Was ist nur mit unserer Welt los?

22.07.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Kolumne: Was ist nur mit den Leuten los?

In dieser Woche bin ich auf einen Artikel gestoßen, der mich wirklich sehr verwundert hat. Darin geht es um Kylie Jenner. Doch nicht sie, wie vielleicht vermutet, sorgt bei mir für Kopfschütteln, sondern einige andere Menschen…

Auch wer sich nicht freiwillig und intensiv mit Kim Kardashian, Kanye West, Kendall Jenner, Kylie Jenner und Co. beschäftigt, hat zumindest sicherlich schon etwas von der Familie gehört. In einigen Fällen scheint es sogar schwierig zu sein, sich ihrem Leben zu entziehen. Ich höre über den Tag sehr gerne Radio – vorzugsweise NDR2 – und selbst hier werden von Zeit zu Zeit der Name des neusten Nachwuchses oder die aktuellste Schönheits-OP eines Mitgliedes der bekanntesten Patchwork-Familie diskutiert.

Selfmade-Milliardärin mit 23 Jahren?

Gerade wurde bekannt, dass die 20-jährige Kylie Jenner kurz davorsteht, die jüngste Milliardärin der Welt zu werden. Mit einem aktuellen Vermögen von 900 Millionen Dollar könnte sie so Facebook-Gründer Marc Zuckerberg schlagen, der die Liste der jüngsten Milliardäre bisher anführt. Ihm gelang dieser sensationelle Erfolg mit genau 23 Jahren. Doch zurück zu Kylie. Sie ist die Königin der Selbstinszenierung und Vermarktung. Sie ist Teil der Reality Show „Keeping Up With The Kardashians“, hat mit „Life of Kylie“ inzwischen sogar eine eigene Sendung, sie hat eine Kosmetik-Marke ins Leben gerufen und zahlreiche weitere Deals und Verträge, die ihr die Millionen nur so auf das Konto spülen.

Aus einem Scherz wurde Ernst

Im Grunde kann es Kylie Jenner völlig egal sein, ob sie in einem, in zwei oder in drei Jahren noch weitere 100 Millionen Dollar verdient und ob sie damit einen Rekord bricht – oder eben nicht. Und das ist es ihr vermutlich auch. Doch aus einem Scherz wurde gerade ernst. Der Comedian Joshua Ostrovsky wollte sich eigentlich nur einen Spaß erlauben und startete auf der Crowdfunding-Seite “GoFundMe” eine Spendenaktion. “Kylie Jenner war auf dem Cover des Forbes-Magazins, weil sie ein Vermögen von 900 Millionen Dollar erwirtschaftet hat. Ich will nicht in einer Welt leben, in der Kylie Jenner nicht eine Milliarde Dollar hat”, schrieb er bei Instagram.

Kylie Jenner soll noch reicher werden

Was für mich persönlich ironisch klingt und mir ein müdes Lächeln abgewinnen konnte, scheinen aber tatsächlich einige Menschen wirklich ernst zu nehmen. Seit Tagen wird fleißig für Kylie gespendet. Von fünf bis sogar 500 Dollar(!) ist alles dabei – 152 Spender sind es bisher insgesamt. Und spätestens jetzt kann ich absolut gar nicht mehr lachen. Ehrlich gesagt finde ich es wirklich traurig zu sehen, dass es Menschen gibt, die anderen Menschen dabei helfen, ihren enormen Reichtum noch weiter zu steigern, während es auf der Welt so viel Elend gibt und so viel sinnvollere Möglichkeiten, anderen zu helfen.

Jeder der möchte, kann auch etwas Sinnvolles tun!

Selbst in meinem Umfeld höre ich immer wieder, dass sich eine Spende für benachteiligte Menschen, Tiere oder auch für Umweltorganisationen nicht lohne, da es nicht sicher sei, dass das Geld überhaupt ankomme. Mit Sicherheit hat es viele Organisationen gegeben, die ihre Position ausgenutzt und hauptsächlich in ihre eigene Tasche gewirtschaftet haben – und vermutlich wird es das auch immer wieder geben. Doch davon lasse ich mich nicht abhalten. Ich bin der Meinung, dass sich jeder nur gut genug informieren sollte, um eine für sich persönlich vertrauensvolle Organisation, Einrichtung, Stiftung oder ähnliches zu finden. Und am Ende muss es auch kein Dauerauftrag sein. Sobald das Bedürfnis besteht, etwas Gutes tun zu wollen, gibt es unzählige Möglichkeiten, dies auch zu tun.

MonCoeur Armband
Mein Mon Coeur Armand… Bildquelle: privat

Es muss kein Dauerauftrag sein

Ich selbst spende immer wieder für Tierheime und Menschenrechtsorganisationen oder verschenke eine Spende zu Weihnachten. Ich bin außerdem ein großer Fan von Mon Coeur. Der Verein unterstützt Familien im Township „Mitchells Plain“ in Kapstadt, Südafrika, und aktuell auch Flüchtlinge in Deutschland. Die Menschen, die für und mit Mon Coeur zusammenarbeiten, stellen hübsche Armbänder her, die zehn Euro kosten. Für jedes gefertigte Armband bekommen sie einen Euro. Die restlichen neun Euro gehen nach Südafrika, Äthiopien und Uganda, um vor Ort die Schulgelder und -uniformen sowie warme Mahlzeiten für Kinder zu finanzieren. Die Armbänder können nicht nur an die Mutter und alle Freundinnen und Freunde verschenkt, sondern natürlich auch selbst getragen werden.

Es gibt noch viele weitere derartige wundervolle Projekte und Organisationen, bei denen die Unterstützung für ein gutes Gefühl sorgt und auch Spaß macht – du glaubst nicht, wie oft ich schon auf mein schönes Armband angesprochen wurde… Also, informiere dich und hör bitte niemals auf, an das Gute zu glauben und für eine bessere Welt zu kämpfen und einzustehen. Meiner Meinung nach hilft eine Spende an Kylie Jenner wirklich niemandem – nicht mal ihr selbst…

Du möchtest deiner Umwelt, den Bienen und Imkern in deiner Nähe etwas Gutes tun? Dann schau doch mal bei nearBees vorbei!

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

2 Kommentare

  1. Silvio

    mit unserer Welt ist gar nichts los, die ist völlig in Ordnung.
    Die richtige Frage wäre: Was ist mit der Menschheit los?
    Und dazu fällt mir absolut nichts Positives ein! Außer vielleicht das wir ein komplett schief gelaufenes Experiment der Evolution sind. Die Rasse die sich selbst als intelligenteste auf dem Planeten bezeichnet sägt mit einer Vehemenz an dem Ast auf dem sie hockt die ihres Gleichen sucht. Das wird kein gutes Ende nehmen. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so … für unsere Welt.

  2. Wolfgang

    Treffen sich zwei Planeten, sagt der Eine: “Wie geht’s”. Der ANdere: “Nicht so gut, ich hab Homo Sapiens”. Anwortet der Erste: “Hatte ich auch mal, geht vorbei!”

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