»Du bist doch jetzt eine Ehefrau«

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Lukas Papierak
Lesezeit: 4 Minuten
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Das ändert sich nach der Hochzeit
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In den letzten Wochen höre ich immer wieder die gleiche Frage: »Und? Fühlst du dich nach der Hochzeit irgendwie anders?« Meine Antwort ist immer gleich, nämlich dass sich im Grunde nicht viel verändert hat. Doch das kommt nicht überall gut an, wie ich gerade erleben durfte.

Für mich persönlich hat sich nach der Hochzeit kaum etwas verändert. Ich fühle mich toll, bin einfach glücklich und unglaublich stolz auf meinen Mann. Mit Sicherheit hat uns das Versprechen, das wir uns vor unserer Familie und unseren Freunden gegeben haben, noch ein Stück weiter zusammengeschweißt. Doch am Ende sind wir noch immer dieselben – das ist auch gut so, und daran möchten wir auch auf keinen Fall etwas ändern. 

Ein Krisengespräch bei Soljanka & Schnitzel

Wenn es nach meiner Großtante und meinem Großonkel ginge, sollten wir uns an der einen oder anderen Stelle allerdings doch mal so unsere Gedanken machen – und eventuell doch noch schnell etwas verändern. Meistens sehen wir uns nur zu größeren Familienfeiern – so auch am 75. Geburtstag meines Großvaters. Eines vorweg: In den letzten Jahren durfte ich schon häufiger feststellen, dass unsere Ansichten gerne einmal in zwei völlig unterschiedliche Richtungen gehen. In der großen Runde wurde also schnell klar, dass es zum wiederholten Male einiger Erklärungen bedarf.

So durften wir uns anhören, dass unsere Entscheidung, erst einmal auf den gleichen Nachnamen zu verzichten, eigentlich so nicht richtig sei. An dieser Stelle schien auch die Erklärung sie nicht zu besänftigen, dass ich meinen Mann über alles liebe, es aufgrund meines Berufes allerdings aktuell für vorteilhafter erachte, wenn sich mein Nachname nicht ändert – und, ich bin ehrlich, ich finde meinen Nachnamen einfach schöner und bin auch deshalb noch nicht bereit, ihn abzulegen. Doch wer den Schritt in die Ehe gehe, müsse ihn auch »vollständig« gehen, so das Credo der beiden.

Und dann wäre da noch die Sache mit dem Hochzeitsdatum, für die wir uns auch an diesem Tag wieder rechtfertigen mussten. Denn erst nach unserer freien Trauung folgte der Termin im Standesamt. Die für einige »ungewöhnliche« Vorgehensweise war genau richtig für uns. Deshalb erklären wir unsere bevorzugte Reihenfolge gern und nehmen auch ohne Weiteres in Kauf, dass es vielleicht nicht für jeden nachvollziehbar ist. 

 

Frisuren für Ehefrauen? 

Zu diesem Zeitpunkt wurde es für mich persönlich Zeit, über etwas oder auch jemand anderes zu sprechen. Doch diese Rechnung hatte ich ohne meinen Vater gemacht, der das Thema plötzlich auf meine Haare lenkte. Denn auch die sorgen immer wieder für Diskussionen. Über viele Jahre wollte ich mit meinen Locken rein gar nichts zu tun haben. Nachdem ich aufgehört hatte, sie zu glätten, bekam ich durch meine Wahlheimat Hamburg, meine tolle Friseurin Jana und durch viele Freunde und einige Familienmitglieder den Mut, den ich brauchte – und die Einsicht – um mich mit meinen natürlichen Haaren zu akzeptieren. Mein Vater stellte also fest, dass ihm meine Haare aktuell sehr gut gefallen und ich daran am besten nichts ändern darf. In diesem Moment teilte ich ihm grinsend mit, dass ich bereits einen Friseurtermin vereinbart habe und meine Haare künftig wieder kurz tragen möchte.

