Warum unsere Herkunft unsere Zukunft bestimmt

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Tanja Heffner auf Unsplash.
Mutter mit Kind
Ob wir später zur erfolgreichen Unternehmensgründerin aufsteigen oder als Friseurin in einem Salon arbeiten, bestimmen in erster Linie wir selbst – könnte man meinen. Doch eine Studie im Economic Journal zeigt: Wer auf erfolgreiche Vorfahren zurückblickt, hat es im Leben leichter.
 

Betrachtet man die eigene Ahnentafel, ist das nicht nur unglaublich interessant, sondern es könnte uns auch einen Hinweis auf die eigene Zukunft geben. Eine gläserne Kugel, in der man lesen kann, was das Leben für einen bereithält. Das behaupten zumindest die beiden Forscher Sebastian Braun, der als Arbeitsmarktforscher am Institut für Weltwirtschaft in Kiel tätig ist, und Jan Stuhler von der Universität Madrid. Für ihre Studie, die im Economic Journal veröffentlicht wurde, untersuchten sie Daten aus vier Genrationen und verglichen den sozialen Status von verschiedenen Familien in Deutschland im 20. Jahrhundert miteinander.

EIN NIEDRIGER STATUS WIRKT WIE EINE LAST . . .

Dabei kam heraus, dass der soziale Status einer Person noch immer maßgeblich durch das eigene Elternhaus geprägt wird. Etwa 60 Prozent der Faktoren, die dafür verantwortlich sind, in welche Richtung sich eine Person entwickelt, werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Zu den Faktoren gehören neben der allgemeinen Lebensumstände und dem gesellschaftlichen Umgang, auch Begabungen, die vererbt werden. “Selbst nach vier Generationen konnten wir immer noch einen Zusammenhang zwischen dem eigenen sozialen Status und dem der Vorfahren messen. Ein niedriger Status der Vorfahren wirkt wie eine Last, die den sozialen Aufstieg auch später noch bremst”, beschreibt Braun.

 SOZIALER AUFSTIEG IST DEUTLICH SCHWERER ALS GEDACHT

Damit entkräften Braun und Stuhler vorangegangene Theorien die besagen, der Bildungsgrad und die berufliche Karriere werde nur geringfügig vom Status der eigenen Eltern beeinflusst. “Die heute vorliegenden Daten und der Blick auf mehrere Generationen widerlegen diese Annahmen. Der soziale Aufstieg ist deutlich schwieriger als bislang vermutet”, so das Ergebnis. Zu diesem Schluss kommen nicht nur Braun und Stuhler. Weitere Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit viermal höher ist, dass der Nachwuchs von Hochschulabsolventen einmal ein Gymnasium besucht. Jugendliche aus Brennpunkten kommen oft nicht weiter als bis zum Haupt- oder Realschulabschluss. Und auch bei den Universitäten sieht es nicht anders aus. Während etwa 70 Prozent der Akademiker-Kinder eine Hochschule besuchen, sind es bei den Kindern von Nichtakademikern nur rund 20 Prozent.

 

ICH VERDIENE INZWISCHEN MEHR ALS MEINE ELTERN

Stoßen wir an dieser Stelle also eher auf ein bildungspolitisches Problem, dass im Grunde zeigt, dass wir aufhören sollten, die Schuld in unserer eigenen Familie zu suchen? “Ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen, auf ein Gymnasium zu gehen. Meine Eltern haben beide einen Realschulabschluss – Studieren war für sie keine Option”, erklärt Anna M. (Name von der Redaktion geändert). “Meine Lehrerin hat mehr in mir gesehen und mir eine Gymnasiums-Empfehlung ausgesprochen. Meine Eltern waren verdammt stolz. Ich habe studiert, einen tollen Job und verdiene inzwischen mehr als sie.”

Doch wie sehe es aus, wenn Anna nicht von ihren Eltern unterstützt, sondern blockiert worden wäre? “Hätte ich ein ‘Oh je, das schaffst du doch niemals – wir haben es schließlich auch nicht hinbekommen’ gehört, hätte ich vermutlich, genau wie meine Oma und meine Mutter, nach der Realschule Einzelhandelskauffrau gelernt.”

