SAP-Spezialistin bei itelligence: Das macht den Job aus!

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: itelligence AG
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Svenja Gerdes SAP-Projektleiterin und Beraterin

Viele von uns haben die Jobbezeichnung SAP-BeraterIn schon einmal gehört. Doch was genau steckt hinter dem Job? Wir haben mit SAP-Projektleiterin und -beraterin Svenja Gerdes von itelligence gesprochen. 

Äußerst spannend und überraschend: Im Interview mit Svenja Gerdes haben wir so einiges über ihren abwechslungsreichen Joballtag gelernt. Eines möchten wir dabei schon vorwegnehmen: In erster Linie geht es eher weniger um technisches Verständnis, sondern vor allem um Teamgeist, zwischenmenschliche Kompetenzen, Eigenverantwortung, inspirierende Kundenkontakte und zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten. 

Liebe Svenja, du arbeitest bei itelligence als SAP-Projektleiterin und -beraterin. Wie können wir uns einen typischen Tagesablauf vorstellen? 

Einen typischen Tagesablauf gibt es im Grunde nicht. Ich habe normalerweise ein oder zwei Tage die Woche, die ich im Büro oder von zu Hause aus arbeite. Den Rest der Woche bin ich dann im Projekt direkt beim Kunden, wo ich häufig in Workshops oder in Meetings bin. Genauer gesagt arbeite ich Themen aus, schreibe Konzepte und stelle dem Kunden bestimmte Vorgehensweisen vor. Speziell in der Beratertätigkeit geht es vor allem auch um fachliche Themen, wie etwa dass ich erkläre, wie SAP funktioniert und wie sich das in der Praxis genau umsetzen lässt. 

Im Büro findet vor allem die Vor- und Nacharbeit statt. Dazu gehört auch, dass ich mich mit meinen KollegInnen austausche und Fragen stelle, wenn ich mich mit etwas Bestimmtem nicht so gut auskenne. Gemäß dem Beratermotto: Du musst nicht alles wissen, du musst nur wissen, wen du fragen kannst. Ansonsten verbringe ich den Großteil des Tages am Laptop. 

Sind deine Einsatzbereiche in ganz Deutschland zu finden?

Wir haben mehrere Niederlassungen in Deutschland, doch die meisten Projekte sind so gelegen, dass wir in zwei bis drei Stunden beim Kunden vor Ort sind. Alles, was in Richtung Nordrhein-Westfalen oder in den Norden geht, fällt in unseren Zuständigkeitsbereich. Alles in allem handelt es sich bei mir persönlich um einen sehr guten Mix: Es gibt Projekte, bei denen ich abends nach Hause fahren kann – bei anderen Projekten wiederum übernachte ich auch mal ein oder zwei Nächte in einer anderen Stadt. 

Im Großen und Ganzen liegt die strukturelle Verantwortung bei mir allein.

Dann hast du also schon viele verschiedene Städte gesehen – oder bleibt gar keine Zeit für »Sightseeing«?

Ich versuche, mir die Zeit zu nehmen. Es kommt auch immer ein bisschen auf die Stadt an und wie interessant sie für mich persönlich ist. Aber grundsätzlich bringt das eine schöne Abwechslung mit sich. Vor allem abends nach der Arbeit schaue ich mir die verschiedenen Städte, gerne auch mit KollegInnen zusammen, an.

Das klingt alles auch sehr danach, als müsstest du selbstverantwortlich deinen Arbeitsalltag und deine Projekte strukturieren. Ist das etwas, das dir liegt und auch gefällt, oder wünschst du dir manchmal, in einem klassischen 9-to-5-Job zu arbeiten?  

Im Großen und Ganzen liegt die strukturelle Verantwortung bei mir allein. Es gibt natürlich einen gewissen Rahmen, der vom Kunden vorgegeben wird und den ich nur bedingt steuern kann. Wenn gewisse Projekttage oder Uhrzeiten gesetzt sind, dann orientiere ich mich daran. Darüber hinaus ist es mir weitestgehend freigestellt, wie ich meine Zeit und meine Arbeit unter der Woche einteile oder von wo aus ich arbeite. Deshalb muss ich auch eigenverantwortlich handeln und dabei nicht vergessen, meine Zeiten genau im Blick zu behalten, denn Arbeit ist immer genügend da. Wenn man da nicht ein bisschen drauf achtet, dann kann das auch mal überhandnehmen. Für mich ist diese Arbeitsweise allerdings genau passend. Nachdem ich mich erst einmal in die Situation eingefunden hatte, lernte ich sofort die Flexibilität zu schätzen – das finde ich sehr angenehm. Nach einer anstrengenden Woche oder wenn ich wirklich viel geschafft habe, kann ich mir also auch mal einen Tag gönnen, an dem ich es etwas ruhiger angehen lasse. Oder wenn ein privater Termin ansteht, arbeite ich an diesem Tag weniger und an einem anderen gleiche ich das wieder aus. Doch ich habe bisher noch nie mit richtig festen Zeiten gearbeitet und kann mir auch gar nicht vorstellen, jeden Tag zur gleichen Zeit im Büro zu sein. 

