Was ich von einer Yoga-Challenge gelernt habe

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: privat
Claudia Marisa beim Yoga
Vor drei Wochen habe ich mich dazu entschlossen, eine 30-tägige Yoga-Challenge zu starten. Heute ist Tag 21 und ich fühle mich einfach großartig.
 

Vor einigen Jahren besuchte ich ganz unregelmäßig Yoga-Kurse, bevor ich schließlich komplett das Interesse daran verlor. Im letzten Jahr – und ich kann gar nicht genau sagen, wieso – entdeckte ich eine völlig neue Yoga-Leidenschaft in mir und obendrein die Vorteile, die die Übungen mir bieten. Dazu gehören Flexibilität, Kraft, Energie, aber auch mentale und körperliche Entspannung. Zuletzt besuchte ich mindestens einmal die Woche einen Yoga-Kurs in meinem Fitnessstudio.

Die 30-Tage-Yoga-Challenge

Für 2019 hatte ich mir erhofft, problemlos wieder dort anknüpfen zu können, wo ich im letzten Jahr aufgehört hatte. Tief im Alltagsstress versunken, fiel es mir allerdings zuletzt zunehmend schwerer, mich aufzuraffen und für das zu motivieren, was mir doch eigentlich so guttut. Durch Social Media bin ich auf die »30-Tage-Yoga-Challenge« von Mady Morrison aufmerksam geworden. Herausforderungen sind etwas Gutes, und meiner Meinung nach bringen sie uns weiter – vor allem, wenn sich einzelne Passagen im Leben mal wie eine Sackgasse anfühlen. Doch auch für mich ist so etwas immer leichter gesagt als getan. Ich nahm mir also vor, 30 Tage lang täglich die Yoga-Matte auszurollen. Doch noch bevor ich startete, schränkten mich vor allem diese Gedanken ein: »Jeden Tag Yoga? Wann soll ich das denn machen? Und wozu eigentlich genau?«

In der letzten Woche habe ich dir von meiner »Ja, aber…-Phase« erzählt, die mich auch aktuell immer noch daran hindert, bestimmte Dinge anzugehen und eine positivere Sichtweise zu entwickeln. In Bezug auf die Yoga-Challenge habe ich es vor genau 21 Tagen geschafft, mal nicht zu viel nachzudenken, sondern einfach zu machen. Dennoch kam mir in den ersten Tagen auch während der Yoga-Einheiten die Frage in den Kopf, wofür ich das alles eigentlich tue und was mein Ziel dabei ist. Klar, ich möchte wieder regelmäßiger Yoga machen, aber brauche ich dafür genau diese Challenge?

Good Vibes only...

Vom Morgenmuffel zum Frühaufsteher?

Seit einigen Tagen kann ich sagen: offenbar schon. Denn während ich mich zu Beginn mehr oder weniger auf die Matte zwingen musste, wurde mir mit der Zeit immer klarer, wie gut es mir damit eigentlich geht. Getreu dem Motto »Der Weg ist das Ziel« merkte ich ziemlich schnell, dass ich in der Ausführung der Übungen immer besser werde. Nicht nur wenn es darum geht, im Dreibeinigen Hund in die schiefe Ebene zu fließen. Sondern auch wenn es darum geht, bei mir zu bleiben, in mich hineinzuhören und tatsächlich an nichts weiter als eine gleichmäßige Atmung zu denken. Das tut gut, spornt an und motiviert. Da ich außerdem seit mehreren Wochen große Probleme damit habe, morgens überhaupt aus dem Bett zu kommen, beschloss ich, die Yoga-Einheiten gleich morgens durchzuführen.