DER ERHOFFTE ERFOLG BLIEB BISHER AUS

Um die Bildungschancen, unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft zu garantieren, finden seit einigen Jahren flächendeckende Schulstrukturreformen statt, die in manchen Bundesländern bis zur Inklusion reichen. In Berlin stand beispielsweise die Abschaffung der Haupt-, aber auch Real- und Gesamtschule im Zentrum. Bis heute existieren Gesamtschulen nur noch in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Integrierte Sekundarschulen mit und ohne gymnasiale Oberstufe sollen die Chancengleichheit erhöhen und den Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss verringern. Der erhoffte Erfolg blieb bisher aus. Die Bildungsforscher Marcel Helbig und Ria Nikolai bezeichneten das Beispiel Berlin als eine “Beibehaltung der sozialen Strukturen in einer neuen Verpackung”.

ALLE SOLLTEN DIE GLEICHEN MÖGLICHKEITEN UND CHANCEN HABEN

Herkunftsbedingte Nachteile lassen sich auch durch höchst aufwendige Reformen nicht so einfach beseitigen, wie gedacht. Am Ende handelt es sich um ein Zusammenspiel von frühkindlicher Erziehung und Bildung, die ganz klar im Kinderzimmer und weiterführend in den Kindergärten stattfindet, bis hin zur zielgerichteten Förderung in den Schulen, die es jedem Nachwuchs ermöglichen, seine Chancen vollends zu nutzen. Darüber hinaus spielt der eigene Wille eine tragende Rolle. Wer sich in der Position des Vorstandsvorsitzenden nicht wohl fühlt und seine Berufung woanders findet, muss nicht zwingend das Abitur absolvieren. Darüber hinaus steht allerdings fest, dass dennoch jedem Menschen die gleichen Möglichkeiten und Chancen offen stehen sollten.

Und dann spielt es wirklich keine Rolle mehr, ob die Ur-Ur-Großmutter früher Ingenieurin oder Putzhilfe war.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

30 Kommentare

C.G
#22 — vor 4 Wochen 1 Tag
Was ist Karriere? Ich bin der Meinung jeder soll das tun können was Ihm/Ihr liegt.
Zu mir hat mal jemand gesagt »Jeder hat die Möglichkeit Reich zu werden« ich hab dann gefragt was der Umkehrschluss wäre? - Wir wären alle wieder Arm - weil, wer soll dann für die Reichen die Häuser Bauen, die Autos Reparieren oder auch die Reinigungsarbeiten machen? Was ist mein Reichtum Wert wenn ich alles wieder selber mahen muss? Karriere und Geld alleine machen nicht glücklich - es beruhigt zwar wenn mann es hat aber Glück und Gesundheit kann man nicht kaufen...
Klaus Iffland
#21 — vor 2 Monaten
Tut mir leid. mit meiner egenen Karriere kann ich das vollkommen widerlegen. Es sind ganz andere Eigenschaften wie z.B. Selbstdisziplin, Wissenshunger, konkrete Vorstelleungen, was man durch Bildung im Leben erreichen will und Ähnliches. Und es sind auch nicht die Eltern. Ich habe mit 1 Jahren vollkommen alleine Bewerbungen geschrieben. Ich bin mit 14 bei einem Einstellungstest für Auszubildende in der Metallverarbeitung von 330 Bewerbern auf Platz 3 gelangt. Ich habe im Leben NIE das Lernen aufgehört. Ich habe frühzeitig gelernt, dass eine 40 Stundenwoche gar kein Problem darstellt u.v.m. Letztlich bin ich ganz ganz oben in der Automobilindustrie gelandet. Und zwar von ganz unten angefangen. Also hören Sie auf, diesen Unsinn zu verbreiten. Ich habe mindestens 5 Freunde, die den gleichen Weg gegangen sind, wie ich. Wir sollten uns nichts vormachen. Es hängt auch in D immer noch von und selbst ab. Ich bin davon überzeugt. Nach einem alten englischen Sprichwort: Erfolg ist nur eine Frage der Ausdauer.
Elias
#21.1 — vor 1 Monat 3 Wochen
Hallo Klaus,
Hast Du Deinen Text noch mal gelesen, bevor Du ihn abgesendet hast?

