Frohes neues: mal wieder ein ernüchternder Start ins Jahr?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Amy Shamblen auf Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Wird 2020 eine Katastrophe?

Wie beim letzten Jahreswechsel war ich auch dieses Mal wieder enttäuscht. Wovon? Einzig und allein von mir selbst. 

 

Zunächst einmal wünsche ich euch allen ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr! Ich hoffe sehr, dass ihr glücklich und zufrieden ins Jahr 2020 gestartet seid und fabelhafte Momente auf euch warten. 

Und während ich das hier schreibe, erlebe ich gerade ein Déjà-vu. Denn nicht nur fing meine erste Kolumne 2019 so ähnlich an wie diese hier, sondern ich kann mich auch noch genau daran erinnern, wie ich mich damals fühlte. Denn anstatt mich auf das neue Jahr zu freuen, trauerte ich eher dem alten hinterher und fühlte mich irgendwie überfordert. Und genauso geht es mir heute wieder. Somit bin ich zum zweiten Mal mit negativen Emotionen (und sogar mit Tränen) in das neue Jahr gestartet. Ist das etwa ein böses Omen? Wenn ich mir das vergangene Jahr so anschaue, kann ich die Frage eindeutig mit »Nein« beantworten. Natürlich lief nicht immer alles perfekt (das ist schließlich auch unmöglich, und das eine oder andere Ziel hätte ich schon noch erreichen können), doch alles in allem erinnere ich mich vor allem an die zahlreichen wunderbaren Momente und würde auch nichts anders machen wollen. 

Und auch der Silvesterabend an sich verlief wirklich harmonisch und schön. Gemeinsam mit Freunden genossen wir ein leckeres selbstgekochtes 3-Gänge-Menü, spielten Spiele und unterhielten uns – und da wir in diesem Jahr auf ein eigenes Feuerwerk verzichteten, schauten wir uns ab null Uhr das Spektakel der NachbarInnen aus sicherer Entfernung vom Balkon aus an. Doch aus irgendeinem Grund fühlte ich mich, kaum hatte das neue Jahr begonnen, mal wieder betrübt. 

Wird 2020 ein wundervolles Jahr, auch wenn man es mit negativen Gefühlen beginnt?

2020 verspricht ein großartiges Jahr zu werden

Und das, obwohl 2020 schon jetzt verspricht großartig zu werden. Viele liebe und enge Freunde von mir werden in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiern – ich eingeschlossen. Es wird auch zwei Hochzeiten geben, auf die ich mich schon jetzt riesig freue. Dann wären da noch Konzerte und Veranstaltungen sowie Wochenenden mit der Familie und Freunden, die bereits so gut wie feststehen. Zudem werden mein Mann und ich voraussichtlich ein Haus kaufen. Ja und dann wird es in meinem Leben noch eine extrem große Veränderung geben, von der ich euch allerdings erst in der kommenden Woche ausführlich berichten möchte. Obwohl es also erst einmal gar keinen Grund gibt, traurig zu sein, läuft bei mir seit dem Jahreswechsel der sogenannte Neujahrsblues rauf und runter.  

Wieso verspüre ich den Neujahrsblues?

Für den Neujahrsblues gibt es viele verschiedene Gründe. Zum einen liegt gerade die für viele Menschen so schöne Weihnachtszeit hinter uns. Die Feiertage sind vorbei und damit auch die freie Zeit. Doch kann es auch sein, dass die Nähe zur Familie anstrengend und aufwühlend war und man mit einem eher schlechten Gefühl aus den Weihnachtsfeiertagen kommt. Die Melancholie stellt sich aber auch ein, wenn wir (und das können wir Menschen besonders gut) nur an die negativen Dinge denken oder uns all das vor Augen führen, was wir innerhalb des vergangenen Jahres (mal wieder) nicht erreicht haben. Natürlich kann auch das Wetter eine Rolle spielen, das jetzt meist erst so richtig trüb wird. 

Tipps gegen den Neujahrsblues

Um sich in der Zeit um den Jahreswechsel herum besser zu fühlen, haben ExpertInnen ganz einfache Tipps parat. So habe ich immer wieder gelesen, dass man zum einen die Gefühle am Silvesterabend einfach mal hinnehmen und akzeptieren sollte, denn nicht jede*r MUSS sich zwingend auf den Jahreswechsel freuen. An Silvester sind immer wieder große Erwartungen geknüpft. Warum eigentlich? Neujahr muss auch nicht unbedingt der Beginn von etwas Neuem sein. Wenn bisher alles gut lief, wieso sollte man etwas verändern wollen? Und wenn man etwas verändern will, lässt sich dieser Entschluss auch an jedem x-beliebigen anderen Tag fassen. 

Wenn man sich traurig und leer fühlt, sollte man unbedingt Dinge tun, die Spaß bringen, und vor allemMenschen treffen, die einem guttun. Darüber zu sprechen, was einem auf der Seele brennt, hilft besonders gut dabei, die negativen Gedanken zu vertreiben. 

Und wenn man gerade schon dabei ist, sich einem Lieblingsmenschen anzuvertrauen, sollte man bei dieser Gelegenheit unbedingt auch über alle positiven Erlebnisse und Momente aus den letzten Monaten sprechen. Erst dann merkt man mal wieder, dass es doch im Grunde gar keinen Grund zum Traurigsein gibt. 

Glücklich & zufrieden in 10, 9, 8…?

Diese drei Tipps werde ich gleich in die Tat umsetzen. Denn auch ich habe gemerkt, dass ich mir immer wieder selbst auferlege, dass Silvester etwas Besonderes sein und ich mich über den Jahreswechsel freuen muss. Genau das hat die letzten beiden Male nicht funktioniert. Ich hänge nun mal an dem Alten, und um mich an das Neue zu gewöhnen, benötige ich einfach noch einen Moment Zeit. Die gönne ich mir jetzt – und das, ohne mich krampfhaft zu zwingen, glücklich und zufrieden zu sein. Das Treffen mit meiner besten Freundin ist übrigens auch schon geplant. Sie ist sowieso die beste Medizin, denn egal, wie schlecht es mir geht: Nach einem Telefonat oder Treffen mit ihr sieht die Welt schon wieder ganz anders aus… 

Wie fühlt ihr euch nach dem Jahreswechsel? Glücklich und motiviert oder betrübt und müde? Teilt es mir in den Kommentaren mit.

Umfrage

Was ist Civey?

Share:

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

Kommentieren