Freudentränen & Gänsehaut: So war mein erster Hochzeitstag

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
So war mein erster Hochzeitstag
In der vergangenen Woche feierten mein Mann und ich unseren allerersten Hochzeitstag. Ein Tag, auf den ich seit Wochen hingefiebert habe und der all meine Vorstellungen übertroffen hat. 
 

In den letzten Wochen konnte ich meinen allerersten Hochzeitstag kaum noch erwarten. Ich steckte voller Vorfreude und war froh, als es in der vergangenen Woche endlich so weit war. Warum dieser Tag für mich so wichtig war und ist, lässt sich ganz einfach erklären, denn obwohl sich nach der Hochzeit eigentlich kaum etwas verändert hat (wir sind immer noch dieselben), liebe ich es, verheiratet zu sein und in Unterhaltungen von »meinem Mann« zu sprechen. Da die Zeremonie und die Feier mit all unseren Freunden und der Familie zudem der bisher schönste Tag in meinem Leben war, bedeutet mir gerade das erste Jubiläum unendlich viel. 

Mein Hochzeitsgeschenk

Außerdem plante ich im Vorhinein ein Hochzeitsgeschenk, das ich natürlich einige Zeit geheim halten und kurz vorher noch heimlich vorbereiten musste. Allein der Gedanke daran ließ die Aufregung in mir steigen. Unser Hochzeitstag fiel auf einen Sonntag – für den Samstagabend hatten wir uns allerdings vorgenommen, in dem Restaurant unserer Hochzeitslocation, dem Waldesruh am See, essen zu gehen und sozusagen »reinzufeiern«. Als ich den Tisch reservierte, fragte ich außerdem das Hochzeitszimmer an, in dem wir auch vor genau einem Jahr eine Nacht gemeinsam verbracht hatten. Da alle Zimmer für eine andere Veranstaltung geblockt waren, musste ich mich einige Tage gedulden, um dann zu erfahren, dass das Zimmer an dem Abend glücklicherweise doch für uns zur Verfügung stand. 

Die Überraschung ist gelungen

So packte ich am Freitag heimlich einen kleinen Koffer mit dem Nötigsten und deponierte diesen in unserem Keller. Nach unserem Wocheneinkauf am Samstag vergaß ich absichtlich mein Handy im Auto. So hatte ich einen Vorwand, um später noch einmal runtergehen zu müssen. Dies gab mir die Zeit, um den Koffer ins Auto zu schmuggeln. Im Waldesruh angekommen offenbarte ich meinem Mann, dass es für uns an diesem Abend erst einmal nicht mehr nach Hause gehen würde und wir vor dem Dinner noch einchecken müssten. Völlig perplex schien er erst zu begreifen, als wir das Zimmer aufschlossen und wieder dort standen, wo wir vor genau einem Jahr so viel Freude und Aufregung erlebt hatten. 

Ein überraschendes Hochzeitsgeschenk

Und dann ging es zum Essen. Zuvor an der Rezeption und auch im Restaurant wurden wir freudestrahlend begrüßt – das Personal konnte sich noch gut an uns und unsere Feier erinnern. Und dann lehnten wir uns entspannt zurück und genossen den Abend und das leckere Menü – bis mitten in der Hauptspeise plötzlich unsere Floristin an unserem Tisch stand. Ich war so überrascht, dass ich zunächst gar nicht bemerkte, dass sie meinen Brautstrauß und eine Karte in der Hand hielt. Sie umarmte uns, stellte Blumen und Karte auf den Tisch und entschuldigte sich, dass die Überraschung nicht richtig aufgegangen sei, denn eigentlich habe der Strauß bei unserer Ankunft im Zimmer bereitstehen sollen.

Davon abgesehen, dass es sich für mich auch so um eine Riesenüberraschung handelte, hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht begriffen, dass der Strauß kein Geschenk von der Floristin, sondern von meiner besten Freundin und Trauzeugin war. Als ich die Karte genauer betrachtete und ihren Namen darauf entdeckte, brach ich vor Freunde in Tränen aus. Ihre lieben Worte berührten mich so sehr, dass ich Gänsehaut bekam. Zudem erklärte sie: Da sie auf der Hochzeit den Brautstrauß gefangen habe und es Tradition sei, der Braut den Strauß am ersten Hochzeitstag zurückzuschenken, wolle sie mir nun diese Freude machen. Ein Geschenk, mit dem ich niemals gerechnet hätte und das mir, auf meinem Schreibtisch stehend, bis heute jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert. 

 

Der Brauch: Hochzeitstorte am ersten Hochzeitstag

Nachdem ich mich wieder gefangen hatte, ließen wir den Abend entspannt ausklingen. Am nächsten Morgen, unserem eigentlichen Hochzeitstag, genossen wir ein ausgiebiges Frühstück und einen Spaziergang im Sachsenwald, bevor wir wieder nach Hause fuhren, wo auch mein Mann noch eine schöne Überraschung für mich vorbereitet hatte. Er überreichte mir einen wunderschönen Blumenstrauß und ein paar bezaubernde Ohrringe. Selig und zufrieden schmiedeten wir dann einen Plan für den Tag, als es plötzlich an der Tür klingelte und ein Bote uns noch einen weiteren wunderschönen Blumenstrauß von all unseren TrauzeugInnen überreichte. Nach zahlreichen Glückwünschen per Telefon und WhatsApp folgte ein weiteres Highlight, auf das ich mich ebenfalls seit Monaten gefreut hatte. 

So wie es der alte Brauch verlangt, hatten wir ein Stück unserer Hochzeitstorte eingefroren, um es an unserem ersten Hochzeitstag zu essen. Angeblich soll es großes Unglück bringen, sich kein Stück der Torte aufzuheben. Klar, so frisch wie vor einem Jahr schmeckte sie nicht mehr – doch noch immer fantastisch genug. Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt an der Alster und in einem kleinen Garten-Kaffee bei Weinschorle und Eis mit roter Grütze. Zusammenfassend kann ich sagen, dass unser erster Hochzeitstag mehr als gelungen war – ein Tag voller Überraschungen und mit einer großen Portion Liebe, die uns unsere FreundInnen, die Familie, aber auch die MitarbeiterInnen im Waldesruh und unsere liebe Floristin entgegengebracht haben. Ich bin unendlich dankbar und freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr – dann wird unser Jubiläum sicher nicht mehr ganz so »üppig« ausfallen, doch für mich wird es so oder so für immer und ewig etwas ganz Besonderes bleiben. 

Ihr seid auch verheiratet? Wie habt ihr euren ersten Hochzeitstag verbracht? War euch dieser Tag genauso wichtig? Schreibt es mir in die Kommentare! 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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