Armes Deutschland!

In reply to #21 by Klaus Iffland

Matthias Engel NRW
#20 — vor 2 Monaten 1 Woche
Das nennt man das reinste, - wie hier auch es viele erkennen, - dass Schubladengeschwätz von Zeitungsberichte psychisch gestörter Inhalte un auch Wahnvorstellungen sondergleichen, letzt zu guter ist es ein hohes Unterstellungsgeschwätz mit an sehr hoher auch Denkfehlerhaftigkeit invertierter widerspenstiger Blödsinn!

Streber erreichen das nur, woraus sie Lust haben, also widerspricht es in der eigenen Sachvortragsstellung hin, ZITAT: Warum unsere Herkunft unsere Zukunft bestimmt, es ist also nur ein Labern um nichts!!

Doch manche meinen den Doc. 1645 auf dem Markt das gepanschte Süppchen vorzusetzen was heilen soll, so hier der gesamte Berichterstattung zu folge!!
RGM
#20.1 — vor 2 Monaten
Es wäre interessant zu untersuchen, ob die Vorfahren von Trollen auch Trolle waren.

In reply to #20 by Matthias Engel NRW

Gast1234
#19 — vor 3 Monaten
Studieren ist nicht alles. Ein Studium garantiert nicht, danach einen zufriedenstellenden Job zu haben.
Sanni
#19.1 — vor 2 Monaten 3 Wochen
oh ja, leider kann man auch mit Studium sozial absteigen....ein wichtiger Faktor ist der Arbeitsmarkt als solcher, wenn es immer mehr Stellenabbau gibt und kaum Leute eingestellt werden, kann man noch so viel wollen und können.

In reply to #19 by Gast1234

Christian Nitschke
#18 — vor 3 Monaten
Also zu Zeiten meiner Ur-Gossmutter(um 1915 bis 1925) konnten 1 % der Bevölkerung Abitur machen oder studieren. Nach der von dieser Studie ausgehenden Regel könnten dann nicht jetzt 50 % eines Jahrgangs Abitur machen.
S. Schulz
#17 — vor 3 Monaten 2 Wochen
Meine Ur-Ur-Großmutter hätte überhaupt nicht Ingenieurin werden können, denn damals durften Frauen nicht studieren. Mal nebenbei. Und ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten auch nicht, das durfte erst meine Mutter.
Wie auch immer, ich finde solche Studien witzlos, wenn nicht auch adoptierte Kinder untersucht werden, denn sonst kann man genetische nicht von sozialen Faktoren trennen und man erfährt nur, was man sowieso schon weiß. Da brauche ich keine Forscher, da kann ich mich auch mit offenen Augen durch die Welt bewegen.
Gabriele
#16 — vor 6 Monaten 3 Wochen
Das kann ich bestätigen. Auch meine Eltern aus guter Familie (Textilfabriken) stellten nach dem Weltkrieg als Enteignete und Vertriebene nichts mehr dar und mußten hier im Westen als einfache Arbeiter sich durchschlagen, weil niemand »die aus dem Osten« einstellen wollte. So wurde aus mir ein Arbeiterkind, das auf der Hauptschule endete. Meine Dasein auf dem Gymnasium beendete ein schwerer Unfall, weswegen ich den Stoff nicht mehr aufholen konnte. Ich sollte dann eine Lehre machen und Geld verdienen, aber habe freiwiliig Mittlere Reife und Fachabi gemacht. Danach habe ich einen großen Fehler begangen und habe mich auf eine Sekretärinnenschule quatschen lassen von Familie und Verwandten, statt zu studieren. In dem Sekretärinnenjob war ich sehr unglücklich und dachte immer darüber nach, wie ich doch noch den Hochschulabschluss erreichen könnte. So etwas nachträglich dann nachzumachen bedeutet Kampf Kampf Kampf, gegen heruntermachende Familie, hämische Verwandten, neidische Kollegen, die selbst nichts zustande brachten und der Meinung waren, ich bräuchte das dann auch nicht. Ich habe es per Fernstudium durchgezogen und spät, aber nicht zu spät, meinen Hochschulabschluss bekommen. Heute arbeite ich in meinem Traumberuf und bin zufrieden. Jeder mit etwas »Biss« kann Knicke im Lebenslauf begradigen und auch jeder kann sich weiterbilden, lernen, aufsteigen. Faule Kompromisse wegen regelmäßigem Lohn, Abgesichertsein und dem Dauerfeuer wohlmeinender Familienmitglieder führt immer nur in Krankheit und Unzufriedenheit. Wer sich bereits als zu alt empfindet oder jungen Menschen keinen Studienplatz wegnehmen will, kann sich nach dem bestandenen Abendschul-Abi immer noch für ein Fernstudium entscheiden. Wismar, Hagen oder London bieten da gute und anerkannte Hochschulabschlüsse.
Hajo
#16.1 — vor 3 Monaten 4 Wochen
Ich wollte Tierarzt werden.Habe schon als 14jähriger Maüse seziert.Nach Abschluß der Schule( 10Klassen) bin ich wegen meinen Noten auf dem Bau gelandet.Heute bin ich Akademiker.3Jahre Direktstudium und 3Jahre Ferstudium an der UNI waren sehr hart. Wer ein Ziel vor Augen hat kann das schaffen. So neben der Arbeit studieren, eine Familie ernähren und nebenbei auch gut leben geht nur mit eiserner Disziplin.

