Die Hochzeit rückt immer näher

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Annie Gray auf Unsplash
Die Hochzeit rückt immer näher

Die letzten Wochen sind rasend schnell vergangen. Am kommenden Wochenende werde ich meine große Liebe heiraten. Jetzt heißt es tief durchatmen und entspannen – aber wie?

 

Zuletzt drehte es sich in meiner Kolumne immer wieder um das Thema Hochzeit. Es ging um Einladungen und Zusagen auf allen Kanälen, um meinen Ehering, meinen Junggesellinnenabschied und das schönste Hochzeitsgeschenk. In den nächsten beiden Wochen werde ich hier von einem eher unerwarteten Polterabend und natürlich meiner Hochzeit berichten. 

Tief durchatmen und entspannen

Die findet in genau sechs Tagen statt und die Aufregung steigt. Bereits in den letzten Wochen konnte ich die Nervosität in mir spüren. Ehrlich gesagt rechnete ich mit diesem Gefühl erst einen Tag vor dem – und vor allem am Hochzeitstag selber. Obwohl mir von meinem Umfeld immer wieder ans Herz gelegt wird, ich solle mich doch entspannen und tief durchatmen, ist das wirklich wesentlich leichter gesagt, als getan. 

Hochzeit: Erwartungen vs. Realität

Vor einigen Tagen sind mein Verlobter und ich noch einmal alles akribisch durchgegangen. Wir haben – so hoffen wir – an alles gedacht. Jetzt können wir nur noch die wenige Dinge beeinflussen. Wie das Wetter zum Beispiel nicht. Bei strahlendem Sonnenschein soll die Trauung im Garten der Location stattfinden. Natürlich wünschen wir uns, dass es klappt. Doch glücklicherweise ist auch die Alternative wirklich schön. Der hübsche Saal im Inneren wartet bei Regen und Kälte auf uns, das können wir dann eben doch beeinflussen.

Und klar haben wir einen groben Ablauf für unseren Tag festgelegt. Trauung, Sektempfang, Fotoshooting, Dinner, Hochzeitstorte, erster Tanz… Doch was darüber hinaus passiert und geplant wurde, wird vor uns geheim gehalten. Das macht es noch einmal deutlich spannender. 

Auch wenn es ausschließlich unser Tag werden soll, hoffen wir natürlich von ganzem Herzen, dass sich unsere Gäste wohlfühlen und eine wundervolle Zeit mit uns verbringen. Doch auch das liegt am Ende nicht in unserer Hand.

Wird dieser Tag auch allen anderen gefallen?

»Nimm dir deinen Moment« 

In den Momenten, in denen mich die Nervosität überkommt, kann mich aktuell nur eine liebe Freundin beruhigen, die gerade selbst vor einem Jahr geheiratet hat. Sue vom Blog »Sue Loves NYC« fasst es in einem ihrer Artikel noch einmal zusammen: »Vor unserer Hochzeit hat jemand zu mir gesagt: Genieß jeden Moment, der Tag wird viel zu schnell vorbeigehen. Und genau so war es auch. Ich will diesen Ratschlag aber noch ein wenig spezifischer geben. Nimm Dir Deinen Moment. Du bist aufgeregt, vieles wird auf Dich einprasseln. Aber versuche auch einmal ganz in Ruhe alles auf Dich wirken zu lassen.»Als sie etwas aus ihrem Hotelzimmer holen wollte, nahm sie sich einen Augenblick, um von dort oben nach draußen auf den Altar mit den Bänken und den gestreuten Rosenblättern zu schauen, schreibt sie weiter. Ob auch ich mir so einen Moment gönnen kann? Ich bin gespannt. 

 

Mit Traditionen brechen? 

Obwohl es, wie bereits erwähnt, vor allem unser Tag werden soll, gab es in den letzten Wochen einige Verwirrungen. Die meisten Dinge haben wir entschieden (einige Dinge haben wir aber auch bewusst unseren Trauzeugen überlassen) und schon längst ist es nicht mehr so, dass eine Trauung oder das anschließende Fest nach einem bestimmten Schema ablaufen müssen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, erst nach der freien Trauung ins Standesamt zu gehen, um die Ehe offiziell zu machen. Das hat den einfachen Grund, dass wir uns für eine freie Trauung entschieden haben und diese in unserer Wunsch-Location vor unserer Familie und unseren Freunden stattfindet. Vor ihnen möchten wir auch das allererste Mal »Ja« sagen. So finden wir es romantischer. Der Rest ist Bürokratie. Diese Entscheidung gefällt nicht allen – selbst der Standesbeamtin nicht, die bei der Anmeldung der Trauung beharrlich versuchte, uns umzustimmen. Doch wir halten daran fest, weil wir uns sicher sind, dass das der richtige Weg für uns ist. 

Ebenfalls häufig noch ungewohnt, aber durchaus akzeptiert: Wir werden erst einmal unsere Nachnamen behalten. Ich schließe nicht aus, dass ich mich in ein paar Jahren doch dazu entschließe, meinen Namen abzugeben, doch im Moment kommt das für mich nicht infrage. Für ihn ja schließlich auch nicht. Und auch ohne einheitlichen Namen auf dem Klingelschild weiß ich ganz genau, dass uns dieser bedeutende Tag noch mehr zusammenschweißen wird. Ich werde ganz sicher niemals müde zu betonen, dass der Mann an meiner Seite künftig nicht mehr mein Freund oder Verlobter, sondern mein Ehemann ist.

Die Flitterwochen haben wir übrigens auch – aus rein praktischen Gründen, ein wenig verschoben. Erst einige Wochen später geht es für uns nach Tansania und Sansibar. Ein Urlaub, auf den ich mich übrigens schon seit Ende 2017 riesig freue.

Ganz vergessen…

In den letzten Wochen hatte ich also kaum einen Kopf für andere Dinge. Alles drehte sich um die Vorbereitungen. Eine Woche nach meinem Junggesellinnenabschied fand der einer sehr guten Freundin statt – sie wird genau eine Woche nach uns heiraten. An diesem tollen Tag fiel mir auf, dass ich mich ja auch noch um ein Geschenk und ein Outfit für ihre Hochzeit kümmern muss. Wann ich das machen möchte? Genau jetzt ist ein ziemlich guter Zeitpunkt. Ich muss los, bis nächste Woche… 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

Gösta C Zwilling
#1 — vor 4 Monaten
In Italien bleibt der Nachname immer unverändert.
Auf jedem Klingelschild stehen zwei Nachnamen. In Italien behält nämlich jede Frau ihren Familiennamen. Ihre Dokumente bleiben nach der Hochzeit unverändert. Nur im Personenregister wird vermerkt, dass die Trauung stattgefunden hat. Gleiches gilt für Scheidung. Und bei einer neuerlichen Heirat...

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