Angst vor dem Coronavirus! Schadet es meinem Baby?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
Lesezeit: 3 Minuten
Wie wirkt sich das Coronavirus in der Schwangerschaft aus?

Das Coronavirus beeinflusst aktuell das tägliche Leben vieler Menschen. Die aufsteigende Hysterie ist auch an mir nicht spurlos vorübergegangen – vor allem, weil ich mir Sorgen um mein Baby mache…

Beinah minütlich gibt es neue News zum Thema Coronavirus. Mal heißt es, die Zahl der Ansteckungen sei gestiegen, und mal, sie sei gesunken. Einerseits haben bereits mehr als 42.000 Menschen das auch als SARS-CoV-2 bekannte Virus nach kurzer Krankheit überstanden. Andererseits gibt es bis heute etwa 3.000 Menschen, die die neuartige Lungenkrankheit nicht überlebt haben. Und die Gefahrenlage in Deutschland wurde inzwischen von gering auf mäßig hochgestuft. Während es von Tag zu Tag neue Erkenntnisse gibt, die uns die Einschätzung der Situation erleichtern sollen, scheint es gerade die immense Informationsflut zu sein, die am Ende dann doch immer wieder für große Unsicherheit sorgt. 

Diese Unsicherheit ist es auch, die vielerorts schon fast in Hysterie ausgeartet ist. Supermärkte wurden von dem Verhalten vieler Menschen überrascht und konnten, vor allem bei den haltbaren Lebensmitteln, bald nur noch mit leeren Regalen aufwarten. Auch Apotheken und Drogerien wurden regelrecht geplündert. Desinfektionsmittel und Schutzmasken fehlen nun vor allem in den Bereichen, wo sie wirklich gebraucht werden – nämlich in Krankenhäusern und Arztpraxen. 

Es heißt auch unabhängig vom Coronavirus jedes Jahr aufs Neue, dass Abstand und entsprechende Hygienemaßnahmen die Ansteckungsgefahr deutlich minimieren können.

Grippewellen gibt es jedes Jahr

Ich persönlich habe lange Zeit versucht, mich nicht von der Panik anstecken zu lassen. Immerhin gibt es in jedem Jahr eine Grippewelle, die auch immer wieder Todesopfer fordert, und zwar in gar nicht mal geringem Umfang. Ähnlich wie bei der Influenza überträgt sich auch das Coronavirus von Mensch zu Mensch über eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Beim Niesen, Husten oder Sprechen gelangen kleinste virushaltige Tröpfchen in die Luft und können von Menschen in der Nähe eingeatmet werden. Auch über die Hände, mit denen wir uns an Mund, Nase oder den Augen berühren, kann das Virus weitergegeben werden. Deshalb heißt es auch unabhängig vom Coronavirus jedes Jahr aufs Neue, dass Abstand und entsprechende Hygienemaßnahmen die Ansteckungsgefahr deutlich minimieren können.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Coronavirus: Vermutlich würde ich es unbeschadet überstehen

Bis zuletzt fühlte ich mich also sicher und erinnerte mich immer wieder selbst an die Maßnahmen, zu deren Einhaltung wir im Moment vom Robert-Koch-Institut angehalten werden. Da ich zu keiner der Risikogruppen gehöre – also Menschen ab 60 Jahren oder Menschen mit (chronischen) Lungenerkrankungen –, mache ich mir um mich selbst eigentlich nach wie vor überhaupt keine Sorgen. Sollte ich mich infizieren, werde ich das Virus mit großer Wahrscheinlichkeit unbeschadet überstehen. Manche Infektionen verlaufen ja sogar nahezu ohne Symptome, so dass viele Infizierte noch nicht einmal merken, dass sie überhaupt krank sind.

Coronavirus in der Schwangerschaft: Das ist bekannt

Doch eine Sache beschäftigte mich in der letzten Woche dann doch. Da das Coronavirus noch nicht in voller Gänze erforscht ist, konnte ich bis zuletzt auch noch nichts zu dem Thema »Coronavirus in der Schwangerschaft« finden. In den vergangenen Tagen gab es jedoch zunehmend beruhigende Informationen. Diese stützen sich aktuell zwar noch nicht auf aussagekräftige Studien, da die Zahl von corona-infizierten Schwangeren noch recht gering ist, dennoch sind sich die WissenschaftlerInnen relativ sicher in ihren Aussagen. Das liegt vor allem daran, dass es in der Vergangenheit bereits Ausbrüche von ähnlichen Coronaviren gegeben hat, wie etwa SARS (schweres akutes Atemwegssyndrom) oder MERS (Middle East Respiratory Syndrome), und diesbezüglich Erfahrungswerte gesammelt werden konnten.

Nach dem aktuellen Erkenntnisstand scheinen sich Schwangere weniger schnell mit dem Virus anzustecken.

Wie Prof. Christian Drosten, Institutsdirektor der Virologie an der Charité Berlin, in einem Beitrag auf Eltern.de erklärt, scheinen Schwangere nicht besonders von dem Coronavirus betroffen zu sein und sich tatsächlich nicht so schnell anzustecken. Dies bestätigte Anfang der Woche auch der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im »Hart aber fair«-Spezial vom 2. März erklärte er auch, es gebe keine Hinweise darauf, dass sich das Virus auf das Ungeborene übertrage. Selbst wenn eine Schwangere positiv getestet würde, werde das Baby durch den Schutz der Fruchtblase nichts davon mitbekommen. Zu Komplikationen könne es höchstens kommen, wenn starkes Fieber auftrete. Doch dies ist ohnehin während der Schwangerschaft grundsätzlich und unabhängig vom Coronavirus problematisch. Nach der Geburt könnten sich Babys dann zwar wie andere Menschen auch per Tröpfchen-Infektion infizieren, doch würden die Auswirkungen bei Kindern bislang insgesamt eher mild ausfallen. Todesfälle bei Kindern gab es bisher nicht.  

All diese Erkenntnisse haben mich in den vergangenen Tagen beruhigt. Was ich zudem nur mehr als empfehlen kann: Einfach mal bewusst 24 Stunden auf Informationen zum Virus verzichten. Das half mir gerade auch dabei, mich nach dem ganzen Trubel wieder etwas zu entspannen. Also, vielleicht verzichtet ihr heute auch einmal darauf, euch über den aktuellen Stand zu informieren. Atmet stattdessen doch einfach mal tief durch und denkt an etwas Schönes – und natürlich Händewaschen bitte nicht vergessen!  

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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