In reply to #16 by Gabriele

Hunyadi
#15 — vor 6 Monaten 3 Wochen
Fallen ist leichter als aufsteigen. Damit will ich sagen, dass man niemals ruhen darf und immer am Ball des Lebens bleiben muss. Meine Eltern waren beide Akademiker und bis zum II. WK als »reich« zu bezeichnen. Dann folgte Enteignung, Kriegsgefangenschaft und Tod. Plötzlich vom Millionär zum Bettler; kaum zu glauben, doch so geschehen. Von Freunden und erbgierigen Verwandten verlassen, ein Leben in einer Zwischenwelt, zwischen reich und arm. Für ein Kind völlig eigenartig, zwischen 4 Zi.-Wohnung und Villen zu leben. Ohne Hoffnung, den Tod der Eltern noch vor Augen. ein hartes Schicksal, dass ich niemand wünsche. Trotz einigen Versuchen mich zu töten (es ging um Geld), habe ich überlebt und dennoch viel erreicht. Meine Familie ist damals nicht gefallen, nein sie wurde in den Abgrund gestoßen. Doch wir steigen wieder auf, weil aufgeben keine Option sein kann. Ich wünsche jedem guten Menschen ein erfolgreiches Leben !
Heidi Waters
#14 — vor 9 Monaten 1 Woche
Ich bin ueberrascht wie viele von diesen Lesern mit der deutschen Sprache (Rechtschreiben) Probleme haben. Ich bin schon 66 Jahre von der Heimat weg, 87 Jahre alt, und bin weiterhin sehr dahinter her meine Muttersprache richtig zu benuetzen. Im Weltkrieg aufgewachsen gab es keine »Waldschule« und viele Schueler mussten ihre Familien verlassen um weiter zu studieren - man wurde evakuiert - Schulen waren zerstoert. Kinderaerztin war mein Traum - und blieb es auch. Dafuer wurde ich meine ›eigene‹ Kinderaerztin - 6 Kinder, 5 Buben, 1 Maedchen. Alle studierten weil sie mit selbst verdientem Geld ihr Studium bezahlten. Computer-ingenieur, Zahnarzt, Masters in Psychologie, etc. einem jeden das Seine. Wir als Eltern unterstuetzten wo wir konnten, nicht so viel mit finanzieller Hilfe (nicht moeglich) aber wir waren fuer sie da mit Ansporn. Die Welt hat sich wohl sehr geaendert aber der Mensch sollte doch weiterhin den Wunsch haben sich selbst zu helfen um im Leben etwas zu erreichen. Bin wohl altmodisch - aber ich meine ich habe doch die richtige Einstellung -
Ibro Balic
#13 — vor 9 Monaten 2 Wochen
....36 Familienmitglieder, 35 Akademiker (Ärzte, Ingenieure,
Juristen,Musiker,Maler,Architekte) und der Jungste, der Letzte, ein vollständiger Versager - hm, wie geht so was ???
Peter Wolf
#13.1 — vor 3 Monaten 2 Wochen
Kuckuckskind ? .-))

