Warum eine Frau ihre Muttermilch an Bodybuilder verkauft

07.03.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro

Es ist ein lukratives Geschäft für Rafaela Lamprou. Mit ihrem Überschuss an Muttermilch hat die 24-Jährige, seit der Geburt ihres Sohnes vor einem halben Jahr, 5000 Euro verdient. Warum sie inzwischen nicht nur Bodybuilder beliefert…

Wo Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen, kommt meistens ein Geschäft zustande. Im Fall von Rafaela Lamprou aus Zypern hört sich dieses Geschäft total skurril an und auch sie hätte niemals gedacht, dass sich bereits kurz nach der Geburt ihres Sohnes eine erstaunliche Möglichkeit eröffnen würde. Die junge Mutter produzierte deutlich mehr Muttermilch, als sie für ihr eigenes Kind gebrauchen konnte, also gab sie die überschüssige Milch zunächst an andere Mütter weiter.

Sie sagten, die Milch sei gut für den Muskelaufbau

Doch dann bekam sie auch immer mehr Anfragen von Männern – hauptsächlich Bodybuildern. Angeblich soll die Muttermilch förderlich für das Training sein. “Am Anfang waren es vor allem Bodybuilder. Sie sagten, die Milch sei gut für den Muskelaufbau”, zitiert “Independent” die zweifache Mutter. Schaut man sich die Zusammensetzung von Muttermilch allerdings genauer an, dürfte schnell klar werden, dass es sich hier um einen Mythos handelt. 100 Gramm davon enthalten circa 4,4 Gramm Fett und 70 Kalorien. Um die Muskeln auf Vordermann zu bringen, braucht es viele Proteine. Deren Anteil ist in Kuhmilch jedoch etwa dreimal so hoch.

Bildquelle Unsplash

Das Geschäft mit der Muttermilch zahlt sich aus

Neben Bodybuildern rief Rafaela dann jedoch auch noch eine weitere Käuferschaft auf den Plan. Plötzlich boten auch Männer mit Fetischen ihr Geld im Tausch gegen Muttermilch an. Um eine gewisse Distanz zu wahren, übergibt sie die aufgegebenen Bestellungen natürlich nicht persönlich. Wer etwas möchte, kann sich in einer Facebook-Gruppe melden. Pro Liter müssen 3,40 Euro hingelegt werden. Ein Liter Vollmilch ist dagegen mit aktuell 78 Cent ein richtiges Schnäppchen.

Ein Weilchen wird Rafaela vermutlich noch von dem Verkauf ihrer Muttermilch zehren können. Sollte die Käuferschaft weiterhin so interessiert sein, könnte sie im nächsten halben Jahr bis zu 10.000 Euro verdient haben. Mal sehen, was später ihr Nachwuchs dazu sagt…

Das Beitragsbild ist übrigens von Oleg Sergeichik auf Unsplash

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

3 Kommentare

  1. Ferdl

    Ihr seid ja Spaßvögel,
    5.000,00€ bei einem Literpreis von 3,40€/l?
    Damit müsste die gute Frau ca.8 Liter Milch pro Tag nebenzu produzieren (halbes Jahr ca.185Tage)?!
    Im Vergleich schafft eine Kuh, die 700kg wiegt ca.20 Liter pro Tag…
    Aber 8 Liter?!? wirklich?
    Also irgendwo habt ihr da den Zahlendreher drin oder das is einfach schmarn

  2. Willi Beatrice

    für mich ist das nicht vorstellbar,,soviel Muttermilch kann man nicht produzieren. Auch ich hatte zuviel Milch und habe sie dem Baby meiner NCHBARIN gegeben- natürlich abgepumpt.Geld dafür käme für mich nie in Frage, denn jedes Krankenhaus – Gebärabteilung nimmt die Milch sehr gerne entgegen.Jetzt bin ich zu alt um nochmals Mutter zu werden- Birgit Nielsen hat bestimmt auch genug Muttermilch und das mit 50+ na ja …Mutter werden im Alter finde ich egoistisch, das Kind hat ja im schulalter die Grossmutter dabei…aber nichts gib,s was es gibt- jeder soll doch selber Entscheiden.

  3. überleg

    das muss sicher heißen 34€/l. Dann kommt man auf 0,8L pro Tag
    Abgabe.

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