So war sie – meine Traumhochzeit

09.09.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Brautstrauß: Hochzeit

Ja, ich bin verheiratet! Und was soll ich sagen: Ich könnte kaum glücklicher sein! Dass ich noch immer auf Wolke sieben schwebe, liegt natürlich zum einen daran, dass ich die Liebe meines Lebens nun auch als meinen Ehemann bezeichnen darf – und zum anderen daran, dass der Tag für uns noch schöner war, als wir es uns zuvor hätten vorstellen können.

Ein Frauentag mit Nervosität und Sekt

Die Nacht vor unserem großen Tag verbrachten wir ganz klassisch getrennt voneinander. Den ganzen Tag über war erst Paula, eine meiner beiden besten Freundinnen, die auch meine Trauzeuginnen waren, ununterbrochen an meiner Seite – später kam dann auch Sophia dazu. Wir unterhielten uns über alte Zeiten, neue Jobs und Männer. Nach Pizza, Sushi und Sekt ging es dann, doch später als gedacht, ins Bett. Am nächsten Morgen wachte ich nach einer nur wenig erholsamen Nacht noch vor dem Weckerklingeln und mit starkem Bauchkribbeln auf. Ein kleiner Wermutstropfen: Das Wetter. Da war es wochenlang heiß und sonnig gewesen – und ausgerechnet an meinem Hochzeitstag beschränkte sich das Wetter auf gerade einmal 16 Grad und Regen. Doch lange wollte und konnte ich mich nicht darauf konzentrieren.

Moij Hamburg
Patrick und Jana von Moij in Hamburg

Entspannte Vorbereitungen

Um 10 Uhr hatte ich einen Termin bei meinem Friseur. Jana und Patrick von Moij haben wirklich einen grandiosen Job gemacht und meine lockige Mähne in softe Wellen verwandelt. Eine roségoldene Haarspange am Hinterkopf vollendete den Look. Nach etwa einer Stunde ging es wieder zurück nach Hause, wo mir kurze Zeit später meine liebe Freundin Niu ein wunderschönes und natürliches Make-up schminkte. Da wir für alles mehr als genügend Zeit eingeplant hatten (Haare und Make-up jeweils zwei Stunden), konnte ich zwischendurch immer wieder entspannt durchatmen, ohne mich noch zusätzlich stressen oder hetzen zu müssen.

Der Schock: So kann ich nicht heiraten!

Gegen 14:00 Uhr schnappten meine beiden Mädels und ich uns unsere Sachen und gingen noch einmal alles durch. Hatten wir wirklich nichts vergessen? Mit noch stärkerem Herzklopfen kamen wir der Location immer näher, als ich plötzlich entsetzt feststellen musste, dass wir doch etwas vergessen hatten: Mein Reifrock, der dem Kleid nicht nur eine schönere Form geben, sondern mich auch am Stolpern hindern sollte, lag noch in meinem Schrank vergraben. Ich atmete tief durch und versuchte mir einzureden, dass es auch ohne gehen würde. Im Hotelzimmer angekommen, halfen mir meine beiden Mädels beim Anziehen. Und dann der Schock: Das Kleid konnte ich unmöglich ohne Reifrock tragen. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch etwa 45 Minuten bis zur Trauung, die eigentlich pünktlich um 16 Uhr beginnen sollte. Von der Location zu unserer Wohnung und wieder zurück dauerte es allerdings mindestens 50 Minuten. Doch wir hatten keine Wahl: Sophia musste noch einmal zurückfahren. Und jetzt machte ich mir nicht nur Sorgen, dass wir meinen künftigen Ehemann mit der zusätzlichen Wartezeit in Ohnmacht versetzen könnten, sondern auch, dass meiner Trauzeugin etwas zustoßen könnte. Doch sie blieb so ruhig sie konnte und kam um 16:15 Uhr wieder bei uns an, sodass ich in den Reifrock schlüpfen konnte und wir noch einmal einige Minuten später an Ort und Stelle waren.

Ballons: Hochzeit
Bildquelle: privat

Nach dem Schock folgte das Tränenmeer

Doch zuvor empfing mich mein Vater. Als wir uns sahen, kullerten bei uns beiden die Tränen. Ich konnte deutlich sehen, wie stolz und aufgeregt er war. Und dann standen wir vor dem schönen Raum, in den uns das schlechte Wetter gezwungen hatte. Doch um ehrlich zu sein, spielte das in diesem Augenblick schon keine Rolle mehr, denn als Dominik, unser Trauredner, zu singen anfing (“Für immer und Dich” von Rio Reiser) und mein Papa und ich den Raum betraten, konnte ich meine Emotionen endgültig nicht mehr zurückhalten. Überwältigt von unseren Gästen, der Musik und meinem Mann, den ich in den letzten zehn Jahren nur etwa einmal so aufgelöst gesehen hatte, gab es bei mir kein Halten mehr. Für einen kurzen Moment befürchtete ich sogar, meine Beine könnten versagen und mich nicht bis vor den Altar tragen.

