Kommt mein Baby früher als gedacht?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
Lesezeit: 3 Minuten
Mich hat der Nestbautrieb gepackt – sollte mir das Sorgen machen?

Noch habe ich drei Monate Zeit bis zum errechneten Geburtstermin. Doch bereits seit Längerem habe ich das drängende Gefühl, für die Ankunft meines Babys alles vorbereiten zu müssen. Ist das etwa schon der sogenannte Nestbautrieb? 

Jede Frau und werdende Mutter geht anders mit einer Schwangerschaft um. Ich war zu Beginn eher unsicher und wurde erst mit der Zeit entspannter. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich nicht mehr in jedes Ziepen intensiv hineingedacht habe. Jetzt, wo ich mein Kind beinah rund um die Uhr deutlich spüren kann, gibt mir jeder Stupser die Gewissheit, dass alles in Ordnung sein muss. Irgendwie sind es genau diese Bewegungen in meinem Bauch, die ich gebraucht habe, um mich sicher zu fühlen.  

Das Baby kann kommen…

Was mir seit einiger Zeit ebenfalls dabei hilft, ist die kontinuierliche Abarbeitung meiner »Das muss ich alles noch tun, bevor das Baby kommt«-Liste. Dazu gehören bei mir neben dem Ausmisten der Wohnung auch Anschaffungen wie der Kinderwagen, das Babybett, die passende Wickelauflage, Kleidung und vieles mehr. Nachdem ich mental von der unsicheren in die entspanntere Phase gewechselt war, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, mit all dem erst im Mutterschutz zu beginnen. Immerhin habe ich mit dessen Beginn noch sechs Wochen Zeit bis zum errechneten Geburtstermin. Doch soll ich euch etwas verraten? Sämtliche Schränke und Schubladen habe ich bereits ausgeräumt und mit wesentlich weniger Inhalt wieder gefüllt. Und auch der Kinderwagen steht seit Anfang des Jahres bereit, das Babybett ist aufgebaut, die Kommode ist mit Bodys und Co. gefüllt, und sogar der Windeleimer steht schon an seinem Platz im Bad. Ihr denkt euch: Die ist aber früh dran? Ja, das bin ich, doch irgendwie konnte ich nichts dagegen tun. Eine innere Stimme in mir hat mich dazu angetrieben, die für mich wichtigsten Besorgungen mehr als rechtzeitig zu erledigen. 

Viele Babysachen habe ich bereits besorgt…

Der Nestbautrieb kündigt angeblich die baldige Ankunft des Nachwuchses an

Was viele Frauen wesentlich später als mich ereilt, wird häufig als Nestbautrieb bezeichnet und scheint eine Art Urinstinkt zu sein. Doch normalerweise erlebt man diese Energie und das Bedürfnis, alles für die Ankunft des Babys vorzubereiten, eben erst kurz vor der Geburt. Ist das also ein Hinweis darauf, dass mein Kind früher kommt, als gedacht? Nein, zum Glück nicht! Davon abgesehen, dass ich mir derzeit nichts mehr wünsche, als dass mein Baby kein Frühchen wird, konnte ich während meiner Recherchen herausfinden, dass es tatsächlich keinen wissenschaftlichen Nachweis für einen Nestbautrieb gibt. 

Die Erklärung dafür, dass die meisten Frauen besonders zum Ende der Schwangerschaft noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um alles für die Ankunft des Kindes bereit zu machen, ist dann doch eher profan: In vielen Fällen war vorher einfach keine Zeit dafür, manchen fehlte vielleicht auch einfach nur die Lust dazu. Auch ist die Notwendigkeit vorher einfach noch nicht gegeben – für die Urlaubsreise im August fangen wir schließlich auch nicht schon im Mai mit dem Kofferpacken an. Und dann braucht frau in den sechs Wochen vor der Geburt schlicht auch noch ein bisschen was zu tun, um sich die Wartezeit zu vertreiben. Doch Vorsicht: Man weiß nie, wie es einem in der letzten Schwangerschaftsphase gehen wird und wie beweglich man dann noch ist. Davon abgesehen, dass es sowieso tabu ist schwere Sachen zu tragen und zu heben, gibt es viele weitere Dinge, die man ohne Hilfe in diesem Stadium der Schwangerschaft lieber nicht mehr erledigen sollte – vor allem, um eventuelle Komplikationen zu vermeiden. 

Stress bitte unbedingt vermeiden! 

Manche bereiten sich also früher auf die Ankunft ihres Kindes vor, andere warten damit, bis die Geburt in greifbare Nähe gerückt ist. Was ich jedoch allen werdenden Eltern empfehlen würde, ist es, genau und frühzeitig auf eventuelle Lieferzeiten zu achten. Wer im Internet bestellt, muss bei Kinderwagen, Babybett, Hochstuhl und Co. eventuell mit bis zu acht Wochen Wartezeit rechnen. Die sollte man unbedingt mit einplanen, damit es am Ende nicht doch noch eng wird.

Ich für meinen Teil hoffe nun, dass ich vor allem den März über doch wieder etwas abschalten kann und nicht ständig darüber nachdenke, ob ich nun wirklich alles Wichtige für die ersten Wochen zu Hause habe. Zusammen mit den übrigen Alltags-To-dos war es zuletzt doch auch mal etwas turbulent geworden. Und wenn es eine Sache gibt, die man wirklich während der gesamten Schwangerschaft vermeiden sollte, dann ist das, wie wir alle wissen, Stress

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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