In reply to #13 by Ibro Balic

Vahit SUNAR
#12 — vor 9 Monaten 3 Wochen
Der Erfolg jedes Menschen hängt direkt mit ihm zusammen.
Die Reflexion historischer Daten zur Zukunft dient nur zur Auswertung von Proben. Die Bedeutung der Statistik als Konzept und Anwendung liegt darin, dass die Menschen keine Abhängigkeit von ihrem Hintergrund haben.
Daher gibt es viele Gründe, mit Vorsicht zu prüfen.
So waren Larry Page und Sergey Brin oder Mark Elliot Zuckerberg vor 1984 bekannt und wurden sogar 1975 von zwei Universitätsstudenten in den Vereinigten Staaten gegründet. Bill Gates ist der bekannteste und realste Gründer dieser Studenten.
Während diese Fakten und die systemische Leistung dahinter stehen, nach meiner meinung ist die fundamentalistische Denken für mich falsch.
Claus Culemann
#11 — vor 10 Monaten
Gleich nach Kriegsende waren diese Urteile wohl noch nicht gültig. Ich habe das Gymnasium nach der 11ten Klasse verlassen müssen weil mein Vater noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft zuruckgekehrt war. Nach der kaufmännischen Lehre war ich mit 22 als Verantwortlicher einer grossen Bremer Reederei für den Iraq in Baghdad tätig. Mit 28 deutscher Wahlkonsul im Iran, mit 52 deutscher Honorarkonsul in den maritimen Provinzen der Toskana und kaufm.Direktor des Container Terminals in Livorno. Mein im Iran geborener Sohn ist Flugkapitän bei Emirates in Dubai und fliegt seit Jahren eine A380. Meine beiden in Dubai aufgewachsenen Enkel studiern in Edinburgh bzw. Southampton und der eine macht gerade eine Volontärszeit bei Rolls Royce in Chichester. Nach 50 Jahren Berufstätigkeit bin ich mit 67 in Pension gegangen und lebe in Ibiza und Madrid. Das geht doch, nicht?
Dörfinger André
#11.1 — vor 6 Monaten 3 Wochen
An Claus Culeman: Schauen Sie, Ihr Erfolg beruht auch darauf, dass Sie geborener Cheftyp der Feuersternzeichen (Widder/Löwe/Schütze > April, August, Nov.-DEZ.-Jan.). Ich wäre nie in den Vorderen Orient arbeiten gegangen, überhaupt nie im exotischen, überfüllten Ausland. Militär-, Flugzeug-Laufbahn = Fehlanzeige, wie auch an verschiedenen, heissen Orten Spaniens leben. Ruhe-, rastloses Leben ist eitle FLUCHT vor der Besinnung. Irdisches Leben ist zufälliger SPUK, wo es nichts zu erreichen & bewahren gilt, als seinen inneren Frieden in gesunder UMWELT. Dabei sagt einem niemand nie nirgends »Danke«, denn einjeder muss sein eigenes Leben selber zufriedenstellend führen. Ich wollte nie Chef sein, andere Angestellte plagen, Erfolg haben, viel Geld verdienen, früh in Pension gehen > all das war mir ein Graus.- So arbeite ich mit 73 noch bis zum Umfallen , ohne Ferien, täglich bis weit über Mitternacht viel lesend und …..s c h r e i b e n d.