Wie reagiert denn dein privates Umfeld auf deine aktuelle Berufsbezeichnung? Ist allen immer sofort klar, was du tust?

Die meisten haben SAP als Begriff schon einmal gehört. Was damit genau gemeint ist, wissen aber nur die wenigsten. Außer die Person kennt sich von Anwenderseite damit aus oder weil es in ihrem Unternehmen genutzt wird. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es nur sehr wenige Leute, die eine so starke Reisetätigkeit haben. Das schreckt viele eher ab, wenn ich erkläre, dass ich regelmäßig woanders übernachte. Überall dort, wo man als DienstleisterIn unterwegs ist oder in Projekten arbeitet, lassen sich allerdings so einige Parallelen herstellen. Aber erst einmal schaue ich eher in fragende Gesichter, wenn ich sage, dass ich SAP-Beratung mache. 

Was sagst du dann?

Es kommt immer darauf an, wie viel Zeit zur Verfügung steht und wie viel Interesse mein Gegenüber hat. Manchmal belasse ich es bei so etwas wie: Es geht um Softwareberatung, ich arbeite in Projekten und bin viel beim Kunden vor Ort. Aber wenn das Interesse dann doch größer ist, hole ich auch mal ein bisschen weiter aus und versuche dann, so wie ich es eben auch gemacht habe, meine Woche zu beschreiben, denn darüber wird das ganz gut greifbar. 

Ebenfalls überzeugt hat mich, dass die Reisetätigkeit relativ ausgeglichen ist und man eher regional disponiert wird.

Wie hast du eigentlich deinen Weg zu itelligence gefunden? Wieso hast du dich für dieses Unternehmen entschieden? 

Ein Bekannter hatte mir ganz zufällig von itelligence erzählt und von der Unternehmenskultur geschwärmt. Er machte mich zudem auf die Stellenausschreibung aufmerksam, auf die ich mich letztendlich auch beworben habe, und dass, obwohl diese ganzen Software-Themen zunächst gar nicht das Ziel meiner Jobsuche waren. Von der Jobbeschreibung habe ich mich aber dennoch angesprochen gefühlt, da es nicht nur um fachliche Themen, sondern auch um Projektarbeit und Beratung ging – und das ist etwas, was ich schon immer sehr interessant fand. Von daher dachte ich, ich probiere es einfach mal aus. 

Beim Vorstellungsgespräch vor Ort haben mich dann sofort die tatsächliche Vielseitigkeit der verschiedenen Tätigkeiten und die Größe des Unternehmens überzeugt. Zum damaligen Zeitpunkt waren es etwa 2.000 MitarbeiterInnen. Zuvor war ich bei einem Konzern mit mehr als 100.000 Angestellten beschäftigt gewesen. In Bielefeld arbeite ich jetzt also mit Menschen zusammen, die ich auch wirklich persönlich treffen kann und die ich mit der Zeit kennengelernt habe – zudem gibt es kurze Wege und flache Hierarchien. Ebenfalls überzeugt hat mich, dass die Reisetätigkeit relativ ausgeglichen ist und man eher regional disponiert wird. Vorher kannte ich es so, dass ich von Sonntag bis Donnerstag beim Kunden war und gar nicht die Möglichkeit hatte, mein Netzwerk aus verschiedenen Kolleginnen und Kollegen aufzubauen. 

Du hast gerade das interne Netzwerk angesprochen. Wie sieht es extern aus? Hältst du mit verschiedenen KundInnen auch privat Kontakt? 

