Faszination Eurovision Song Contest

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
Claudia Marisa guckt den Eurovision Song Contest

Am 18. Mai heißt es wieder: »12 Points are going to…«, und der Eurovision Song Contest versammelt Millionen Menschen auf der ganzen Welt vor den Fernsehern. Und ja, auch ich bin ein Fan dieses Wettbewerbs. Wieso? 

 

Musik ist für mich persönlich die schönste »Sprache« der Welt. Mit nur einem Song lässt sich unglaublich viel ausdrücken und transportieren. Kommt Musik von tiefstem Herzen, kann sie das Innere eines Künstlers an die Oberfläche bringen, Hoffnung und Trost spenden oder auch Erklärungen bieten für ganz bestimmte Situationen im Leben. Nur selten gibt es Tage, an denen ich nicht entweder selbst singe oder wenigstens Musik höre. 

Music was my first love… 

Das könnte vor allem damit zusammenhängen, dass mein Opa Schlagzeuger in einer Band war, meine Mutter als kleines Mädchen anfing zu singen und auch mein Vater keinen Tag ohne Musik übersteht. Mit vier Jahren habe ich angefangen, in einer Tanzgruppe zu tanzen. Später kam dann noch das Singen dazu, dass ich mit der Zeit immer intensiver betrieben habe. Ich bin immer wieder begeistert und fasziniert davon, wie es eine Stimme, eine Melodie und ein Text schaffen können, die verschiedensten Emotionen in mir auszulösen. Kommen die drei Komponenten so zusammen, dass mich ein Song mitten ins Herz trifft, spielt das Genre übrigens keine Rolle. Egal ob Pop, Jazz, Blues, Rock, Metal, R’n’B, Hip-Hop, Klassik oder Schlager – Musik kann mich in all ihren Formen und Farben glücklich machen. 

Die ESC-Bühne in Israel...

Germany, 12 Points! 

Seit ich denken kann, spielt auch der Eurovision Song Contest eine Rolle in meinem Leben. Jahrelang habe ich den musikalischen Wettbewerb zusammen mit meinen Großeltern und Eltern geschaut und den Abend zelebriert – ich bin sozusagen damit groß geworden. Bis heute fiebere ich mit den Künstlerinnen & Künstlerin, Komponistinnen & Komponisten und Produzentinnen & Produzenten mit. Mein Herz schlägt dabei zwar immer für Deutschland, doch dieser eine Auftritt entscheidet alles. Ein Song allein kann noch so gut sein, liefern die Künstler nicht wie erwartet ab, erkenne ich die im Zweifel bessere Leistung eines anderen Landes natürlich an. Auf welchem Platz wir wohl in diesem Jahr landen? Schon jetzt kann ich es kaum erwarten. 

 

Eurovision Song Contest: Ein Event & Millionen Fans

Der internationale Musikwettbewerb findet in diesem Jahr übrigens in Israel – im letzten Jahr gewann Neta mit »Toy« – und zum bereits 62. Mal statt. Der Eurovision Song Contest, der bis 2001 noch »Grand Prix Eurovision de la Chanson« hieß, hat in den letzten Jahrzehnten immer größere Ausmaße angenommen. Waren es 1956 noch 7 Teilnehmer, sind es 2019 schon stolze 41. Wie groß die Fangemeinde geworden ist, zeigt außerdem die Zuschauerzahl von mehr als 200 Millionen Menschen.

Veranstaltet wird der ESC von der Europäischen Rundfunkunion (EBU), der neben europäischen Radio- und Fernsehstationen auch die einiger benachbarter westasiatischer und nordafrikanischer Staaten angehören. Jedes EBU-Mitglied – seit 2015 gehört sogar Australien dazu – hat ein Recht auf Teilnahme am ESC, ist allerdings nicht dazu verpflichtet. Aus diesem Grund verändert sich die Zahl der Teilnehmer immer wieder aufs Neue. Zusätzlich reduzieren zwei Vorentscheide die Zahl der Künstler*innen. Am häufigsten gewonnen hat seit Beginn des ESC übrigens Irland (7 Siege), gefolgt von Schweden (6 Siege), Frankreich, Luxemburg und dem Vereinigten Königreich (jeweils 5 Siege). Deutschland konnte mit »Ein bisschen Frieden« von Nicole (1982) und »Satellite« von Lena (2010) den Contest gewinnen. 

Bei »Unser Lied für Israel« konnten sich die S!sters durchsetzen.

Die S!sters haben gute Chancen

In diesem Jahr stellen Charlotta Truman und Laura Kästel (Laurita) unter dem Namen S!sters den deutschen Beitrag. Mit dem Song »Sister« wollen sie das schaffen, was Nicole und Lena vor ihnen geschafft haben. Die Chancen stehen meiner Meinung nach gut, obwohl die Wettquoten aktuell die NiederlandeRusslandItalien und die Schweiz ganz weit vorne sehen. Und auch wenn Neta im letzten Jahr hoch gewettet wurde und dann tatsächlich auch gewonnen hat, erklärte ESC-Experte Peter Urban zuletzt, dass sich das Blatt mit Sicherheit noch wenden wird und noch lange nichts entschieden ist. 

Um mir die Spannung aufrechtzuerhalten und am Abend des Wettbewerbs ein halbwegs unverfälschtes Urteil abgeben zu können, höre ich mir, bis auf den deutschen Beitrag, keinen der anderen Songs bewusst an. Trotzdem sagt mein Bauchgefühl mir jetzt schon, dass wir es in jedem Fall unter die Top 10 schaffen werden. Wie es wirklich ausgeht, werde ich, egal von wo aus, auch in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen!

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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