Diese Information löste bei einem Teil der Anwesenden Begeisterung aus – den anderen Teil versetzte ich damit jedoch zunächst in eine Schockstarre und dann in einen Protest. Als ich meiner Großtante dann auch noch ein Bild von vor vier Jahren zeigte, auf dem die Frisur zu sehen ist, die ich mir auch jetzt wieder vorstelle, plusterte sie sich auf und erklärte mir streng, dass diese Frisur einfach viel zu wild sei, denn: »Du bist doch jetzt eine Ehefrau – das geht nicht!« Wow, das hat gesessen. Wird mir meine Friseurin künftig ein Buch aufschlagen, in dem Frisuren ausschließlich für Ehefrauen zu sehen sind? Und was genau löst eine – nach Meinung meiner Großtante – »wilde Frisur« in Kombination mit einem Ehering wohl bei anderen Menschen aus? Und nein, ich erwarte keine Antworten auf diese rein hypothetischen Fragen, denn natürlich entscheide ich immer noch selbst, was auf meinem Kopf passiert. Doch als ich mein »Hamburger Schnitzel« anschnitt, fühlte ich mich plötzlich in die 50er Jahre zurückversetzt.

Das Handbuch für die gute Ehefrau

Im Jahr 1955 veröffentlichte die Zeitschrift Housekeeping Monthly eine Art »Handbuch für die gute Ehefrau«. Der Guide gibt eine Liste von verschiedenen Verhaltensweisen vor, die gegenüber dem Ehemann angemessen sind. Darin stehen beispielsweise Richtlinien wie: »Du wirst ihm viel zu erzählen haben, aber seine Rückkehr ist nicht der richtige Moment dafür. Warte, bis er ein Gespräch beginnt und denk immer daran, dass seine Argumente wichtiger sind als deine!« (Wie bitte?) Oder auch: »Mache den Abend zu seinem Moment. Sei nicht aufgebracht, wenn er spät kommt oder außerhalb isst, anstatt seine Zeit mit dir zu verbringen. Versuche zu verstehen, dass sein Leben voll von Stress ist und er sich entspannende Momente verdient hat.« (Ernsthaft??) Äußerst »interessant« ist auch dieser Vorschlag: »Dein Ziel ist es, das Haus zu einem Ort der Ruhe und des Friedens zu machen, wo dein Mann auftanken kann. Langweile ihn nicht mit deinen Beschwerden und Problemen.« (Geht’s noch???) Kaum vorstellbar, wo wir Frauen heute stünden, wenn genau das unsere primären Ziele wären.

Für die Frisur einer »guten« Ehefrau gibt es zwar keine konkreten Richtlinien, doch heißt es dort: »Unterbrich die Arbeiten 15 Minuten bevor er zurückkehrt, sodass du dich zurecht machen kannst. Zieh etwas Sauberes an, schminke dich und steck dir eine Schleife ins Haar.« Mit »unterbrich die Arbeiten« sind natürlich die im Haushalt gemeint. Wer sich zu der damaligen Zeit gezwungen sah, sich an diese Regeln zu halten, sollte natürlich keiner weiteren Tätigkeit nachgehen – der Haushalt, die Kinder und der Ehemann sollten zu jederzeit im Fokus stehen. Und offenbar auch die Schleife im Haar, auf die meine Großtante zwar ganz sicher keinen Wert legt – doch dass die Haare zu jederzeit ordentlich und auf gar keinen Fall wild aussehen, darauf schon. 

Ich für meinen Teil bin ziemlich froh, dass wir das Jahr 1955 längst hinter uns gelassen haben und diese altmodischen Strukturen nur noch sehr selten eine Rolle spielen – und ich bin auch ziemlich froh über meinen Friseurtermin und einen Haarschnitt, der nur mir ganz allein gefallen muss… 

 

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Freudentränen & Gänsehaut: So war mein erster Hochzeitstag

In der vergangenen Woche feierten mein Mann und ich unseren allerersten Hochzeitstag. Ein Tag, auf den ich seit Wochen hingefiebert habe und der all meine Vorstellungen übertroffen hat. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