Das ist sehr unterschiedlich. Es kommt vor allem auf die persönliche Sympathie an. Es gibt Leute, bei denen ich das nicht unbedingt wollen würde, aber es gibt auch Personen, mit denen man sich während der Projektarbeit super gut versteht und wo der Kontakt dann auch länger bestehen bleibt. Zudem spielt die Entfernung auch immer eine große Rolle. Sich auf einen Kaffee zu treffen, wenn der Kunde 300 Kilometer weit weg ist, funktioniert leider nicht. Ich habe mir einen guten Mix an Kontakten aufbauen können, bei denen es bei einer professionellen Distanz bleibt, mit denen ich auf Xing oder LinkedIn vernetzt bin, aber sonst nicht ganz so viel passiert. Und dann gibt es Leute, bei denen ich mich sehr freue, wenn diese zwischendurch mal anrufen und man ein bisschen quatschen kann. 

Ihr arbeitet mit unterschiedlichen Branchen und Kunden zusammen. Gibt es einen Bereich, in dem du dich am wohlsten fühlst? 

Das lässt sich spontan ganz schwer sagen. Ich habe die meisten Projekte im Handelsumfeld gemacht, doch nicht auf eigenen Wunsch hin, sondern weil es sich so ergeben hat. Dadurch fühle ich mich in diesem Bereich natürlich sehr wohl und kenne mich hier gut aus. Ansonsten finde ich es immer ganz spannend, neue Branchen kennenzulernen. Tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den Unternehmen gar nicht mal so groß, sondern treten eher in den unterschiedlichen Abteilungen zutage. Wenn ich in der Beratung unterwegs bin, bin ich eher in den Vertriebsabteilungen und dort mit AußendienstmitarbeiterInnen zusammen, die selbst häufig im Kontakt mit anderen Menschen sind, die verhandeln strategisch vorgehen – das ist immer ganz spannend, weil man da ein bisschen gefordert wird. Andere interne Bereiche gehen dann wieder ganz anders vor. 

Und wie genau schaffst du es, dich immer wieder auf die unterschiedlichen KundInnen und Charaktere einzustellen? 

Zu Beginn eines Projekts geht es gerade darum, den Menschen kennenzulernen, zu schauen, in welchem Umfeld die Person arbeitet, wie das Unternehmen dahinter funktioniert – neben den fachlichen Themen passiert da noch ganz viel nebenher. Es geht darum, eine gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit zu finden. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich eine neue Aufgabe bei einem neuen Kunden bekomme. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass ich zu Beginn den Spruch »Der Kunde ist König« tief verankert hatte. Ich dachte, ich müsste als Dienstleisterin auf jeden Fall alles liefern und alles möglich machen. Das war für mich auch ein wichtiger Lernprozess. Ich schaue nun eher, was wirklich funktioniert und was ein machbarer Weg ist, damit es für beide Seiten gut funktioniert. So ist es auch durchaus legitim, mal »Nein« zu sagen oder nicht allem zuzustimmen.

Wirst du auch explizit in diesen Themen geschult?

Es gibt ein BeraterInnen-Kurrikulum – hier sind nach Level und Erfahrung immer unterschiedliche Schulungen vorgesehen, in denen man typische Projekt- oder Beratersituationen durchgeht. Die sind zum Teil auch im IT-Umfeld angesiedelt, da es hier an der ein oder anderen Stelle doch manchmal etwas spezieller zugehen kann. So ergibt sich in einem internen Rahmen eine gute Möglichkeit, so etwas auszutesten, sich auszutauschen, neue Ideen zu bekommen und zu lernen, wie man mit bestimmten Situationen umgeht. Das ist eine gute Ergänzung, und in der Praxis profitiere ich häufig davon.

Niemand muss den Anspruch haben, immer bei allen Themen auf dem aktuellen Stand zu sein.

Das heißt, dass nicht nur inhaltliche, sondern auch zwischenmenschliche Kompetenzen besonders gefragt sind? 

Zu Beginn der SAP-Projekte hat es gereicht, wenn man sich fachlich gut ausgekannt hat. Das ist mittlerweile nicht mehr so. Es gibt inzwischen einfach zu viel Wissen auf Anwender- bzw. Kundenseite. Viele Dinge lassen sich ganz einfach online recherchieren. Es geht also wirklich mehr um die Projektarbeit, um das Miteinander und auch um die Fragen, wie man das ganze Team in eine Richtung bringt und wie man die Veränderung in das Unternehmen bekommt, so dass alle mitkommen und sich wohlfühlen. 

