Mein Neujahrsvorsatz: Keine Vorsätze mehr!

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
Neujahrsvorsätze landen bei mir in der Tonne
Ein wahnsinnig spannendes und ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Rückblickend betrachtet verbuche ich 2018 als großen Erfolg – und das, obwohl ich standhaft auf Neujahrsvorsätze verzichtet habe und auch künftig keinen Wert darauf legen werde.
 

Die Silvesternacht bedeutet für viele Menschen etwas ganz Besonderes. Denn wie heißt es so schön: neues Jahr, neues Glück. Um dieses Glück zu finden, werden häufig Neujahrsvorsätze geschmiedet. Ob mehr Sport, einen neuen Job, weniger rauchen oder bewusst mehr Zeit für die Familie – die Liste an lebensoptimierenden Maßnahmen kann bei einigen ganz schön lang werden. Meine letzte Liste habe ich vor einigen Jahren in die Tonne geworfen. Wieso? Ich bin fest davon überzeugt, dass es mehr als einen feuerwerkreichen Abend braucht, um die Ziele zu erreichen, die man sich vorgenommen hat.

Ich freue mich auf 2019!

Um Vorsätze zu erfüllen, braucht es mehr als einen Jahreswechsel

Nämlich Mut, Disziplin, Durchhaltevermögen, Selbstakzeptanz, Fleiß, positive Energie, eine gute Selbsteinschätzung, Spaß – und hin und wieder auch jemanden, der einem unterstützend in den Allerwertesten tritt. All das (und vielleicht noch ein bisschen mehr) hat mich 2018 unter anderem dazu gebracht, meinen sicheren Job zu kündigen, um mich in ein wahnsinnig tolles Abenteuer zu stürzen und bei Monda durchzustarten. Mein jahrelanger Wunsch nach einer eigenen Kolumne ging kurz darauf ebenfalls in Erfüllung. Allerdings musste ich auch feststellen, dass man, wenn man etwas unbedingt möchte, ab und an vergisst, nach rechts und links zu schauen. Nach dem ersten Glücksgefühl über diesen persönlichen Erfolg folgte nämlich auch Angst: Woche für Woche nehme ich euch mit in meine persönliche Gedankenwelt und in mein Leben. Plötzlich stellte ich mir die negativsten Reaktionen vor und fing an zu zweifeln. Doch Angst bremst aus und kann im schlimmsten Fall zum Stillstand führen. Heute bin ich unendlich froh und stolz, dass ich mich nicht habe ausbremsen lassen.

 

Bringen Spinnen eigentlich Glück? 

Insgesamt betrachtet war 2018 auch mein sportlichstes Jahr. Mein Mann und ich haben einander motiviert und auch mal gegenseitig vom Sofa gezerrt. Die letzten Wochen haben wir zwar wieder etwas schleifen lassen, doch der Blick zurück spornt uns immer wieder an. Was ich ebenfalls als Erfolg verbuche? Ich habe den tollsten Mann auf diesem Planeten geheiratet und habe die wundervollsten Eindrücke und Erfahrungen während unserer Safari in Tansania gesammelt. Ebenfalls ganz oben auf der Liste steht der Kampf gegen meine Angst vor Spinnen. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich ein für mich äußerst riesiges und langbeiniges Tier ganz allein vor die Tür befördert. In der Vergangenheit kam es schon mal vor, dass ich schreiend (und wenn ich mich richtig stark geekelt habe, sogar weinend) den Raum verlassen und nach Hilfe gerufen habe. Ja, ich habe dahingehend noch einiges zu tun…

Lasst es krachen!

Vorsätze sind immer noch en vogue

Auch 2019 werden übrigens etwa 40 Prozent der Menschen mit guten Vorsätzen in das neue Jahr starten. Das kam bei einer Umfrage von Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit heraus. Unter den Top drei der Neujahrsvorsätze sind übrigens: „Stress vermeiden oder abbauen“, „mehr Zeit für die Familie und Freunde“ sowie „mehr Bewegung und Sport“. Rückblickend geben etwa die Hälfte der Befragten an, sich mindestens zwei bis drei Monate an einen Vorsatz gehalten zu haben. Aber wieso wird nicht länger durchgehalten? 

Dafür gibt es viele Gründe, und einer davon ist mit Sicherheit, dass so ein Vorsatz in den seltensten Fällen verbindlich ist. Denn was passiert schon, wenn man sich nicht an das Gesagte hält? Wer im letzten Jahr trotz Vorsatz mal wieder zu wenig Gemüse gegessen hat, wird ja nicht seinen Job verlieren. Weiterhin werden Vorsätze häufig falsch formuliert. „In diesem Jahr möchte ich ein paar Kilo abnehmen“ ist ziemlich unkonkret. Besser wäre es zu sagen: „Ich möchte bis zum 30. April 2019 fünf Kilo abnehmen.“ Und schon wird das Ziel klarer. Aber selbst wenn man bei der Formulierung alles richtig macht – Silvester setzt keinen Zauber frei, der derartige Dinge leichter werden lässt. 

Was ich sagen möchte, ist, dass ich gut verstehen kann, wenn man sich einen Startpunkt für die eigenen Vorhaben setzt. Doch ob dieser nun am 1. Januar ist, an einem Geburtstag, zu Ostern oder meinetwegen auch am internationalen Frauentag, spielt meiner Meinung keine Rolle. Die Hauptsache ist doch: anfangen und machen!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen fantastischen, gesunden und frohen Start ins neue Jahr. Auf dass 2019 noch wundervoller wird! Bis nächstes Jahr! 

 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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