, wo wir uns mehrere Stunden für das »National September 11 Memorial and Museum« Zeit nahmen. In dem Museum lässt sich unter anderem die Entstehungsgeschichte der Zwillingstürme nachvollziehen sowie die detaillierten Abläufe der beiden Attentate von 1993 und 2001. Die Opfer werden hier auf eine ganz besondere und berührende Art und Weise geehrt.

Anschließend machten wir einen Spaziergang zur Wall Street und dem berühmtesten Bullen der Welt. Wer seinem Glück mit einem Griff an die Hoden der Statue auf die Sprünge helfen möchte, muss sich dafür erst einmal ganz weit hintenanstellen. Und so verzichteten wir auf ein gemeinsames Foto und den Geldsegen, der angeblich auf einen wartet, nachdem man den Stier an dieser pikanten Stelle berührt hat. Stattdessen schlenderten wir bis zum Abend noch durch die Straßen, bevor es in eine Ramen-Bar und anschließend zurück ins Hotel ging.

Ein Treffen mit Obama, Mandela, Hemingway und Co.

Am Sonntag stand dann noch das American Museum of Natural History auf dem Plan, durch das wir wieder mehrere Stunden streiften. Ziemlich erschöpft und müde gönnten wir uns ein spätes Mittagessen in einem Café namens Alice‘s Tea Cup. Hier sollen sich Erwachsene wie bei Alice im Wunderland fühlen. Die Atmosphäre ist wirklich bezaubernd und das Essen lecker. Am Abend stand dann noch ein weiteres persönliches Highlight von mir an: Ich liebe Madame Tussauds und finde es einfach faszinierend, großen Weltstars gegenüberzustehen – auch wenn sie nur aus Wachs sind. Vor allem bin ich immer wieder erstaunt, wie klein oder groß Obama, Mandela, Hemingway und Co. Wirklich sind bzw. waren.

Marisa bei Madame Tussauds in New York
Auf einen Tee mit Queen Elisabeth…
Marisa bei Madame Tussauds
Mit Anna Wintour in der Front Row...
Bruno Mars Madame Tussauds
Ein tolles Team? Bruno Mars und ich am Keyboard
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New York: Ich bin verliebt!

Der Montag war unser letzter Tag in New York und somit auch unser Abreisetag. Da unser Flieger erst um 22 Uhr ging, entschieden wir uns noch für ein gemütliches Frühstück und einen ausgiebigen Spaziergang im Central Park. Dieser ließ mir endgültig das Herz schwer werden. Denn zu diesem Zeitpunkt wusste ich es schon ganz genau: Ich hatte mich in New York verliebt. Die Stadt ist einen Besuch definitiv wert, und ich bin mir sicher, dass ich nicht zum letzten Mal dort gewesen bin.

Allerdings handelte es sich bei dieser Reise um einen der kostspieligsten Wochenendtrips, die ich bisher gemacht habe. Die Flüge und das Hotel waren relativ günstig – hier lohnt es sich, Preise zu vergleichen und mutig zu sein. Auch eine Woche vor Abreise lassen sich noch Schnäppchen machen. Für die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, die einzeln im Schnitt zwischen 30 und 60 Dollar gekostet hätten, habe ich mir zuvor den New York Pass gekauft. Mit diesem hat man freien Eintritt zu zahlreichen Attraktionen oder erhält wenigstens einen Rabatt auf den Eintrittspreis. Das einzige Manko: Beim Kauf hatte ich erwartet, dass der Pass, den man in der dazugehörigen App auf dem Smartphone öffnen kann, auch gleich als Eintrittskarte fungiert. Doch das ist nicht der Fall. Erst an der Kasse wird der Barcode gescannt, woraufhin man dann die Tickets für den Einlass bekommt. In der Schlange stehen mussten wir also dennoch, und die zum Teil sehr langen Wartezeiten waren natürlich nervig.

Für mich persönlich hat New York etwas Magisches. Die Stadt hat viele unterschiedliche Facetten und alle Gebäude – egal ob alt oder neu – haben ihre ganz eigene, spannende Geschichte. Nach diesem Trip ist mir auch zum ersten Mal in meinem Leben bewusst, was Wolkenkratzer wirklich sind. Und gefühlt gibt es hier noch so vieles zu entdecken. Doch wie gesagt: New York darf definitiv mit einem Comeback von mir rechnen.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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