In reply to #11 by Claus Culemann

Jabo
#10 — vor 11 Monaten 2 Wochen
Hallo, ich glaube das einem der »goldene Löffel« im Mund schon helfen kann, dennoch kann jeder der etwas erreichbares schaffen . Jeder ist seines Glückes Schmied, ein Spruch an dem was wahres dran ist. Erst jetzt im Alter von 47 Jahren bin ich finanziell unabhängig , ein Einkommen welches Monatlich 5 stellig ist. Es steckt eine Menge Schule und Arbeitszeit dahinter. Und das obwohl ich »nur« einen Hauptschulabschluss hatte. Man muss halt am Ball bleiben und weiter in den sauren Apfel beißen um die gewünschten Diplome und Abschlüsse zu erreichen.Die Zeiten als ich mit ganz kleinen Gehalt nach Hause kam werde ich nie vergessen. Sie waren mit der Grund warum ich nun da bin wo ich nun bin. Jede Arbeit , jede noch so kleine Erfahrung hat mich lernen lassen. Das Leben ist ein Lernprozess , verfolgt eure Ziele , kleine Schritte, geht langsam und fangt nicht an zu rennen. Dann kommt Ihr sicher an.
Dörfinger André
#10.1 — vor 6 Monaten 3 Wochen
An Jabo: Ja, phantastisch, dass so Leute wie Sie, die von Rechtschreibung und Kommasetzung (Punktuation) sooo wenig Ahnung haben, es materiell soooo weit gebracht haben, ich hingegen, als Kontrast, als Fremdsprachenspezialist-korrespondent es zu fast nichts, was beweist, wie wenig Mutter-SPRACHE und auch Fremdsprachenlernen finanziell und ansehensmässig nichts einbringt. Die Englischsprachigen können einfach in ihrer Sprache drauflos studieren, ohne andere Sprachen zu lernen, derweil alle andern sich mit Engl., Franz., Ital., Span. herumschlagen müssen.

In reply to #10 by Jabo

Stefan-Oliver
#10.1.1 — vor 1 Monat 2 Wochen
Herr Dürflinger, man sollte nicht die Form über den Inhalt stellen, vielleicht haben Sie es deshalb nicht so weit gebracht. Rechtschreibung und Punktuation helfen einem da auch nicht weiter, wenn Sie mit Ihren Mitmenschen immer so kritisch und mit sich Selbst mit so viel Selbstmitleid umgehen hilft auch noch so gute Kommasetzung nicht. Ausserdem haben Sie wenn ich zitieren darf »... ich hingegen zu fast nichts, was beweist wie wenig........ Fremdsprachenlernen ... nichts einbringt...«
Also Fremdsprachenlernen bringt wenig nichts ein, das ist doch auch was :)