35 Kommentare

Darya
#20 — vor 1 Monat
Hast dich von Shirins Video inspirieren lassen?
HeinzEckhard
#19 — vor 1 Monat 2 Wochen
Das Handbuch für die gute Ehefrau gibt es ja zum Glück nicht mehr, jedenfalls nicht mehr in den Köpfen der Menschen. Die meisten Ehefrauen, die heute arbeiten, tun dies aus existenziellen Gründen. Der Durchbruch kam zu einer Zeit, als Arbeitskräfte im Nachkriegsdeutschland dringend gesucht wurden. Zuerst strömten Italiener, Spanier, Griechen und dann die Frauen in den deutschen Arbeitsmarkt. Unterbezahlt, damals wie heute. Inzwischen ist aber alles normal. Frauen, die mit einem oder auch zwei Kindern arbeiten gehen, werden nicht mehr schief angesehen. Und wenn doch, sagt man einfach: es reicht sonst nicht für die Miete.
Und jetzt ist alles in bester Ordnung? Finde ich nicht. Ein bisschen mehr »Femen-Power« im Artikel hätte ich mir schon gewünscht. Die Rheinische Post vom letzten Wochenende zeigt auf dem Titel das Foto einer lächelnden jungen Frau. Davor erkennt man schemenhaft die Mutter, die um ihre erschossene Tochter trauert. Constance K. wurde von ihrem stalkenden Ex-Freund in einem Neusser Blumenladen hingerichtet, weil sie ihn verlassen hatte. Der Mörder heißt übrigens Patrick mit Vornamen, für die, die es interessiert.
Nichts ist jetzt in Ordnung. Nicht umsonst gibt es Petitionen, zum Beispiel bei change.org, gegen den Femizid in unserem Land: »Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann seine (Ex-) Partnerin zu töten, jeden dritten Tag gelingt das«. Nichts ist in Ordnung bei uns. Warum sind die Kandidaten für den CDU-Vorsitz alle drei männlich? Und so weiter, und so weiter.
Ich bin übrigens männlich, 65 Jahre alt und ziemlich atypisch. Aber das stört mich nicht.
Sven71
#18 — vor 3 Monaten 2 Wochen
Regel Nummer 1: Erwachsene Menschen rechtfertigen sich nicht. Die Antwort auf den »gleichen Nachnamen« oder auf die Ansichten zum »Hochzeitstermin« lautet stets und schlicht »nein«. Soviel Selbstwert steht einem schon zu, sich nicht wie eine unmündige Person behandeln lassen zu müssen.
wuppermaid
#17 — vor 3 Monaten 3 Wochen
Und? Was will der Artikel nun sagen? Dass die Autorin eine unheimlich moderne, unheimlich emanzipierte Frau ist, weil sie und ihr Mann keinen gemeinsamen Familiennamen angenommen haben, weil sie und ihr Mann selbst entschieden haben, wie sie heiraten, weil sie sich ihre Frisur selbst aussucht?
Meine Güte. Wir leben im Jahr 2019 n.Chr. und da handelt es sich nicht um bewundernswerte Akte der Emanzipation. Der Artikel ist eine einzige um sich selbst kreisende Nabelschau. Überflüssig. Belanglos. Ich sehe keine Wert, einen solchen Text zu veröffentlichen.
Philipp Senthoff
#17.1 — vor 3 Monaten 2 Wochen
Ich kann wuppermaid nur zustimmen. Es geht hier, leicht durchschaubar, um die Produktion von politically korrektem »Content«. Wenn man so heutzutage im Journalismus Karriere machen kann, dann müssen wir uns über sinkende Akzeptanz der Mainstreammedien nicht wundern. Die Frage ist: Wer soll das bezahlen, wenn es keiner braucht? Werden wir bald eine GEZ für »Qualitäts-Print- und Online-Medien« haben? Dann brauchen wir aber auch ein »Bundes-Propagandaministerium« (Ähnlichkeiten mit historischen Behörden sind natürlich rein zufällig), das festlegt, wer die eingetriebenen Gelder verbraten darf. Oder wir verstaatlichen die Presse gleich ganz.

