Die Sache mit der Urlaubsplanung

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Element5 Digital auf Unsplash
Auf einer Stadtkarte liegt ein Tablet, eine Kamera und ein Hut
Es ist die Sache, auf die sich viele Menschen Jahr für Jahr am meisten freuen – und ja, auch bei mir ist das nicht anders. Doch in diesem Jahr will sie mir nicht so richtig gelingen: die Urlaubsplanung.

Eines der beliebtesten Gesprächsthemen überhaupt ist mit Sicherheit die Urlaubsplanung. Kaum ist das neue Jahr angebrochen, geht es auch schon darum, wo es als Nächstes hingehen soll und welche Urlaubsziele geplant sind. Ist man aus dem Urlaub zurück, werden noch lange Eindrücke und Erinnerungen geteilt. Und noch bevor sich die Urlaubsbräune wieder verabschiedet, überlegen sich die meisten schon ein neues Ziel.

Erholung und Entspannung

Verständlich, denn: Immerhin markiert der Urlaub die Zeit des Jahres, in der wir uns von der Arbeit regenerieren und mal so richtig erholen können. Der alltägliche Stress entfällt, und auch von den ständigen Verpflichtungen, wie sich um den Haushalt zu kümmern oder an Termine zu denken, macht man in dieser Zeit Pause (es sei denn, wir nehmen uns Urlaub, um genau dafür mal so richtig Muße zu haben). Außerdem legen viele Menschen Wert darauf, auf Reisen ihren Horizont zu erweitern. Fremde Städte, Kulturen, Sitten und Gebräuche lassen sich vor Ort viel besser erkunden und verstehen, als in einer BBC-Dokumentation. Ich persönlich nutze die freie Zeit vom Alltag darüber hinaus auch sehr gerne dazu, das Handy die meiste Zeit über im Koffer zu lassen und so wieder einen freien Blick auf die wirklich wichtigen Dinge zu bekommen.

Boxenstopps für mehr Motivation im Alltag

Es gibt also viele Gründe, warum wir Menschen uns so darauf freuen, dem Alltag vorübergehend zu entfliehen. Getreu dem Motto »Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub« hangeln wir uns dank mehrerer solcher »Boxenstopps« etwas entspannter oder sogar motivierter durch das ganze Jahr. Doch was das Hangeln angeht, ist meine Liane bisher noch nicht so richtig ins Schwingen gekommen. Wie ich in einer meiner vorherigen Kolumnen berichtete, bin ich etwas ernüchtert in das Jahr 2019 gestartet. Nach einem grandiosen Jahr 2018, in dem neben meiner Hochzeit noch viele weitere große und einmalige Ereignisse stattgefunden haben, fehlten mir im Januar die möglichen Höhepunkte, die mich auch auf das neue Jahr neugierig machten.

Durchatmen in New York?

Und bis heute fehlt mir ein ausgeklügelter Urlaubsplan. Immerhin: Vor einigen Wochen haben meine beste Freundin und ich spontan entschieden, dass wir ein verlängertes Wochenende in New York verbringen möchten. Konkrete Pläne haben wir hierfür nicht gemacht – das ist bei einem Städtetrip aber auch nicht unbedingt nötig. In diesem bisher sehr turbulenten Jahr ist das meine erste Pause, und während du das hier liest, kann ich hoffentlich auf dem »Top of the Rock« mal so richtig durchatmen.

Den nächsten »Urlaub« habe ich dann direkt nach meiner Augen-OP: Da die Tage danach sehr schmerzhaft sein können und ich im schlimmsten Fall meine Augen geschlossen halten muss, werde ich voraussichtlich mehrere Tage damit verbringen, Hörbücher zu hören. Aber das ist ja eher eine Zwangspause und nichts, worauf man sich wirklich freut. Doch wie es danach urlaubstechnisch bei mir weitergeht, steht leider noch immer in den Sternen. Eigentlich wollten mein Mann und ich mit einem befreundeten Pärchen eine Wohnmobil-Tour nach Norwegen starten. Aufgrund von Job-Terminen mussten wir den Urlaub jedoch zunächst vorziehen und dann am Ende sogar komplett absagen, da alles doch viel zu kurzfristig geworden wäre.

Spannende Reiseideen kommen und gehen in diesen Tagen immer wieder. Doch wirklich einigen konnten wir uns aus verschiedenen Gründen noch nicht. Zu weit weg, zu nah dran, zu teuer, zu überfüllt, zu wenig Zeit, schon gesehen… Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht in Sicht.

Natururlaube liegen im Trend

Laut diversen Tourismus-Studien haben die meisten Deutschen ihre Urlaubspläne schon längst geschmiedet – somit gehöre ich also offiziell zu den Spätzündern. Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen hat herausgefunden, dass für 2019 vor allem Natururlaube im Trend liegen. Während Städtereisen und Wellnessurlaube leicht zurückgehen, boomt das Camping. Ob im eigenen Bulli, dem Leihwohnwagen oder dem Zelt: In diesem Jahr wird in Deutschland mit etwa 150 Millionen Camping-Übernachtungen gerechnet – im Vorjahr waren es schätzungsweise 137 Millionen. Und auch die Anzahl der Kreuzfahrten wird in diesem Jahr vermutlich ein neues Hoch erleben. Doch anders, als ich es vermutet habe, zieht es aktuell nur etwa 17 % der Deutschen in die Ferne. Etwa 59 % bleiben laut der Forschungsgemeinschaft in der Heimat.

Auch ich könnte mir vorstellen, in den nächsten Jahren mein Heimatland noch ein wenig näher zu erkunden. Bisher war ich vor allem im Norden und in Mitteldeutschland unterwegs – der Süden fehlt mir noch komplett. Doch für dieses Jahr sollte es eigentlich ein etwas ferneres Ziel werden. Doch vielleicht benötige ich jetzt auch einfach eine kleine Auszeit, um weitere Entscheidungen treffen zu können. Und mit einem freieren Kopf wird mir das hoffentlich auch schon bald gelingen, denn da ich nicht der Typ für Last-Minute-Urlaube bin, sehe ich es schon kommen, dass ich meine Ferien ansonsten zu Hause in Hamburg an Alster und Elbe verbringen muss – aber klar, natürlich gäbe es weitaus Schlimmeres als das…

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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