In reply to #10.1 by Dörfinger André

Dipl. Waldi
#9 — vor 11 Monaten 3 Wochen
Ich bin 43 und Ingenööör.
Ich glaub ich gehe auch noch mal auf die Waldorfschule.
Maria Strauber
#8 — vor 1 Jahr
Hallo, auch ich kam aus einer Familie, mein Vater war Uhrmacher und meine Mutter Schneiderin. Besucht die Grundschule bis zum 4. Jahr und dann die Realschule, bekam immer Unterstuetzung von meinen Eltern, auch von den Lehrern, schrieb gute Noten, also wurde ich auch von den Lehrern anerkannt, ging dsnn suf fir <realschule, danach habe ich eine Ausbildung zum Kaufmann angefangen, Das war mir aber nicht genug, daher wollte ich weiter studieren,Aber, mein Vater war damals schon alkohol abhaengig, kaum war noch Geld da, Also finf ich an zu arbeiten, nebenbei habe ich die Abenschule besucht, und einen tollen Job gefumnden, dann habe ich geheiratet, Mein ehemaliger Mann war nur Grundschueler und nachdem ich drei Kinder mit ihm hatte, war es zuende. ich reichte die Scheidung ein, Dies nur zur Vorgeschichte. Ich blieb mit drei Kindern allein, arbeitete immer noch weiter, und meine Kinder haben alle den Realabschluss und gute Arbeitsplaetze gefunden, Was nun meine Enkel betrifft, die haben alle studiert und alle einen gutbezahlten Job. Das ja, jeder hat ein Universitaetsstudium mit Abschluss, ich will damit sagen auch wenn man aus einfachen Kriesen kommt, mit Fleiss kann jeder etwas werden, man muss nur bereit sein, auch etwas dafuer zu tun
Bernhard Meyer
#7 — vor 1 Jahr 1 Monat
Es ist doch so, dass die Weichen in den unteren Schulklassen gestellt werden, jedenfalls war es früher so. Wenn Sie aus einer einfachen Familie kamen, wurden diese Kinder von den Lehrern weniger gefördert.
Verena Schmidtkamp
#6 — vor 1 Jahr 1 Monat
Waldorfschule. Ist doch wohl bekannt, dass diese privat ist und man sie bezahlen muss. Dann aber dieser Satz: Geldmangel! Können Sie nachempfinden, wenn man als Alleinerziehende Mutter, nicht einmal genügend Geld Geld zum Leben der Kinder hat? Weil Schulbücher noch selbst gezahlt werden musste. Und somit wenigstens ein kleiner Urlaub auch nie drin war?
Wissen Sie wie es ist, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist? Und Sie nicht wissen, wie sollen Sie das überstehen? Und Sie beklagen, dass Sie wenig Geld hatten, Ihre Kinder aber alle die Waldorfschule besuchen konnten?
SIE wissen nicht einmal Ansatzweise, was es bedeutet jeden Tag aufs Neue mit drei Kindern überleben zu müssen.
Ich hätte meinen Kindern auch zu gerne das Eine oder andere geboten. Leider ging es nie.
Nicki Nuss
#5 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Hi Rene ,

ist dir gar nicht bekannt , dass das Arbeitsamt nur ein vom Staat initiierter und finanzierter Arbeitgeber ist ???

Dort ist niemand in der Lage , dir wirklich weiter zu helfen !
René
#4 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Hast du eine Idee was du machen möchtest, dann versuch dich übers Arbeitsamt eine Ausbildung/Weiterbildung zu machen oder mach auf der Abendschule einen höheren Abschluß. Ich komm auch aus einfachen Verhältnissen und habe durch Willen und Bildung, mit Ende 20, ein Studium beendet und arbeite jetzt als Softwareentwickler. Glaub an dich und gib nicht den Anderen die Schuld an deinem Leben. Kämpfe weiter. Erzähl nicht jedem wer du bist, sondern nur denen die es Wert sind. Diese Menschen werden dich auch akzeptieren, egal woher du kommst.