In reply to #17 by wuppermaid

Peter
#16 — vor 3 Monaten 4 Wochen
Ich habe den Artikel gelesen und musste am Ende denken »wie? das wars schon? Wo ist das Fazit oder ähnliches!??!«. Also ein Familientreffen, das war es.
Selbstverständlich sollte auch heute für Ältere sein, dass sich jeder selbst aussichen kann, wie er die Haare haben will (unglaublich an der Stelle, dass sich über Frisuren unterhalten wird innerhalb eines Familienkreisen. naja, was wichtig ist in der Welt halt).
Gucken wir einmal in die 50er Jahre zurück oder etwas weiter.
Das Frauenwahlrecht kam 1918/19. Nach dem Krieg mussten Frauen auch mitarbeiten, weil viele deren Männer nun mal nicht mehr zurückkamen.
Die, die dann einen noch arbeitsfähigen Mann hatten im Alter um die 25j, die waren froh, dass dieser die Familie ernähren konnte mit seinem gehalten. Die anderen MUSSTEN arbeiten gehen.
in den 50er Jahren konnte eine ganze Familie von einem Gehalt leben. Heute MUSS die Frau oft mitarbeiten, damit zwei gehälter eine Familie ernähren können mit vielleicht einem Kind.
Aus dem Recht der Frau, arbeiten gehen zu dürfen, ist eine Pflicht geworden. Eine Frau, die sich entscheidet Hausfrau sein zu wollen, wird nieder gemacht (wenn man sich das überhaupt leisten kann €€€).
Das ältere Leute dies nicht ganz so nachvollziehen können wie die Jugend heute, wo das Wichtigste der neue Beauty-Channel ist, sollte nachvollziehbar sein.
An der Stelle: Guckt mal MadMan als Visualisierung. Das zeigt das Denken der Menschen damals, ohne das diese alles als Angriff empfunden haben. Es war NORMAL!
Und nun stellt sich mir die Frage: Was wollte uns die Autoren mit dem Artikel erzählen? Smalltalk?
Eni
#16.1 — vor 1 Monat 2 Wochen
Die Autorin hat auf den Dreck hingewiesen mit dem sich viele Frauen heute noch rumschlagen dürfen. Ist nicht wirklich schwer rauszulesen, meiner Meinung nach.

Was erwartest du? Dass sie einen Roman darüber verfasst wie sie ihre idiotischen Verwandten dazu bringt nicht mehr in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zu leben? Sowas gibt es in der Realität nicht. Sexistische Idioten bleiben sexistische Idioten. Das ist eine Lebenseinstellung. Es ist aber angenehm für andere Frauen, die sich mit so einen Mist rumschlagen dürfen, zu lesen, dass sie nicht die Einzigen sind, denen es so geht. Geteiltes Leid and all that jazz. ;)

Davon abgesehen, junge Frauen heute arbeiten nicht weil sie keinen Mann haben der sie durchbringt oder weil das Geld sonst zu knapp wäre. Es ist der gleiche Grund warum Männer arbeiten. Unabhängigkeit. Erfüllung in Job. Usw. Natürlich gibt es Frauen, die Hausfrauen sein wollen, aber mal ehrlich, dass ist meist mit Kindern verbunden, und es gibt genug Frauen für die das kein Muss dieser Tage mehr ist. Mal davon abgesehen, dass den Haushalt führen einer der undankbarsten Job ist, die es gibt. Und das war es schon immer. Frauen haben noch nie Wertschätzung für das gekriegt. Da hat sich in den letzten Jahren nicht plötzlich was geändert.

In reply to #16 by Peter

Ina
#15 — vor 4 Monaten 1 Woche
Leider finde ich diese Herangehensweise ausgesprochen intolerant. Sie engt die Frauen ein, drängt sie in ein »modernes« Bild, welches vielleicht gar nicht jede Frau mag. So würde ich beispielsweise meinen Mann nie in Jogginghosen und ungekämmt zu Hause empfangen. ich liebe es, ihm ein gemütliches zu Hause zu bieten, für ihn zu kochen. Wir diskutieren Entscheidungen aber am Ende trifft er das finale Urteil. Jeder hat seine klaren Aufgaben und Kompetenzen. Für mich ist das der richtige Weg. Und ich mag es überhaupt nicht, wenn dieser als veraltet angesehen wird und mit einem »geht’s noch!!!« versehen.
Michael
#15.1 — vor 3 Monaten 1 Woche
Du bist meine Traumfrau !!!

In reply to #15 by Ina

Ina
#15.1.1 — vor 2 Monaten 4 Wochen
Danke:-)

In reply to #15.1 by Michael

Jan
#15.2 — vor 1 Monat 2 Wochen
Wow! Sowas gibt es noch.
Du hast auch für mich eine perfekte Einstellung. Ich finde mich als Mann auch sehr wohl in der Rolle Verantwortung in Entscheidungen zu übernehmen. Ich möchte meiner Partnerin damit nicht belasten. Der »Versorger« zu sein und dennoch alles zu diskutieren. Und auch ich schätze es extrem wenn ich sehe das die Liebe der Partnerin dazu führt, dass sie mir gefallen will und sich nicht gehen lässt. Was übrigens auch keine Einbahnstraße ist. Auch ich möchte Ihr gefallen.