Aus einem weinerlichen »Ich kann einfach nicht aufstehen« wurde nach nur wenigen Tagen ein entschiedenes »Ich möchte aufstehen, damit ich mit der Yoga-Session entspannt in den Tag starten kann.« Als passionierter Morgenmuffel ist auch das ein voller Erfolg für mich. Weiterhin ist mir mal wieder bewusst geworden, dass die »Ausrede«, ich hätte einfach keine Zeit für Sport, absolut nicht stimmt. Vermutlich liegt es zum großen Teil daran, dass ich wirklich Spaß daran habe, doch 30 – 40 Minuten Yoga vergehen nicht nur jedes Mal wie im Flug, sondern lassen sich auch wunderbar in meinen Tagesablauf integrieren. Und zum Vergleich: Für Instagram, Angry Birds und Co. nehme ich mir im Durchschnitt täglich ja schließlich auch bis zu zweieinhalb Stunden Zeit. Womit man seine Zeit verbringt und was für einen sinnvoll ist, muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden.

 

Ziele ergeben sich manchmal erst auf dem Weg

Zu Beginn konnte ich also tatsächlich nicht genau benennen, was ich mit der Challenge eigentlich erreichen wollte – außer, dass ich halt wieder regelmäßiger Yoga machen wollte. Inzwischen habe ich mir die Ziele angeschaut, die Mady Morrison selbst festgelegt hat. Sie schreibt auf ihrer Webseite: »Die Ziele des Programms sind: Gute Laune & Spaß an Bewegung, Energie & Fokus, Gelassenheit & innerer Frieden, Kraft & Beweglichkeit«. Obwohl mir im Grunde gar nicht bewusst war, was genau ich erreichen wollte, sind es die von Mady genannten Punkte, die sich inzwischen fast wie von selbst einstellen. So kann ich also festhalten, dass es hin und wieder gar keine konkreten Ziele braucht, um im Leben voran zu kommen. Ich bin wacher, motivierter, habe weniger Rückenschmerzen und fühle mich einfach rundum gut. Noch für die nächsten 9 Tage werde ich mir durch die Challenge immer wieder ganz bewusst Zeit nur für mich nehmen. Und was kommt danach? Mein Plan ist es, einfach wieder bei Tag eins zu beginnen und die Übungen noch intensiver auszuführen und zu verinnerlichen. Ich weiß ja jetzt ganz genau, dass es keine Ausreden für’s Nichtstun gibt und ich mir selbst nicht mehr im Weg stehen muss – und wenn das mit dem Yoga funktioniert, dann doch sicher auch in vielen anderen Bereichen meines Lebens.

Eine kleine einschränkende Warnung von mir: Wenn du die Yoga-Challenge auch ausprobieren möchtest, solltest du vorher bereits einmal in einem Yoga-Studio gewesen sein. Wenn du ganz ohne Erfahrungen startest, könntest du dich im schlimmsten Fall bei einzelnen Übungen verletzen.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

Kristina
#1 — vor 3 Wochen 3 Tage
Hey Claudia Marisa!
Ich bin tatsächlich auch an dem Punkt von dem du am Anfang dieses Textes gesprochen hast. Ich hatte eine Zeit lang (3 Monate ca.) intensiver Yoga gemacht und das Gefühl, das man dabei und hinterher hat ist wirklich unvergleichbar. Ich bekam nach einiger Zeit jedoch deutlich Probleme mit den Handgelenken und musste nach einem Arztbesuch feststellen, dass ich das leider auch aufgrund meiner Anatomie nicht verändern kann.
Ich musste gezwungenerweise eine lange Pause einlegen, damit ich meinen Körper nicht noch mehr schade. Habe auch einen Yoga-Kurs besucht, damit ich Alternativen lerne, aber das war leider so der größte Reinfall überhaupt. Dadurch verlor ich dann richtig die Lust auf Yoga. Nun ist es auch wieder fast ein Jahr her und ich taste mich langsam heran. Stehe mit denselben Gedanken hier und hab mich nun auch entschieden 30 Tage erstmal durchzuziehen und jeden Tag Yoga zu machen, egal wie lang oder wie kurz jede Session ist!

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