So verlief meine Augen-Operation

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: @arzuliv
So verlief die Augen-OP

Eigentlich wollte ich in dieser Kolumne darüber berichten, wie meine Augen-Operation verlaufen ist und wie es mir heute geht. Leider hat sie nie stattgefunden. 

 

In einer meiner letzten Kolumnen habe ich über meine bevorstehende Laseroperation geschrieben. Ein Tag, auf den ich seit Monaten hingefiebert hatte. Alles war geplant und vorbereitet. Ich und mein Mann hatten für die Woche danach sogar extra Urlaub genommen (nach dem Lasern wird man nicht krankgeschrieben) und uns mental auf alle möglichen Eventualitäten eingestellt. Viele Bekannte berichteten davon, dass sie nach der Behandlung zunächst auf Hilfe angewiesen waren – wieder andere erzählten mir, wie wunderbar sie bereits kurz nach dem Eingriff sehen konnten. So oder so, inzwischen freute ich mich riesig auf den Termin. 

Ein ungutes Gefühl

Einen Tag vor dem Eingriff hatte ich ein Vorgespräch in der Laser-Klinik. Hier sollten alle Weichen gestellt werden, damit ich genau 24 Stunden später meine Brille wegwerfen könnte. Etwa eine Woche vor diesem Termin beschlich mich allerdings ein merkwürdiges Gefühl, das sich dann als berechtigt herausstellen sollte. Denn in den vorangegangenen Tagen hatte ich immer wieder die Befürchtung, mit meinen Augen könnte irgendetwas nicht stimmen. 

Nach meiner Ankunft in der Klinik wurden meine Augen zunächst noch einmal genauestens untersucht und jeder Millimeter unter die Lupe genommen. Dafür musste ich mich nacheinander vor sieben verschiedene Geräte setzen, die alles analysierten. Neben dem Augeninnendruck, der Pupillenweite und der Hornhautdicke wurde auch meine aktuelle Sehstärke ermittelt. Als ich danach noch einmal in das Wartezimmer gebeten wurde, wusste ich im Grunde bereits, dass der Tag für mich gelaufen war. Denn nach der Messung folgte erst einmal Stille, und dann erklärte mir die augenärztliche Assistenz, dass sie Rücksprache halten müsse – erst dann könne sie mir sagen, ob es weiter gehen könne.

Ab jetzt kommt Lasern nicht mehr infrage

In diesem Moment stieg die Aufregung in mir hoch. Sollten die letzten Wochen, in denen ich mich gedanklich auf die Operation vorbereitet hatte, die ich doch so dringend wollte, tatsächlich »umsonst« gewesen sein? Einige Minuten später wurde ich wieder in einen der Untersuchungsräume gebeten. »Es tut mir leid, aber mit den neuen Werten können wir nicht lasern.« Jetzt machte sich ein Kloß in meinem Hals breit, und die Tränen schossen mir in die Augen. Mir war von Anfang an klar gewesen, dass ich mit -8 Dioptrien Kurzsichtigkeit und einer eher dünnen Hornhaut an der Grenze des Möglichen liege – doch dass meine Sehstärke in den letzten Wochen nun doch noch einmal schlechter geworden war, so dass eine Laseroperation ab sofort überhaupt nicht mehr infrage kommt, hat mich stark getroffen. 

 

Sehstärke und Hornhautdicke müssen stimmen

Doch was war genau passiert? Seit meinem 10. Lebensjahr bin ich Brillenträgerin. Bis zu meinem 27. Lebensjahr war meine Sehstärke regelmäßig schlechter geworden, seit einiger Zeit waren meine Werte allerdings konstant geblieben. Ab diesem Moment informierte ich mich über verschiedene Operationsmöglichkeiten. Bei meinem ersten Beratungsgespräch wurde mir gleich gesagt, dass der praktizierende Arzt mir von einer Laserbehandlung abraten würde, da er meine Hornhaut als zu dünn einschätze. Als Alternative bot er mir die Möglichkeit an, künstliche Linsen in die Augen setzen zu lassen. Diese Linsen werden speziell angefertigt und können für den Rest des Lebens im Auge bleiben. Einer der größten Haken ist vermutlich der Preis, der etwa dreimal höher ist als der für eine einfache Laseroperation. In einer zweiten Klinik bekam ich nach einem ersten Check die Information, dass meine Sehstärke in Kombination mit der Hornhaut zwar grenzwertig sei, aber noch gelasert werden könne. Ich entschied mich also dafür und machte kurze Zeit später die beiden Termine für die Voruntersuchung sowie die OP aus. Jetzt, da meine Augen doch wieder schwächer geworden sind, reicht die Hornhautdicke leider nicht mehr aus, um den Sehfehler mithilfe des Lasers zu korrigieren. 

Die große Enttäuschung

Völlig geschockt wurde ich dann noch ganz grob darüber aufgeklärt, wie eine Linsenimplantation (oder auch ICL-Linsen-Operation) ablaufen würde. Doch so richtig zuhören konnte ich nicht. Als ich die Klinik wieder verließ, hatte ich bereits mehrere verpasste Anrufe von Freunden und Verwandten auf dem Handy, die mir entweder viel Glück für den nächsten Tag wünschen oder wissen wollten, wie es lief. Und dann konnte ich meine Tränen der Enttäuschung nicht mehr zurückhalten. Ich rief erst meine Großmutter und dann meine Mutter an und schluchzte ihnen ihn ins Telefon. Beide kennen mich in- und auswendig und wissen genau, welche Probleme ich in den letzten Jahren mit der Brille und den Kontaktlinsen hatte – auch sie waren froh gewesen, dass das nun alles ein Ende haben sollte. Doch leider musste ich auch sie enttäuschen. 

Wie es weiter geht…

Bereits am nächsten Tag hatte ich mich nicht nur wieder gefangen, sondern war auch irgendwie froh, dass der Arzt sich ganz klar gegen eine Operation ausgesprochen hatte, um meine Gesundheit nicht zu gefährden. Und dann versuchte ich, sofort nach vorne zu schauen, und vereinbarte einen Termin bei meinem Optiker und einen im Universitätsklinikum Hamburg für ein ausführliches Beratungsgespräch bei einem Augenarzt. Auf letzteren muss ich leider noch einige Wochen warten. Der Optiker machte mir indes auch wieder Mut. Er berichtete von Kunden, die weitaus höhere Sehschwäche als ich haben (ich dachte bisher, noch blinder zu sein, als ich es bin, ist so gut wie unmöglich) – und von einem Baby, das ohne Linsen geboren wurde, aber mithilfe von Linsenimplantaten von Tag eins an fabelhaft sehen kann. 

Ob ich mich für die Linsenimplantation entscheide und wann ich den Eingriff durchführen lassen möchte, weiß ich heute noch nicht. Sobald ich eine Entscheidung getroffen habe, werde ich hier davon berichten. Bis es so weit ist, werden also weiterhin Kontaktlinsen und Brille zu meinem Alltag gehören. Eine Tatsache, mit der ich mich inzwischen schon wieder ziemlich gut abgefunden habe… 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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