In reply to #15 by Ina

Vivi
#15.2.1 — vor 1 Monat 1 Woche
Wow, in welchem Jahrhundert leben wir? Mein Traummann »belastet« mich nicht mit Verantwortung. Ich käme erst gar nicht auf die Idee, meinen Mann damit zu belasten, mich zu »ernähren«, denn ich kann sehr gut selbst mit dem Messer und er Gabel umgehen.
Ich habe jetzt zum 2. Mal geheiratet und nachdem ich beim ersten Mal den Fehler machte, meinen Mädchennamen abzulegen, passierte das kein 2. Mal. Ich habe nach der Scheidung, meinen tollen Mädchennamen wieder zurückgenommen und ihn beim 2. Ja-Wort behalten. Das versprach ich zuvor auch meinem Papa, bevor er starb. Niemand sollte seine Herkunft/Identität für die Ehe aufgeben müssen, denn dann ist die Ehe wohl eher das Gefängnis, das es für Frauen seit tausenden von Jahren bereits war und diese Zeiten sollten vorbei sein. Wenn die ein oder andere devote Frau das mag, dann bitteschön, jeder ist selbst seines Glückes Schmied. Mein Leben wäre das nicht.

In reply to #15.2 by Jan

Ina
#15.2.1.1 — vor 1 Monat 1 Woche
Zu dem Leben in unserem Jahrhundert gehört es aus meiner Sicht auch, andere Lebenseinstellungen zu tolerieren. Manche machen sich einfach nicht die Mühe, sich in andere Lebenswelten einzudenken. Das ist schade, entspricht aber der Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft. Was devot damit zu tun hat, dass man nicht mit Messer und Gabel essen kann, erschließt sich mir nicht, aber das ist auch das neue kurze Denken. Jeder wie er mag. Damit ist wenigstens Dein letzter Satz ein bisschen klug.

In reply to #15.2.1 by Vivi

Ina
#15.2.2 — vor 1 Monat 1 Woche
Auf sich zu achten zeigt, dass man den Partner respektiert und achtet. Solche Beziehungen halten nach meiner Erfahrung auch länger. Und glücklicherweise muss sich heute niemand dafür rechtfertigen, wie er lebt. Es wird immer Menschen geben, die das nicht akzeptieren. Leider sind das häufig Frauen. Das liegt aber meist daran, dass deren Männer mich toll finden;-)

In reply to #15.2 by Jan

lousyfication
#14 — vor 5 Monaten 4 Wochen
»(...) in die 50er Jahre zurück[!]versetzt.«
»(...) froh, dass wir das Jahr 1955 längst hinter uns gelassen haben (...)«

Ich glaube nicht, dass die Autorin bereits so alt ist. Denn wer die 50er Jahre erlebt hat, feiert heuer wohl nicht den 75. (oder war es vielleicht doch eher der 76.?) Geburtstag des Großvaters.

Naja, schöne Geschichte!
Hagen Auwärter
#13 — vor 6 Monaten 2 Wochen
Das »Handbuch« ist eine Satire aus den 80’er-Jahren, das gab es nie... da ist z.B. von einer Spülmaschine die Rede, die es bis Dato gar nicht gab... ;-) Ansonsten gebe ich Ihnen in allen Belangen recht !!!
Pese
#13.1 — vor 6 Monaten
Oh doch, das gibts, glaub’s mir. Als der Dachboden/Lager eines ehemaligen Verlages aufgeräumt wurde, hab ich mir ein Exemplar gesichert. Und das ist definitiv älter, Anfang 60er oder eher früher (müsste ich jetzt rauskamen) und so zeig steht da wirklich.

In reply to #13 by Hagen Auwärter

MrMobile
#13.1.1 — vor 5 Monaten 1 Woche
Ein Wikipedia-Artikel über diese angeblich echte Ausgabe ist definitiv glaubwürdiger, als ein einzelner Kommentar mit Grammatik- und Rechtschriebfehler ... Außerdem die Beweise, die sich auf persönliche Erfahrungen berufen, sind meistens wertlos. Meine Nachbarin behauptet zum Besipiel auch, dass sie den Teufel persönlich gesehen hat...

