Mein perfekter Junggesellinnenabschied

05.08.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Marisa macht's sichtbar: Mein Junggesellinnenabschied

Am vergangenen Wochenende war es tatsächlich schon so weit: Am Samstag fand mein Junggesellinnenabschied statt – und er hätte perfekter nicht sein können.

In den letzten Wochen habe ich immer wieder gerätselt und spekuliert: Wie könnte mein JGA wohl ablaufen? Wann das Ganze stattfinden würde, erfuhr ich kurz vorher von einer Bekannten, die aus terminlichen Gründen leider keine andere Wahl hatte, als mich einzuweihen. Schlimm fand ich das allerdings nicht. Für mich wurde der Tag so oder so eine große Überraschung.

Junggeselllenabschiede wurden schon vor Jahrhunderten gefeiert

Wusstet ihr übrigens, dass Junggesellenabschiede schon seit Jahrhunderten gefeiert werden? Die ersten Aufzeichnungen über diese Tradition reichen sogar bis in das antike Griechenland zurück.
Ursprünglich sollte dieser Tag dazu dienen, den potenziellen Ehepartner zu testen. Erwies sich dieser als unwürdig, konnten die Eltern der Braut die Hochzeit verweigern. Zum Glück ist das heute nicht mehr so – heute steht eher der Spaß im Vordergrund. Der seit Jahrhunderten feste Brauch wird inzwischen in nahezu jeder Kultur zelebriert.

So auch bei mir in Hamburg. Mehr oder weniger ging es bereits am Freitagabend los, als meine beiden Trauzeuginnen – und besten Freundinnen – mit drei Piccolo-Sektflaschen vor der Tür standen. Da die zwei nicht in Hamburg wohnen, reisten sie schon etwas früher an, um (wie sich später herausstellte) noch einige Vorbereitungen zu treffen und natürlich auch, um mich am Samstagmorgen liebevoll wecken zu können.

Umschläge: JGA
Bildquelle: privat

Breakfast at…

Am Morgen dauerte es dann nicht lang, bis auch meine anderen Mädels vor der Tür standen. Und schon bekam ich meine erste Aufgabe des Tages. Ich sollte anhand eines Rätsels erraten, wohin es für uns zum Frühstücken geht. Leider stellte ich mich nicht besonders geschickt an und übersah völlig, dass eine Freundin zu diesem Zeitpunkt noch fehlte. Also war ich immer noch ahnungslos, als wir uns auf den Weg machten. Als wir dem Ziel immer näher kamen, dämmerte es mir endlich. Für das Frühstück ging es in kein Café, wie ich zunächst vermutet hatte, sondern zu der bis dahin noch nicht anwesenden Freundin. In ihrer wunderschönen Wohnung hatten die Mädels ein üppiges Frühstück und viele weitere Dinge – wie Armbänder für uns alle, eine Polaroid-Kamera und ein Erinnerungsbuch mit weiteren kleinen Herausforderungen – vorbereitet.

Junggesellinnenabschied
Bildquelle: privat

Curly and the Hot Chicks

Nach dem entspannten und leckeren Frühstück bekam ich den nächsten Umschlag überreicht: “Der gute Ton braucht immer jemanden, der ihn erkennt und einfängt”, hieß es dort. Da ich sehr gerne singe, musste ich diesmal nicht lange überlegen und traf den Nagel sofort auf den Kopf. Ich freute mich riesig! Unsere nächste Station war ein Tonstudio, in dem wir ein kleines Cover-Shooting absolvierten und anschließend drei verschiedene Songs aufnahmen: “Atemlos” von Helene Fischer, “Ein Kompliment” von Sportfreunde Stiller und “Auf uns” von Andreas Bourani. Als “Curly and the Hot Chicks”, wie wir uns nannten, wartet vermutlich nicht der ultimative Durchbruch auf uns, aber die Aufnahmen haben so viel Spaß gemacht, dass ich ab jetzt jede Woche zusammen mit den Mädels in ein Tonstudio gehen könnte.

Polaroid: JGA
Bildquelle: privat

Schmuckdesignerin in Ausbildung

Nach einer kurzen Verschnaufs- und Essenspause gab mir der nächste Umschlag den Hinweis auf einen Schmuckladen in der Innenstadt. Hier kreierten wir unseren eigenen Schmuck. Ich entschied mich für ein flexibles Perlenarmband mit zusätzlichen Elementen in Roségold. Neben den Perlen habe ich einen Lebensbaum, ein Herz, einen Anker, die beiden Buchstaben P und C und eine Art Puschel in mein Armband integriert. Ich bin wirklich sehr stolz auf das tolle Ergebnis. Und überhaupt: Auch alle anderen haben große Kreativität bewiesen.

Claudia Marisa: JGA
Bildquelle: privat

Essen beim Italiener im Hamburger Portugiesenviertel

Mein nächster Umschlag verriet mir, dass es Zeit zum Essen war und es in das Hamburger Portugiesenviertel gehen würde. Doch wir nahmen nicht in einem portugiesischen Restaurant Platz, wie man hätte meinen können, sondern bei einem sehr gemütlichen Italiener. Für mich gab es Risotto – für die anderen Salat, Pizza, Pasta und Fisch. Vor dem Essen fand sich außerdem Gelegenheit, noch ein paar Aufgaben für mein Erinnerungsbuch zu erledigen. Dazu gehörten auch gemeinsame Selfies mit allen und ein Foto von mir und einer “protzigen Karre”.

Nach dem Essen wurde es dann noch einmal spannend, denn auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass noch ein abschließender Programmpunkt auf mich warte.

Italiener: JGA
Bildquelle: privat

Cinderella und ihre Kutsche

Vom Portugiesenviertel bewegten wir uns in Richtung Landungsbrücken, um im Sonnenuntergang noch ein paar Fotos zu schießen. Und dann bekam ich meinen allerletzten Umschlag überreicht: “Cinderella fuhr mit der Kutsche zum königlichen Ball… Doch wie kommen wir weiter?” Meine erste Vermutung, dass wir mit einem Boot fahren würden, wurde bereits wenige Sekunden später zerschlagen. Denn als ich in die richtige Richtung blickte, sah ich eine hübsche, weiße Limousine, die nach mir zu rufen schien. Und so stiegen wir in meine „Kutsche“ ein und fuhren begleitet von lauter Musik und bunten Disco-Lichtern durch Hamburg. Was für ein gelungener Abschluss. Fast…

Limousine: JGA
Bildquelle: privat

Ein perfekter Abschluss

Der Fahrer setzte uns vor einer Bar ab, in der außer uns niemand anderes war – fast so, als wäre auch das noch geplant gewesen. Und so tanzten wir noch mehrere Stunden zu tollen Songs, die meine Freundinnen und ich früher immer gehört hatten. Für mich ging somit ein durch und durch perfekter Tag zu Ende, an dem ich auch jetzt, eine Woche später, absolut gar nichts ändern würde und der mir in jedem Fall für immer im Gedächtnis bleiben wird. Danke!

Hamburg Landungsbrücken
Bildquelle: privat

Wie hast du deinen Junggesellinnenabschied verbracht? Verrate es mir in den Kommentaren!

Das Beitragsbild ist privat

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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