Große Überraschung: Ich bin das erste Mal Trauzeugin

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: The Journal Garden auf Unsplash
Ich plane eine Hochzeit – doch diesmal ist es nicht meine eigene

Im letzten Jahr durfte ich meine eigene wundervolle Hochzeit feiern. In den kommenden Monaten bin ich dafür zuständig, eine andere Hochzeit mitzugestalten: Ganz unerwartet wurde ich zur Trauzeugin ernannt. 

 

Bereits seit einiger Zeit weiß ich, dass mein Mann und ich im kommenden Jahr auf zwei Hochzeiten eingeladen sind. Schon jetzt freue ich mich riesig. Nach unserem eigenen Fest, das, wie ich nicht müde werde zu betonen, die beste Party meines Lebens war, möchte ich jetzt natürlich auch mit vielen weiteren Freundinnen und Freunden die Liebe feiern und warte bei einigen Paaren ganz sehnsüchtig darauf, dass sie ihre Verlobung bekanntgeben.

Heiraten? Unsere Freunde lassen sich Zeit 

Vor ein paar Wochen sprach ich mit einer lieben Freundin über das Thema Hochzeiten. Sie berichtete mir, dass sie für 2020 inzwischen zu insgesamt 7 Hochzeiten eingeladen ist und bei zwei Freundinnen sogar Trauzeugin ist. Während unserer Unterhaltung fragte sie mich, bei welcher Freundin ich wohl bald als Trauzeugin zum Einsatz kommen könnte. Ich war der Ansicht, dass sich viele in meinem engen Umfeld noch etwas Zeit lassen wollten – zumindest hätte ich noch bei niemandem in der näheren Zukunft mit einem Antrag gerechnet. Somit erklärte ich ihr also, ich würde nicht davon ausgehen, in nächster Zeit gefragt zu werden. 

»Willst du meine Trauzeugin sein?«

Nur zwei Tage später klingelte mein Telefon. Mein bester Kumpel, den ich seit der 7. Klasse kenne und der seitdem ein Teil meines Lebens ist, wollte wie so oft einfach so mit mir plaudern. Zumindest dachte ich das. Doch dann, als hätte er oder das Schicksal dem Gespräch mit meiner Freundin gelauscht, fragte er mich plötzlich, ob ich seine Trauzeugin werden möchte. Völlig überrascht und ungläubig hatte ich zunächst die Befürchtung, er könne sich einen Scherz erlauben, und fragte ihn mehrfach, ob er das ernst meine. Doch er meinte es ernst. Nachdem ich endgültig realisiert hatte, was gerade passierte, kamen mir die Tränen und Nervosität machte sich breit. Ich rannte durch die Wohnung und versuchte, mir die einzelnen Aufgaben ins Gedächtnis zu rufen, die ich demnächst erfüllen muss. Das erste Mal in meinem Leben bin ich Trauzeugin, und das sogar schneller, als ich zuletzt gedacht hatte. 

Vor und während der Hochzeit: Es ist noch viel zu tun…

Natürlich bin ich mit dieser ehrenvolle Aufgabe nicht allein – ich teile sie mir mit einem weiteren Freund meines Kumpels. Und da es bis zur Hochzeit noch einiges zu tun gibt, haben wir uns am vergangenen Wochenende getroffen, um einige wichtige Details zu besprechen. Als Trauzeugin bin ich natürlich für den Junggesellenabschied mitverantwortlich, an dem ich allerdings nicht selbst teilnehmen werde. Ich möchte, dass die Männer unter sich bleiben und sich alle ausgelassen verhalten und feiern können. Ich bin schon jetzt gespannt, wie wir die Planung umsetzen und ob es dem zukünftigen Bräutigam auch gefallen wird. Noch vor dem Junggesellenabschied werde ich mir die Hochzeitslocation anschauen, um genau zu sehen, was vor Ort realisiert werden kann und was nicht. Im Anschluss werde ich mich mit auf die Suche nach einem passenden Hochzeitsanzug machen. Haben wir das erledigt, geht es so langsam in das Feintuning für den großen Tag. Einen ungefähren Ablauf haben wir bereits. In den kommenden Wochen wird sich allerdings noch ganz genau herausstellen, wann die Trauung stattfindet, wann der Empfang beginnt und um welche Uhrzeit das Dinner startet.  Für den gesamten Tag organisieren wir ein kleines Rahmenprogramm, besorgen ein Gästebuch, Utensilien für mögliche Spiele, kommunizieren mit den Gästen und entscheiden, wer wann seine Rede halten kann. Zudem stehen wir dem Brautpaar ab sofort jederzeit bei Fragen und Sorgen zur Seite. Und auch am Hochzeitstag selbst sind wir dafür da, dass das Brautpaar den hoffentlich wohl schönsten Tag in seinem Leben voll und ganz genießen kann. 

Ich freue mich sehr, auf das was kommt, muss mich allerdings immer wieder daran erinnern, zwischendurch auch mal tief durchzuatmen. Ich denke, dass in den kommenden Wochen und Monaten viele aufregende und vielleicht sogar überraschende Momente auf uns alle warten. Wie alles so läuft und ob ich den Anforderungen an eine Trauzeugin auch wirklich gerecht werden kann, werde ich natürlich mit euch teilen… 

Warst du schon einmal Trauzeugin oder Trauzeuge? Wie hast du dich gefühlt, und wie liefen die Vorbereitungen? Ich würde mich freuen, von deinen Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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