In reply to #13.1 by Pese

Silke Burmeister
#13.1.1.1 — vor 4 Monaten
Ja, die liebe Grammatik-Gestapo... (Wozu dieser unsinnige und billige Nebenkriegsschauplatz!? Auf diese Winkelzüge greift man nur zurück, wenn einem echte Argumente fehlen!)

Doch, diese Regeln gab es. Ich wurde danach erzogen. Meine Mutter gehört zum Jahrgang 1949 (sie ist 70!) und meine Schwester wurde noch 1998 dort von einer »lieben Nachbarin« vor versammelter Dörflerinnen-Mannschaft fertig gemacht, weil sie als allzu modisch gekleidete und der Mode entsprechend geschminkte Friseurin nicht den konservativen Idealen der Pfälzerin in dem Kaff dort (Dannenfels) entsprach.
Wie »lieb« die Nachbarn dort waren, dürfte ich dann live und auf offener Straße mit erleben!
Das Make-up meiner Schwester laut der alten Dame angeblich »verklätscht«, die Frisur angeblich »schlampig«, die Kleidung und die Stiefel angeblich »wie von einer Marketenderin«
(Hintergrund: Ein Marketender ist jemand, der militärische Truppen begleitet, verpflegt und medizinisch versorgt. Der Begriff kommt aus dem mittelalterlichen Militärwesen. In Dannenfels wird das jedoch von den älteren Frauen auch als Synonym für Hure benutzt, weil es z.B. im dreißigjährigen Krieg auch vorkam, dass die »Verpflegung« Dienste sexueller Natur beinhaltete!). Das dürfte sich meine Schwester von den alten Schachteln in der Straße damals anhören, als wir zu Besuch zu unseren Großeltern kamen.

Wie dem auch sei; die Anbindung an die Medienwelt schützt ganz offenbar trotzdem nicht vor Borniertheit (auch besagte Nachbarin ist alles andere als unbedarft dir moderne Technik und das Internet betreffend).

In reply to #13.1.1 by MrMobile

Mike
#12 — vor 7 Monaten 2 Wochen
Wir haben bei unserer Hochzeit die komplette Verwandschaft ganz gezielt von allen Informationen zu Planung und Ablauf fern gehalten - so konnte vorneweg keiner reinreden (was einige wenige nicht gehindert hat, trotzdem »Ratschläge« zu geben). Das Ergebnis: eine wunderbare Hochzeit, die ganz genau so war, wie WIR uns das vorgestellt haben!
Elisabeth Radicke
#11 — vor 11 Monaten 3 Wochen
Hallo ihr Lieben alle,

erst mal freue ich mich. dass sie überhaupt geheiratet haben und in dem Familienkontext liebt der junge Mann sie wohl genau weil sie so ist samt Haaren !!! :) Ich find« sie auch schön und dass es nicht langweilig ist auf Gottes schöner Erde, an ihm liegt’s nicht ... worauf solche Artikel manchmal hinauslaufen und woher solche verstaubten Ansichten angeblich kommen sollen ...
Aber Angehörige sind uns ja trotzdem nahe und dem kann man sich auch nicht mit »Scheinselbstbewusstein« entziehen und miteinander reden, vor allem wenn es so ruhig vonstatten geht, hat wirklich noch keinem geschadet. Auch wenn solche merkwürdigen Tipps gut gemeint sind, letztendlich entscheidet die Liebe über den Verlauf der Ehe und die Motive unseres Handelns. Und die hängen nicht an Äußerlichkeiten sondern an unserem Entscheiden und Gott kann schon gut helfen zu sehen und zu verstehen.
Und ich freue mich sehr über den netten Ton dieser Kolumne, da hätte viel Negatives Raum haben können und diese Richtung ist doch schon mal sehr gut. Von Herzen ALLES BESTE!
Claudia Marisa Alves de Castro
#11.1 — vor 11 Monaten 3 Wochen
Liebe Frau Radicke, vielen Dank für ihren lieben Kommentar. Ich kann ihnen da nur zustimmen. Auch für sie alles Liebe!