Du hast es gerade bereits angesprochen: Das Internet ist eine große Wissensquelle. Liest du dich hier auch ein, wenn es um die ständige Weiterentwicklung im IT-Bereich geht? Wie bleibst du am Ball? 

Zunächst macht es mir großen Spaß, etwas Neues zu lernen – das ist auf jeden Fall ein großer Antriebsfaktor, der dafür sorgt, dass ich immer auf dem aktuellen Stand bleibe. Aber dann kommt es tatsächlich auf den Kunden und das jeweilige Projekt an. Wenn es da Bedarf gibt, scheue ich mich nicht, mich dort einzuarbeiten, um einen konkreten Bezugspunkt zu haben und das Thema auch wirklich anwenden zu können. Das ist durchaus eine Herausforderung, weil es da natürlich sehr viele Themen gibt. Aber genau dafür ist nicht nur das Internet gut, sondern auch der Netzwerkaspekt noch mal besonders wichtig. Niemand muss den Anspruch haben, immer bei allen Themen auf dem aktuellen Stand zu sein. Wie bereits erwähnt, du musst nur wissen, wen du fragen kannst. 

Gibt es einen besonderen – vielleicht sogar glücklichen – Moment in deiner Karriere, von dem du uns erzählen magst?

Einen speziellen Moment kann ich gar nicht benennen. Es gibt immer mal wieder schöne Momente, wie wenn man als Team etwas Besonderes erreicht hat oder trotz knapper Deadline doch noch rechtzeitig zum Ziel gekommen ist, weil alle an einem Strang gezogen und noch einmal all ihre Kräfte mobilisiert haben. In solchen Momenten spüre ich eine ganz große Energie und einen ganz starken Rückhalt. Und ansonsten finde ich es immer wieder toll, was wir für Bewegungen im Unternehmen haben und was für neue Themen da aufkommen. Seit letztem Jahr gibt es eine Gender-Diversity-Initiative, die ich total super finde und in der es ebenfalls einen ganz tollen Zusammenhalt und viele spannende Themen gibt. Zusätzlich bin ich aktuell in einem Mentoring-Programm, das Frauen als Nachwuchsführungskräfte fördert. Das ist super spannend, und ich tausche mich immer wieder mit ca. 30 Frauen aus anderen Unternehmen aus. Für mich gibt es also viele schöne Momente. 

Und wie sieht das Gender-Diversity-Programm aus? 

Das ist eine Initiative, die 2018 von Mitarbeiterinnen bei uns im Unternehmen ins Leben gerufen wurde und von dem gesamten Personal stark unterstützt wird. Es gibt insgesamt vier Säulen, die unter anderem das Unternehmen für Frauen attraktiver machen sollen. Im Fokus stehen hierbei die Förderung der Familienfreundlichkeit sowie die Maximierung des Frauenanteils. Teil des Ganzen sind Mitarbeiterinnen, die die verschiedensten Themen mitbringen. Wir sind außerdem in enger Abstimmung mit dem ganzen Personal und schauen, was wir alles tatsächlich umsetzen können. Es handelt sich dabei um verschiedene kleinere Gruppen, die sich unterschiedlichen Themen widmen und sich regelmäßig austauschen oder gemeinsam Veranstaltungen organisieren. Dafür werden Netzwerktreffen in den verschiedenen Geschäftsstellen organisiert, bei denen wir uns austauschen können, um für noch mehr Präsenz zu sorgen und das gesamte Projekt weiter voranzutreiben. 

Erzähl uns doch noch ein bisschen mehr von dem Mentoring-Programm. 

Dieses Programm nennt sich CrossMentoring OWL und ist hier in der Region angesiedelt – unterstützt wird das Ganze von einer unabhängigen Organisation in Zusammenarbeit mit der IHK. Involviert sind die verschiedensten Unternehmen aus OWL (Ostwestfalen-Lippe), die Mentees und Mentorinnen stellen. Dann gibt es so eine Art Tandemarbeit, bei der jeder Mentee eine Mentorin zugeordnet bekommt und man sich alle vier Wochen trifft, um von den Erfahrungen der Mentorinnen zu profitieren. Darüber hinaus gibt es über das Jahr auch immer noch ganztägige Workshops mit allen, sodass man auch noch mal gut in den unternehmensübergreifenden Austausch gehen kann. Das ist sehr bereichernd und interessant.

Das klingt wirklich alles sehr spannend. Vielen Dank liebe Svenja für das Interview!

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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