Ein Fotoshooting mit Hindernissen

Neben der wundervollen Rede des Trauredners Dominik gaben wir uns selbstgeschriebene Eheversprechen und richteten Dankesworte an die Trauzeugen. Ebenfalls zur Zeremonie gehörten natürlich auch unsere Ja-Worte, die kaum hätten deutlicher sein können. Nach den Gratulationen und dem Sektempfang ging es für uns mit regelmäßigen kurzen Unterbrechungen raus zum Fotoshooting. Dieses gestaltete sich schwierig, da es nicht nur recht frisch, sondern auch sehr wechselhaft war, sodass uns dicke Wolken, Regen und manchmal sogar ein Zuviel an Sonne die Bedingungen erschwerten. Unsere Fotograf Lukas blieb cool. In einem günstigen Moment wurden wir mit weißen Luftballons überrascht, an die unsere Gäste ihre Wünsche für uns befestigt hatten. Nachdem wir sie gemeinsam steigen lassen hatten und das letzte Foto geschossen war, ging es in den wundervoll dekorierten Festsaal, den ich bis zu diesem Zeitpunkt nur am Rande wahrgenommen hatte. Große Blumenkränze mit üppigen, kugeligen Rosen und Olivenzweigen, von romantischem Kerzenschein umgeben, passten perfekt zu unserem Saal, in dem das Dinner und die anschließende Feier stattfand.

Fotoshooting: Hochzeit
Bildquelle: privat

Noch mehr Emotionen

Und dann wurde es noch einmal emotional. Während unseres leckeren Menüs hielten erst mein Mann, dann meine Schwiegereltern, meine Eltern und die Trauzeugen ihre Reden. Besonders berührt war ich von meinem Vater, der vor Aufregung am liebsten davongelaufen wäre, seine Sache aber mehr als gut machte und großen Applaus erntete. Und dann stand auch schon der nächste Programmpunkt auf dem Plan – nämlich die Hochzeitstorte, die wir in das Nachtischbuffet eingebunden hatten. Von spektakulärer Musik begleitet wurde diese in den Saal gefahren. Da wir sie vorher noch nicht gesehen, sondern nur grob mit der Konditorin über unsere Wünsche gesprochen hatten, war ich erst sehr gespannt und anschließend sehr glücklich über ihr Aussehen und ihren Geschmack. Nachdem sich auch alle über den Nachtisch und die Torte hergemacht hatten, gab es noch eine kleine Präsentation, die mit Kinderfotos von meinem Mann und mir begann und uns wie in einer Zeitreise bis zu unserem Hochzeitstag führte.

Brautstrauß: Hochzeit
Bildquelle: privat

Die beste Party meines Lebens

Kurze Zeit später wurde es noch einmal spannend: Wir wurden aufgefordert, uns zu setzen, und einen Augenblick später begann der DJ “Time of my Life” zu spielen, und all unsere Freunde und die Familie begannen einen Flashmob, der damit endete, dass mein Mann und ich uns in der Mitte der Tanzfläche wiederfanden und unser Song (“Everything I Do” von Bryan Adams) zu spielen begann. Eine perfektere Einleitung für unseren Hochzeitstanz hätten wir uns kaum vorstellen können. Und dann blieb uns nur noch eines übrig: ausgelassen zu feiern und den Abend in vollen Zügen zu genießen! Und das taten wir auch. Bis fünf Uhr morgens verließ ich nur für wenige Augenblicke die Tanzfläche, um an der Bar mit jemandem anzustoßen, den Mitternachtssnack zu genießen oder ein weiteres lustiges Foto mit der Fotobox zu schießen.

Ich würde es immer wieder tun!

Und so ging der schönste Tag in meinem Leben rückblickend betrachtet viel zu schnell vorbei. Noch immer bin ich dabei, mir Einzelheiten ins Gedächtnis zu rufen und Teile des Abends zu rekonstruieren. Und so langsam werde ich ein wenig wehmütig. So etwas Wundervolles werden wir in dieser Art und Weise ganz sicher nicht noch einmal erleben. Doch wir sind unendlich dankbar. Dankbar für unsere Familien und unsere Freunde, ohne die unsere Hochzeit niemals so unvergesslich geworden wäre. Ja, und zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich eine Hochzeit mit der großen Liebe wirklich mehr als empfehlen kann – egal, in welchem Umfang. Ich würde es definitiv immer wieder tun!

Das Beitragsbild ist privat

share:
FacebookPinterest
Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

kommentieren