In reply to #11 by Elisabeth Radicke

Therese
#9 — vor 1 Jahr
Also es stö´t mir an diesem Artiekl besonders übel auf, dass anscheinend nicht mal in Erwähnung gezogen wurde, dass beide nach der Hochzeit den Nachnamen der Braut tragen?!?! Das ist allerdings sehr befremdlich und sagt mehr aus, als der belanglose Rest.
Claudia Marisa Alves de Castro
#9.1 — vor 11 Monaten 3 Wochen
Hallo liebe Therese, vielen Dank für deinen Kommentar. Wir haben in der Vergangenheit durchaus darüber gesprochen, meinen Nachnamen als Familiennamen zu wählen. Doch so wie er meine Sichtweise verstehen kann, kann ich seine natürlich auch voll und ganz nachvollziehen. Aktuell besprechen wir auch immer wieder eine Kombination beider Namen. Vielleicht wird sich also doch bald etwas ändern ;) Ganz liebe Grüße!

In reply to #9 by Therese

Ingeborg Herrnber
#8 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Hallo Claudia Marisa! Jetzt schreibt Dir eine deutsche Oma, 81 Jahre alt. Deine Probleme gab es vor vielen Jahren in Deutschland auch. Mädchen durften « das nicht« und »das nicht«. Wir sind heute endlich als Weibliche Menschen freier und anerkannt. Und da sagt uns unser Stolz, was wir tun und lassen. Auch so verhalten wir uns gegenüber jedem Mann. Deine Locken sind wunderschön, entscheide selbst, was Dir gefällt. Mir hat vor 10 Jahren eine Kollegin gesagt»ich trage meine grauen Haare in Ehren«, meine Anwort war« und ich trage meine gefärbten Haare in Ehren. So denke! VIel Freude an Deinem neuen Leben! Es grüßt Dich Ingeborg Herrnberg
Claudia Marisa Alves de Castro
#8.1 — vor 11 Monaten 3 Wochen
Hallo liebe Ingeborg, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ja, niemand kann es allen Menschen auf dieser Welt recht machen – das müssen wir auch nicht bzw. möchte ich auch nicht. Das wäre doch auch viel zu anstrengend ;) Alles Liebe und viele Grüße aus Hamburg!

In reply to #8 by Ingeborg Herrnber

Ingeborg Herrnber
#7 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Hallo Claudia Marisa! Jetzt schreibt Dir eine deutsche Oma, 81 Jahre alt. Deine Probleme gab es vor vielen Jahren in Deutschland auch. Mädchen durften « das nicht« und »das nicht«. Wir sind heute endlich als Weibliche Menschen freier und anerkannt. Und da sagt uns unser Stolz, was wir tun und lassen. Auch so verhalten wir uns gegenüber jedem Mann. Deine Locken sind wunderschön, entscheide selbst, was Dir gefällt. Mir hat vor 10 Jahren eine Kollegin gesagt»ich trage meine grauen Haare in Ehren«, meine Anwort war« und ich trage meine gefärbten Haare in Ehren. So denke! VIel Freude an Deinem neuen Leben! Es grüßt Dich Ingeborg Herrnberg
sadelux
#6 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Ganz ehrlich: Ein leider ziemlich oberflächlicher Artikel, der lediglich die Gefühlswelt eines heranwachsenden Klientels bedient.

Kurz gesagt: Verhaltensnormen aus den 1950ern mit heutigen Maßstäben zu messen ist lächerlich. Im »Idealbild« (nicht zu verwechseln mit der Wirklichkeit) der beschriebenen Zeit war der Mann Alleinverdiener und brachte die Familie durch. Dementsprechend war im »Idealbild« die Aufgabe der Frau den Mann dabei zu unterstützen und die Familie zusammenzuhalten.

Im heutigen »Idealbild« sind beide Parnter studierte Vollverdiener, die sich mit der Kindererziehung abwechseln und dabei trotzdem beide an die Spitze der Karriereleiter klettern.

Beides »Idealbilder« sind (und waren) Quatsch - die Wahrheit liegt (wie immer) irgendwo im Grau dazwischen.