Ich habe irgendwann angefangen viel zu lesen, in der Straßenbahn, im Bus. Für mich hat das Lesen einen großen Teil dazu beigetragen meine Bildung zu steigern. Angefangen mit Kurzgeschichten, später Romane zu Filmen, die ich toll fand. Später kamen Fachzeitschriften und Romane dazu. Früher wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, dass es was bringt viel zu Lesen. Es hilft dir komplexe Sachverhalte zu verstehen, entwickelt deine Fantasie und erweitert deinen Horizont...
Diana
#3 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Liebe Leute ich kam nach Deutschland aus wirklich ärmsten Land Europa und ganz sicher einer der ärmsten Haushalte dieser Land. Ich war 25 und verheiratet und wollte mich noch retten aber ja es gab noch zwei Familien in meinen Rücken mit mehreren Personen die ich ernähren und natürlich verheiraten oder Bildung finanzieren. Ich ging putzen und dann noch ein neue Beruf erlernen... Es sind viele Jahren vergangen seit dem: ich bin finanziell pleite allem helfend, mein Ex auch ein Erfolgsloser, beruflich, na ja Mittelmässig, wo alle ein Bachcelor Diplom bekamen musste ich mich mit ein Bestätigungsschreiben zufrieden geben. Ich war 37 und es war verdammt spät zum üben und noch aufsteigen. Ich versuchte mich an irgendwelchen erfolgreichen Männer oder Freunde zu klammern um ein Stück Kuchen abzubekommen aber es half nicht: es war etwas einfaches in mein Verhalten dass mich niemand wollte. Jetzt suche ich seid zwei Jahren ein Job nach dem ich gekündigt wurde... Nichts, nichts öffnet sich für mich. Ja, nur zur info: Vatter war ein erfolgloser Alkoholiker und die Mutter sowas vom einfach dass ich jedes Mal Probleme habe mich mit ihr zu unterhalten. über was denn??? Die Studie stimmt und ich kann nur heulen, so viel mühe gehabt und soviel Kraft investiert aber half nicht. Ich hab immer allem erzählt dass ich aus guten Familie komme und dass Papa war erfolgreich und dass ich aus NY komme... alles half nicht. Ich hab schon immer verstanden dass wenn man aus S kommt hilft nur über Balkon springen... Freut mich für all die geschafft haben aus besseren Familien zu kommen
Murat
#2 — vor 1 Jahr 2 Monaten
İhr Kommentar war fast besser als dieses tolle Schreiben oben. Jedenfalls habe ich mich in İhren Worten wiedergefunden und somit die Einsicht dass die Waldorfschule für mich die richtige Schule gewesen waere, verstaerckt. Da ich auch immer predige dass, ein mit Spass, Freude und Leidenschafft bepackter Beruf zum Erfolg führt, sollte ich konsequenterweise meine Tochter in eine Waldorfschule schicken.
Mein Werdegang vom türkischen Arbeiterkind zum EUropaeischen Patentanwalt
bernd
#1 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Klasse Beitrag!

Meine 4 Kids - 2 Männer und zwei Frauen - sind inzwischen alle im Job. Alle haben studiert. Jeder etwas anderes. Meine älteste Tochter hat mit ihrem Mann eine Firma gegründet mit inzwischen 20 Mitarbeitern. Mein Ältester mit seiner Frau in Estland. Er wird sich selbstständig machen. Meine jüngste Tochter bei einer Fluggesellschaft, mein Jüngster macht gerade seine Doktorarbeit als Ingenieur.

Es gab keinen Leistungsdruck. Aber - durch meine Scheidung teilweise schwierige Familiensituationen, wenig Geld und nur moralische Unterstützung. Alle waren in der Waldorfschule, weil wir eine anschauliche Erziehung bevorzugten.

Als die Kinder etwa 16 waren, hatte ich (als Coach) ein Gespräch mit etwa folgendem Wortlaut: »Ich bin zwar dein Papa, aber jetzt nur noch dein Coach. Du kannst kommen, solange ich lebe, ich werde dich unterstützen. Es gibt keine Kritik. mache das, was di wirklich Freude macht und wenn dies nicht mehr gegeben ist, höre damit auf! Sofort. Mache keine faulen Kompromisse, weder in der Liebe, noch in der Arbeit. Tu das, was dich glücklich macht.

Ich schreibe grade mein 2. Buch, lebe am Mittelmeer. Meine Ex-Frau ist Künstlerin. Es geht uns allen gut in einem turbulenten Leben!

Meine Eltern waren eine Hausfrau und ein Vertreter. Mein Vater konnte kein Gymnasium aus Geldmangel machen. Er hätte es als vielseitig interessierter Mensch sicher geschafft.

Wir leben ein tolles Leben!

Meines Erachtens sind die Helikopter Eltern heute ein Riesenproblem! Ich bin als junger Ingenieur nach dem Studium nach Westafrika gegangen. Zuerst als Rucksackreisender dann nach einem halben Jahr hatte ich - nur durch wenig Engagement - eine Stelle als Vertriebsleiter in der Elfenbeinküste bekommen.

Gehen Sie ihrem Herzen nach und weniger dem Kopf. Dan gelingt ein Leben in einer turbulenten Zeit.

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