Und dazu passend: Wer mit seinem Vater und seiner Großtante in eine inhaltliche Diskussion über die eigenen Frisur einsteigt, dem fehlt doch ein wenig die Souveränität für die nächste Stufe auf der Karriereleiter.
Markus Maginski
#5 — vor 1 Jahr 2 Monaten
@detlef: ein Doppelname mit Bindestrich??? Ich weiss nicht wie ihr Mann heisst, aber was könnte dabei rauskommen? Claudia Marisa Alves de Castro-Müller??? Oder Claudia Marisa Alves de Castro-Schmidthuber??? Nicht im Ernst...
Claudia Marisa Alves de Castro
#5.1 — vor 11 Monaten 3 Wochen
Hallo Herr Maginski, ja das wäre wirklich zu lang und diese Möglichkeit ist auch vollkommen ausgeschlossen ;) Liebe Grüße!

In reply to #5 by Markus Maginski

Gerd
#4 — vor 1 Jahr 3 Monaten
Unverschämt in was sich Familienangehörige alles einmischen.
r
#4.1 — vor 1 Jahr 2 Monaten
eine schlichtes nein genügt

In reply to #4 by Gerd

Detlef Schlenke
#3 — vor 1 Jahr 3 Monaten
Ein Doppelnachname mit Bindestrich zwischen den beiden Geburtsnamen ist sicherlich praktischer für den Rest des Lebens. Wie soll die Post sonst noch liefern können und wie ists mit Urlaub im Ausland ? Der Reisepass geht sonst kaum bei Besuch einer Bank und so...
Brigitte
#2 — vor 1 Jahr 3 Monaten
Super Beitrag kann das alles gut nachvollziehen. Nur Dein Vater tat mir leid, da er ja offenbar sehr liebevoll über Deine Haare gesprochen hat - ihm dann grinsend gleich wieder alles runter zu räumen erscheint auch nicht cool. Das die Ansichten älterer Menschen anders sind, weiß man ja und da kann man mE auch liebevoller damit umgehen und dennoch seinen eignen Weg beschreiten. Mag sein, dass ich auch erst (zu) spät zu dieser Erkenntnis gelangt bin. Mein Vater ist letzes Jahr verstorben.
Rüdiger
#1 — vor 1 Jahr 3 Monaten
Hallo, sehr interessanter Beitrag »Du bist doch jetzt eine Ehefrau«
Er zeigt schön auf in welchen Denkstrukturen sich Menschen bewegen. Und das du zu der neuen Generation gehörst, die out of the Box kommt. Dieses Box Denken, man verhält sich so und nicht anders, ist der auf Familienstrukturen beruhende Überlieferungscodex der einem von Familie aufgezwungen wird. Die neuen Energien in denen wir uns aber bewegen , helfen uns anders zu bewegen. Box Denken kommt überall vor, in Politik, Wissenschaft, Religion, Gesellschaft und nicht zuletzt In der Familie und Freunden. Ich habe angefangen autentisch zu sein, das heißt mich von Erwartungen und Vorschriften zu verabschieden , die nicht meinem Wesen , Denken und Fühlen entsprechen. Es war nicht einfach, die psychologischen Hämmer kommen prompt geliefert. In Form von verbalen Angriffen und Vorwürfen.tut besonders weh, wenn es von Menschen kommt , die einem nahestehen. Nachdem ich diese Vorwürfe aber als manipulativ erkannt hatte, geschah etwas tolles , es hat mich von dem Gefühl der Schuld befreit und ich fühlte mich frei. Das heißt mein Handeln wurde autentisch . Nein heißt nein und ja heißt ja. Natürlich gibt es Situationen, wo man sich anpassen muß , z.B. Job.------- Haare, so schön das du das durchziehst. Ich konnte als Mann z.B.nie lange Haare tragen, mir wurde eingeimpft , sowas macht man nicht , bzw du nicht. Da war meine Mutter srikt. Mein älterer Bruder Rebell der 60 iger trug und trägt sie lang. Als ich endlich lange Haare tragen konnte gingen leider schon die Haare aus. 3 Jahre habe ich dann die Haare nach hinten mit Zopf wie ein alt Hippie geragen, jetzt sind sie ab. Next life I will do it different
Aber deine Locken sind fantastisch und die Frisur steht dir total :Die Familie wird sich daran gewöhnen müssen und auch das du ein wenig anders handelst als man das erwartet. Gut so mach weiter so

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